Fußball

Mehr Minuten für Teenager als in den Topligen

Der mut-und emotionslose Auftritt von Österreichs U21 am Dienstag in St. Pölten beim 1:4 gegen Deutschland schockierte. Lag es wirklich daran, dass fünf Spieler wegen der gelben Gefahr mit angezogener Handbremse agierten, weil sie nicht ihren Einsatz im Play-off um das EM-Ticket riskieren wollten oder doch vermehrt daran, dass man in Österreichs Bundesliga Versprechen für die Zukunft nicht richtig fördert, sondern in Bezug auf die Teenager eher das Motto „trau keinem unter 2o“ verfolgt? Vergleichszahlen mit internationalen Topligen lassen eher nicht  darauf schließen. Ganz im Gegenteil, wenn man die Zahlen der letzten Saison als Vergleich nimmt.

Die meisten Einsätze hatten Teenager, also Spieler, die höchstens 20 Jahre alt sind, in Frankreichs Ligue 1. 66 kamen auf insgesamt 30 732 Spielminuten, in Deutschland 50 auf 25 450, in Spaniens Primera Division 34 auf 22 977, in Italiens Serie A 37 auf nur 13 060, in England Premier League 45 auf 11 744. Die Spitzenwerte in den einzelnen Ländern: In Frankreich Alban Lafont vom FC Toulouse mit 2144 Minuten vor dem im Juli um 15 Millionen Euro  von Rennes zu Borussia  Dortmund transferierten Ousmane Dembele,  in Deutschland Gladbachs Däne Anders Christensen (2340), in England Tottenhams Mittelfeldjuwel Dele Alli (2295),  in Spanien Barcelona-Leihgabe Alen Halilovic bei Gijon (2350). Diese Saison in Hamburg sass Halilovic bisher mehr auf der  Bank  als er  spielte.  Der Jungstar in Italien mit den meisten Minutn kommt aus Guinea:  Mittelfeldspieler Amadou Diawara vom FC Bologna mit 2732.  Das ist der Topwert dieser  fünf Ligen.

Die Bilanz in Österreichs Bundesliga: Vergangene  Saison  spielten 46 Teenager 33 273 Minuten,  2541 mehr als der beste Wert in den fünf Topligen (Frankreich). Von den 46 waren 30 Österreicher , 16 Legionäre. Einer von ihnen spielten auch am längsten: Salzburgs kroatischer Innenverteidiger Duje Caleta Car mit 2790 Minuten. Auch mehr als die Topteenager  in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und England. Nur zwei Minuten  hinter  Caleta Car rangiert  Grödigs Mittelfeldspieler Martin Rasner, der nach dem Abstieg zum deutschen Zweitligisten Heidenheim wechselte,  dort bisher bei fünf Einsätze nur 188 Minuten in Akion war. Die 2000 Minuten-Marke knackte letzte Saison außer Caleta Car und  Rasner nur noch Salzburgs Japaner Minamino (2010). Der Meister   setzte insgesamt 14 Teenager ein, soviel wie kein anderer Klub in der  Bundesliga. Der Österreicher-Anteil hielt  sich allerdings in Grenzen: Nur Laimer, Lazaro und Xaver Schlager.

Und wie sieht es in der laufenden Saison nach zehn Runden oder  einem Viertel der Punktejagd aus? Bisher  kamen 25 Versprechen  für die Zukunft zum Zug und zu 6937 Minuten. Im Vergleich zu 2015/16  deutlich weniger.  Bleibt es bei dem Trend, wären das gesamt  nur 27 748 Minuten. Auf die meisten  kam bisher Rapids brasilianischer Stürmer Joelinton (896), gefolgt von Caleta Car (810). Salzburgs Trainer Oscar Garcia setzte erneut die meisten Teenager ein (sieben), den   jüngsten Mike Büskens bei Rapid: Flügelflitzer Kelvin Arase ist erst 17, kam in der Meisterschaft zweimal als Joker zum Zug. Über insgesamt 15 Minuten.

 

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