Eishockey

Nach zehn Jahren bei der WM wieder gegen Sid Crosby

Klaus Hartmann, der umstrittene Präsident des Eishockeyverbands, nützte den letzten WM-Test in Wien, das 1:5 gegen Kanada, um sich in Szene zu setzen. Mit weißem T-Shirt unter dem Sakko zeichnete er nachher auf dem Eis den zum besten Österreicher gewählten Marco Kasper aus. Das hatte einen leichten Anflug von Narzissmus. Den nächsten könnte es bei der WM in Stockholm geben. Dort wird Österreich in seinem vierten WM-Spiel am 15. Mai auf eine besser und prominenter besetzte kanadische Mannschaft treffen. Nur Stunden nach dem Schlusspfiff in Wien stand fest, dass mit Center Sid Crosby sicher eine der größten Persönlichkeiten der letzten 20 NHL-Jahre, eienr der besten Spieler aller Zeiten, mit 37 noch einmal zur Weltmeisterschaft kommt. Crosby wurde 2010 und 2014 Olympiasieger, gewann mit den Pittsburgh Penguins dreimal den Stanley-Cup, wurde 2015 in Prag mit Kanada Weltmeister. Wo die Österreicher nach dem 1:10 gegen die Kanadier im letzten Spiel, in dem Crosby kein Tor erzielte, zusehen mussten, wie sie von Frankreich und Lettland durch ein Unentschieden nach regulärer Spielzeit zum Abstieg verurteilt wurden.

Crosby schaffte mit Pittsburgh zum dritten Mal hintereinander nicht die Qualifikation für die Play-offs, daher kommt er zur WM.  Center Matt McKinnon, weil er mit Columbus in der ersten Runde des Play-offs im siebenten Spiel an Dallas scheiterte. Drei aus Österreichs WM.Team für Stockholm spielten berits vor zehn Jahren gegen Crosby: Kapitän Thomas Raffl, Brian Lebler und Dominique Heinrich. Der Verteidiger ist der einzige Spieler der Vienna Capitals im WM-Team, ist in Wien aber nicht mehr gefragt. Schon etwas seltsam. Wer Heinrich gegen Kanada in Aktion sah, kann daraus schließen, dass Teamchef Roger Bader mit seiner Entscheidung, dem 34 jährigen weiter zu vertrauen, besser lag als die sportliche Leitung der Capitals mit der Trennung. Capitals-Stürmer Leon Wallner fliegt Dienstag nicht mit dem Team nach Stockholm ebenso Verteidiger Patrick Söllinger und Flügel Nico Feldner. Sie erfuhren von Bader Sonntagabend in der Kabine, dass sie nicht mehr zum Kader gehören.

Verteidiger Luis Lindner ist dabei, wird aber vorerst nicht angemeldet, um einen Platz für Verteidiger David Reinbacher freizuhalten, falls er mit Laval, dem Farmteam der Montreal Canadiens, im Calder Cup-Play-off der American Hockey League ausscheidet. Wonach es derzeit nicht aussieht. Laval führt in der Serie gegen Cleveland 2:1, ein Heimsieg fehlt zum Aufstieg ins Finale der North Division. Marco Rossi sagte Bader endgültig ab. Er ist derzeit auch etwas frustriert, in den Play-off-Spielen von Minnesota gegen Las Vegas anders als im Grunddurchgang nur in der vierten Linie aufgeboten worden zu sein, in der er wenig Eiszeit bekam. Das sagte der Vorarlberger auch Trainer John Hynes bei der Schlussbesprechung nach dem Ausscheiden. Es könnte Minnesotas Antwort darauf gewesen sein, dass Rossis nordamerikanischer Agent Ian Pulver einen angebotenen Fünfjahresvertrag, angeblich mit umgerechnet 22 Millionen Euro dotiert, ablehnte. Der Vertragspoker könnte noch Monate dauern.

 

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