Eishockey

Neues vom Eishockey: Punkteregel weg, drei Legionäre, ein Kärntner als Präsident?

Die Eishockeyliga reichte letzte Woche ein „Return to play“-Konzept beim Gesundheitsministerium ein. Mit Plänen für die rasche Rückkehr zum normalen Trainingsbetrieb und Spiele mit Zuschauern am Herbst. Was insofern schwieriger sein könnte als beim Fußball, weil sie in Hallen stattfinden. Christian Feichtinger, der Geschäftsführer der Liga, hofft auf eine erste Antwort im Verlauf der kommenden Woche. Abgesehen davon, gab es während der Corona-Pause doch Überraschungen rund um die Eishockeyszene. Der Liga kam Znaim als Teilnehmer abhanden, damit könnte es wieder elf Klubs geben. Außer die stimmen der Rückkehr von Laibach nach drei Jahren zu. Dem Wunsch der Slowenen steht ein finanzielles Fragezeichen gegenüber, ihr Budget soll derzeit unter einer Million Euro liegen. Keine finanziellen Probleme hat der slowakische Liganeuling Bratislava Capitals durch seine Besitzer, das deutsche Augenlaserzentrum iClinic. Die planten sogar einen Sensationscoup, nämlich auch die Vienna Capitals zu kaufen. Dafür hatte aber deren Boss Hans Schmid kein Verständnis. Noch kein Kompromiss zeichnet sich beim sonderbaren Linzer Streit zwischen den Black Wings und den von Ex-Manager Christian Perthaler gegründeten neuen Linzer Eishockeyverein ab. Wenn es stimmt, das es im Zuge des Eklats zu einer Anzeige bei den Finanzbehörden kam, könnte das österreichweit schlimme Folgen mit sich bringen.

Interessante, bemerkenswerte  und durchaus vernünftige Töne hörte man vom letzten  Meister KAC (Bild oben) der heuer infolge von Corona wahrscheinlich vor dem k.o. im Viertelfinale (0:3-Rückstand gegen die Linzer Black Wings gerettet wurde. In Klagenfurt, wo in der abgebrochenen Saison noch für einen schwedischen Tormann drei österreichische Spieler abgemeldet wurden, gab es offenbar eine Kurskorrektur. Kommuniziert wurde dies durch Interviews in der „Kleinen Zeitung“. Zunächst von Geschäftsführer Oliver Pilloni., Der plädierte für eine Abschaffung der Punkteregel, für eine merkbare Ausländerreduktion, hätte auch nichts dagegen, wenn nur drei Legionäre pro Verein spielen dürften. Mehr hat der KAC, bei dem in den letzten Saisonen die meisten Österreicher spielten, derzeit nicht unter Vertrag. Einer der profiliertesten KAC-Spieler aller Zeiten, der 37 jährige Thomas Koch, plädierte wegen Corona-Zeiten für eine rein österreichische Liga mit fünf Legionären pro Verein. Die aber so gut sein müssten, dass die jungen Österreicher von ihnen profitieren. Beim Ausländer-Befürworter Feichtinger löste die KAC-Offensive keine große Begeisterung aus.

Samstag ist der letzte Tag, an dem für die Generalversammlung des Verbands am 27.Juni im Villacher Congress-Center die Personen genannt werden können, die für das Präsidentenamt kandidieren. Der ehemalige Teamspieler Matthias Trattnig war dazu nicht zu bewegen, aber der amtierende Präsident Gernot Mittendorfer bekam trotzdem  einen Gegenkandidaten. Den die Landesverbandspräsidenten von Wien (Andreas Ösze), Niederösterreich (Peter Andrecs) mit Hilfe des Kärntner Verbands um Herbert Hohenberger ins Rennen schicken wollten. Sein Name: Nicolaus „Niki“ Stockhammer, der  sich als Terrorexperte einen Namen gemacht hat. Der 45 jährige spielte früher selbst Eishockey, sein älterer Bruder Günther gehörte in den Achtzigerjahren zur ersten Meistermannschaft von VEU Feldkirch. Aber in letzter Minute setzten die Kärntner ihren Verbandsvize Klaus Hartmann als Gegenkandidaten durch, den auch Vorarlberg und Salzburg unterstützen sollen. Stockhammer würde  zu den Vorstandsmitgliedern gehören.  Die Vorwürfe an Mittendorfer, zu sehr in Verbindung mit der Liga zu stehen, für deren Ausländerwünsche ein zu offenes Ohr zu zeigen, haben zwar etwas für sich. Zu den Kärntner Plänen gehört aber auch die Absetzung von Roger Bader als Sportchef, der als einziger in den letzten Jahren seine Stimme gegen die Importwelle erhob.  Das nährt den Verdacht, dass es den Landesverbandspräsidenten nur darum geht, wieder mehr Einfluss und Macht zu bekommen. Das wäre praktisch ein Rückfall ins 20. Jahrhundert.

Foto: © KAC Media.

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