Eishockey

NHL-Playoffs mit Rossi und Kasper? Das wäre eine Sensation

Marco Rossi wird der erste Österreicher sein, der in der 110. Saison der NHL, in die Carolina als Titelverteidiger geht, Florida und Columbus als erste Herausforderer gelten, zum Einsatz kommt. In der Nacht auf Mittwoch mit den Vancouver Canucks, der schwächsten Mannschaft der letzten Saison, bei den Edmonton Oilers. Das wird für den 25-jährigen Vorarlberger (Bild) bereits sein 236. Spiel in der besten Eishockeyliga der Welt, in der er bisher auf 136 Scorerpunkte (57 Tore und 79 Assists) kam. Für Vancouver waren es acht Tore und 14 Assists in 33 Partien. Rossi möchte beim Aufbau einer stärkeren Mannschaft unter dem neuen Trainer Manny Malotta eine Leaderrolle übernehmen. Die letzte Saison mit dem Wechsel von Minnesota  nach Kanada war auch von Pech, sprich zwei Mittelfußknochenfrakturen, gezeichnet. Im Sommer, in dem Rossi seine langjährige Freundin heiratete, arbeitete er konsequent an seiner Fitness, trainierte auch mit dem Schweizer Spitzenklub HC Davos. Vancouver war seit 2016 nur zweimal in den Play-offs. Rossi bestritt mit Minnesota sechs Play-off-Partien.

Marco Kasper beginnt nach 159 Spielen für die Detroit Red Wings seine dritte NHL-Saison Freitag gegen die New York Rangers, dem ersten von vier aufeinanderfolgenden Heimspielen. Detroit war seit zehn Jahren nicht mehr in den Play-offs, diesmal musste mit Steve Yzerman eine Detroit-Legende aus Spielerzeiten als General Manager gehen. Der neue Trainer Todd McLellan plant mit Kasper vorerst als Center der zweiten Linie, die zweite Saison von Kasper blieb mit neun Toren und zehn Assists hinter seinen eigenen Erwartungen. Der neue Trainer Todd McLellan glaubt, dass sich Kasper vielleicht selbst zu sehr unter Druck setzt. Zum Österreicher-Duell zwischen  Rossi und Kasper kommt es am 23. Oktober in Vancouver. Das wird eines der 300 Spiele, die von Sky live übertragen werden.

Es wäre eine Überraschung, wenn Rossi oder Kasper, vielleicht sogar beide, in die Play-offs kommen. Wenn beide es nicht schaffen, könnte das gut für Österreichs Teamchef Roger Bader sein: Dann könnte er anders als bei der letzten WM wieder einen NHL-Spieler zur Verfügung haben. Die österreichischen Verteidiger müssen sich vorerst bei den Farmteams bewähren: Gregor Biber wie erwartet bei der Utah-Filiale in Tucson, Dominik Reinbacher, der in einem Vorbereitungsspiel der Montreal Canadiens zum Einsatz kam, bei Laval. Montreal war 1993 die letzte kanadische Mannschaft, die den Stanley Cup gewann. Den will auch nochmals der 41-jährige Alexander Owetschkin in seiner 22. Saison mit den Washington Capitals gewinnen. Das schaffte der Rekordschütze der NHL (939 Tore) bisher einmal. Vor acht Jahren.

In der ICE-League ist nach fünf Runden Tabellenführer KAC, der alle Partien gewann, das Maß aller Dinge. Zuletzt bezwang er auf eigenem Eis den stark dezimierten Meister Graz 99ers 6:2, dabei debütierte der 16-jährige Nicolas Micelli. KAC und Graz verbinden Torhüterprobleme: Für die jahrelange Nummer eins der Klagenfurter, den 39-jährigen Dänen Sebastian Dahm, ist die Saison nach einer Knieoperation beendet. Die große Chance für den 26-jährigen Florian Vorauer oder kommt ein anderer Legionär? Einen ausländischen Tormann nahm Titelverteidiger Graz bereits unter Vertrag, da der Kanadier Maxime Lagace mit einer Adduktorenverletzung wochenlang ausfällt. So lange wird der 32-jährige Finne Henri Kiviaho, der bei Slovan Bratislava keinen neuen Vertrag erhielt, den 29-jährigen Nicolas Wieser „unterstützen“. Mittwoch gibt es in Klagenfurt das Spitzenspiel zwischen dem Ersten und Zweiten: Der KAC empfängt Neuling Milano, der zuletzt in Wien die Vienna Capitals, die bisher nur im Powerplay überzeugten, 6:2 abfertigte.

Foto: NHL.

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