Fußball

Ösi-Kritik: Bei David Alaba gibt´s nur Extreme

Deutschlands Massenblatt „Bild“ griff  die rot-weiß-rote Diskussion um David Alaba, seine Leistungen und seine  Rolle im österreichischen Teamdress, die auf das 2:3 gegen Serbien folgte,  genüsslich auf, titelte: „Peinlich! Ösi-Kritik an Alaba!“ Der zeigte sich unbeeindruckt, behauptete auf einem Sponsorentermin der Bayern, dass offenbar in seiner Heimat ein Schuldiger für den verpatzten Start in die WM-Qualifikation gesucht werde und er zur Kenntnis nehme, dass er das sein soll. Am selben Tag  wehrte sich übrigens Alabas bester Freund bei Bayern, Franck Ribery, via „SportBild“ zu den Vorwürfen über seine permanenten Unsportlichkeiten, die nur dank der Schiedsrichtergnade bisher nicht mit Rot bestraft wurden: „Ich werde getreten wie noch nie!“ Gilt das in Sachen Kritiken auch für Alaba?

Fakt ist, dass gerade die, die ihn vor einem Jahr noch vorschnell zum Weltstar hochjubelten, weil ja angeblich alle, die bei Bayern spielen, Weltstars sein müssen, ihn  jetzt ihn einen Maße verteufeln, das er wirklich nicht verdient hat. Da muss  er als Sündenbock für den Ärger über Marcel Koller, dass der ihn nach dem Rücktritt von Christian Fuchs  partout nicht als Linksverteidiger aufbieten will, sondern im Mittelfeld einzementiert, herhalten. Als Zeichen dafür, dass es seit der Gala zur EURO-Qualifikation mit dem 4:1 gegen Schweden in Stockholm,  keine Weiterentwicklung gab. Sondern nur Stillstand oder noch weniger. Dass der 24jährige nicht der Musterknabe ist, als der er sich gerne präsentiert,  ist nicht erst seit dem  Photo von einem  Besuch in einem Belgrader Disco-Club ein offenes Geheimnis. Es  wird auch kein Zufall sein, dass Marko Arnautovic vor eineinhalb Wochen beim Flug von Manchester zum Team nach Wien  ausgerechnet in München die Anschlussmaschine   versäumte. Da könnte  sich noch ein Termin mit „Bruder“ David, der es faustdick hinter den Ohren hat, ausgegangen sein. Aber soll man ihm das in seinem Alter an einem freien Tag verübeln?

Derzeit behaupten  einige, die in Marcel Koller  letztes Jahr noch die absolute Lichtfigur sahen, dass  sich Alaba bei ihm aussuchen kann, welcher Rolle er spielen will. So etwas wird kein seriöser und akribischer Trainer, zu denen Koller  zählt, zulassen. Sollte das nicht so sein, hätte Österreich ein Teamchefproblem. Alaba muss  damit leben, dass bei ihm auf Grund der Erfolge mit Bayern in Österreich nur Extreme gelten. Entweder Weltklasse oder Sündenbock, dazwischen gibt es nichts. Bei Bayern hat er es auf Grund der Mitspieler mit Weltklasseformat  leichter als in Österreichs Team. Aber auch dort passieren ihm Fehler. Man erinnere sich nur an die letzte Saison und die Champions League gegen Juventus und Atletico Madrid. Aber das ändert nichts an seiner Klasse als Defensivspieler. Es wird doch keiner Pep Guardiola als Ahnungslosen bezeichnen, weil  der Alaba als seinen wichtigsten Spieler sah. Oder Carlo Ancelotti, weil Alaba bei ihm ausser Diskussion steht.  Darum muss Österreichs Team froh sein, dass es einen wie Alaba gibt. Und alle Unterstellungen, dass ihm wegen seinen Millionenverdiensts bei Bayern die Nationalmannschaft imzwischen völlig egal ist, sind bösartig, entsprechen auch nicht den Tatsachen. Obwohl es  in der Bayern-Welt sehr schwer ist, geerdet zu bleiben. Wo man nur etwas zählt, wenn man mit Privat-Jet statt mit  Linie fliegt.

Fakt ist, dass Alaba etwas mehr Demut gut tun würde. Nicht auf Journalistenfragen, was er zu einem Teameinsatz als Linksverteidiger sagen würde, so genervt reagieren, dass ihm dies manche als präpotent und überheblich auslegen. Und sich damit zufrieden geben, als Linksverteidiger zu den Besten der Welt zu zählen.  Akzeptieren, dass es im Mittelfeld nicht dazu reicht. Das wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung.

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