Fußball

Nach zwei Monaten tagt Rechtsmittelsenat: „Schicksalstag“ für ÖFB

Montag beginnt das „Nachspiel“ zur Wahl von Wolfgang Bartosch zum interimistischen ÖFB-Präsidenten: Dann behandelt der Rechtsmittelsenat die „Beschwerde“ von Gerhard Götschhofer, der eigentlich laut ÖFB-Statuten als einer der vier Vizpräsidenten nach dem Rücktritt von Präsident Klaus Mitterdorfer dessen Nachfolger werden sollte. Dies verhinderte der „Notstandsparagraph“, den Generalsekretär Thomas Hollerer geltend machte, weil er Gefahr in Verzug sah. Worin die bestand? Götschhofer sah darin einen Bruch der Statuten, wandte sich Mitte Dezember an den Rechtsmittelsenat, der sich mehr als zwei Monate später mit dem Fall beschäftigt. Der Rechtsmittelsenat hat sieben Mitglieder, von denen zwei als befragen gelten: Verständlicherweise Bartosch selbst und der Tiroler Verbandspräsident Sepp Geisler, der bereits bei der Präsidiumssitzung zur Wahl von Bartosch von einem Statutenbruch sprach, dazu ein Rechtsgutachten des emeritierten Universitätsprofessors Karl Weber vorlegte.

Nach seiner Wahl gab Bartosch beim Linzer Universitätsprofessor Martin Karollus ebenfalls ein Rechtsgutachten in Auftrag. Das wenig überraschende Ergebnis: Die Wahl von Bartosch war für Karollus statutenkonform und rechtsmäßig. Welches Gutachten wird Montag mehr zählen? Würde der Fall eindeutig sein, wäre der Einspruch rasch abgelehnt worden, um für klare Verhältnisse zu sorgen. Das dürfte nicht der Fall sein. Sonst hätte es nicht zwei Monate dauern können, bis der Rechtsmittelsenat sich damit befasst. Eine Art Schicksalstag für den ÖFB. Solllt die Wahl von Bartosch tatsächlich ein Statutenbruch gewesen sein, steigt die ohnehin vorhandene Unruhe um Statutnreform und Neuwahl der Präsidenten bis zur Generalversammung im Mai noch um einiges. Den Vorsitz hat ein ehemaliger Richter, der frühere Kärntner Verbandspräsident Thomas Partl (Bild). Seit 2006 ist er Vorsitzender der UEFA-Disziplinarkommission, war bei acht Europameisterschaften im Einsatz. Bei der UEFA hört er nächstes Jahr auf. Jetzt steht er vor einem „schwierigen“ Fall.

Nicht so schwierig war die Einigung zwischen ORF und ServusTV, welcher Sender in diesem Jahr die Spiele von Österreichs Nationalteam in den Play-offs um den Aufstieg in die Nations League A und in der WM-Qualifikation überträgt. Gemäß einer Ausschreibung der UEFA teilen sich ORF und ServusTV wie zuvor in der Qualifikation für die EM 2024 die Partien, ServusTV erwarb dazu die TV-Rechte für die EM-Endrunden 2024 und 2028, der ORF für die WM 2026. Am 20. März zeigt der ORF das Heimspiel in den Play offs gegen Serbien aus dem Happel-Stadion, für das bereits 40.000 Karten verkauft sind, ServusTV überträgt drei Tage später aus Belgrad. Im Juni läuft der Auftakt in die WM-Qualifikation, das Heimspiel gegen Rumänien beim ORF, das Auswärtsspiel in San Marino bei Servus TV. Dort ist im September das Heimspiel gegen Zypern zu sehen, im ORF das Auswärtsspiel gegen Bosnien. Der im Oktober den Heimsieg gegen San Marino überträgt, Servus TV das Duell gegen Rumänien aus Bukarest. Das letzte Auswärtsspiel gegen Zypern in Nikosia, in dem das WM-Ticket hoffentlich schon gelöst wird, hat der ORF, das „Finale“ gegen Bosnien im Happel-Stadion läuft bei ServusTV.

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