Fußball

Nach Teamfrust ein Trio für den Meilenstein in Albacete

ÖFB-Präsident Leo Windtner sprach nach dem 0:1 gegen Irland von einem Seuchenjahr.  Ablenkung von der Talfahrt der Nationalmannschaft könnte Dienstag ein Unter 21-Meilenstein verschaffen. Wenn in der spanischen Region Kastilien-La Mancha gegen Spanien  die sensationelle Qualifikation für die EM-Endrunde 2017 in Polen gelingt. Um das zu schaffen, bekam  Teamchef Werner Gregoritsch für das Match, das  in Albacete 165 Minuten vor dem Freundschaftsspiel gegen die Slowakei im Happel-Stadion logischerweise Verstärkung vom Nationalteam. Alessandro Schöpf und Louis Schaub, bei der 0:1-Pleite gegen Irland im Einsatz, flogen gestern  Abend ebenso nach Albacete wie Teamchefsohn Michael, der  Samstag nur aufwärmen durfte. Damit müsste mehr Offensivpower als beim 1:1-Wunder von St. Pölten vorhanden sein. Das Estadio Carlos Belmonte fasst 17.500 Zuschauer, soll ausverkauft sein.  Werner Gregoritsch organisierte für einen prominenten Daumendrücker zwei Karten: Kurt Jara, früher Spanien-Legionär, Teamspieler, dann als Trainer Meister mit FC Tirol und Supercupsieger mit dem Hamburger SV, kommt aus seinem Haus bei Valencia. Die insgesamt 200 Kilometer Autofahrt stören ihn nicht.

Auch Valentino Lazaro könnte in der  U21 spielen, aber er blieb bei Marcel Koller. Was darauf schließen läßt, dass der Teamchef den Salzburger itnernational als rechten Verteidiger sehen will, was im Oktober 45 Minuten lang in der U21 (beim 1:4 gegen Deutschland in St. Pölten) probiert wurde. Vorerst ist aber Frustbewältigung  angesagt: „Bitter, wenn man sich den Arsch aufreißt und dann mit leeren Händen da steht“, meinte Kapitän Julian Baumgartlinger. Wer  links in der Viererabwehr beginnen wird,ist wieder ein heißes Thema. Speziell nach Kevin Wimmers Fehler, der Irlands Konter zum Siegestreffer einleitete. Aber alle Mitspieler nahmen  ihn  deswegen zurecht in Schutz. Aleksandar Dragovic reagierte in der Mixed Zone auf Nachfragen sogar etwas ungehalten. Wimmer feiert Dienstag  seinen 24. Geburtstag.

Windtner meinte, man müßte  bis zum nächsten Qualifikationsspiel gegen Moldawien das Mindset des Teams neu aufstellen. Was immer das auch heißen mag, man könnte damit am Dienstag beginnen.Wer noch eine Chance bekommen könnte, sich für das neue Mindset zu empfehlen? Da Koller für das an Gregoritsch abgestellte Trio keine anderen nachnominierte, bleiben außer den 14 vom Irland-Spiel Lukse. Suttner, Stangl,  Onisiwo, und Hinterseer. Für Altachs Torhüter Lukse und Salzburg-Reservist Stangl wäre es ein Debüt.  Hinterseer  wäre so wie Harnik eine  mögliche Alternative zu Janko an vorderster Front. Ilsanker im Mittelfeld und Alaba als Linksverteidiger wird´s aber sicher nicht spielen, obwohl  Koller ankündigte, auch sich selbst zu hinterfragen. Freitag gibt´s in der Bundesliga den Schlager Leverkusen-Leipzig. Da würde es die Trainer Roger Schmidt und Ralph Hasenhüttl sicher gerne sehen, wenn Dragovic, Baumgartlinger, Sabitzer und Ilsanker nicht über die volle Distanz spielen. Fraglich, ob Koller in der  aktuellen Situation darauf Rücksicht nehmen kann.

Die Slowakei steht in ihrer Qualifikationsgruppe hinter England und Slowenien fast  genauso mit dem Rücken zur Wand wie Österreich, haben aber zwei Punkte mehr.  Teamchef Jan Kozak verzichtet auf drei Torschützen vom 4:0 gegen Litauen am Freitag in Trnava: Abwehrchef Skrtel (Fenerbahce) sowie die Italien-Stars Kucka (Milan) und Hamsik (Napoli) haben ebenso Pause wie Pekarik, der Rechtsverteidiger von Hertha BSC Berlin. Kozak will jüngeren Spielern, die in der Qualifikation auf der Bank sassen, international Spielpraxis verschaffen. Die Namen:  Bero (Trabzonspor), Sabo (Beitar Jerusalem), der bei Ajax Amsterdam ausgebildete Lobotka (Nordsjaelland in Dänemark), Hrosovky (letzte Saison Torschütze von Viktoria Pilsen in der Europa League gegen Rapid) und Gregus vom FC Kopenhagen. Auch der Ex-Salzburger  Svento (jetzt bei Slavia Prag) und Rapid-Tormann Jan Novota dürfen mit einem Einsatz rechnen.

Schütter wird die Kulisse trotz Aktion mit Billigkarten um fünf Euro sein: Bisher wollen  nur 12.500 Zuschauer zur  Verabschiedung von Ex-Teamkapitän Christian Fuchs, der, wie man Samstag bereits zum vierten Mal sah, schmerzlichst abgeht. Die knapp 1000 Fans, die im Vorverkauf noch den vollen Preis bezahlten, können als Gegenleistung mit Freikarten für eines der ersten Spiele im nächsten Jahr rechnen. Die Zeiten, in denen man in der Qualifikation mit  vollen Rängen rechnen und budgetieren  konnte, sind vorbei.  Wie viele werden in  vier Monaten am 24. März 2017 gegen Moldawien kommen?

 

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