Was Deutschland und der Schweiz schon gelang, ein Quartier in den Vereinigten Staaten für die Weltmeisterschaft zu finden, steht bei Österreich noch aus. Das ist vorerst eine „zache Angelegenheit“, wie ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold feststellte, obwohl die Verträge eigentlich unterschriftsbereit wären. Der DFB machte zum Jahresbeginn Nägel mit Köpfen, unterschrieb die Verträge für das Basecamp im US-Bundesstaat North Carolina. Genächtigt wird im Hotel „The Gravyln Estate“ in Winston Salem, trainiert auf dem Gelände der „Wake Frst University“. Das Hotel wurde vor fast 100 Jahren auf einem burgähnlichen Anwesen errichtet, der Weg zu den Trainingsplätzen ist für die Spieler in nur zehn Minuten mit dem Rad erreichbar. Allerdings werden zur WM-Zeit in Winston über 30 Grad und bis zu 80 Prozent Luftfeuchtigkeit erwartet. Auch das war für Teamchef Julian Nagelsmann entscheidend. Deutschland bestreitet seine Gruppenspiele zunächst in Texas (Houston), dann in Kanada (Toronto) und zum Abschluss in New York. Das ist 747 Kilometer von Winston Salem entfernt.
Sein Schweizer Kollege Murat Yakin entschied sich für Kalifornien, für Luxus pur in San Diego. Das „Fairmont Grand de Mer“ garantiert Privatsphäre und Ruhe. Das ist etwas, was auch Ralf Rangnick schätzt. Die Schweizer beginnen ihre Gruppe so wie Österreich in San Francsico, spielen danach in Los Angeles und Vancouver. Die zwei Hotels, die für Österreich im Raum Malibu zur Wahl stehen, gehören nicht zum offiziellen Arrangement, stehen nicht im FIFA-Katalog der angebotenen Quartiere. Die Einigung im Dreiecksverhältnis zwischen FIFA, den amerikanischen Behörden und den Hotelbesitzern ist offenbar zeitaufwendig. Auch die Unterschriften zu den Verträgen mit den drei Tetspielgegnern, die im März und Mai nach Wien kommen, fehlen noch.
Auch für einige Teamspieler gibt es zu Beginn des WM-Jahrs Probleme. Philipp Lienhart muss wegen einer Bauchmuskelzerrung einige Wochen pausieren, Mittwoch erwischte es sich auch Konrad Laimer (Bild) im Finish des 2:1-Auswärtssiegs von Bayern München gegen den 1. FC Köln. Er schied mit einer Wadenverletzung aus, Bayern beendete das Spie mit zehn Mann. Donnerstagmittag kam die Diagnose Muskelfaserriss, der eine Pause von zwei bis sechs Wochen erfordert. Max Wöber fehlt Werder Bremen auch Freitag gegen Eintracht Frankfurt wegen seiner Oberschenkelprobleme. Michael Gregoritsch spielte Donnerstag bei Augsburg gegen Union Berin von Beginn an bis zur 83. Minute. Als er ausgetauscht wurde, stand es 1:0. In der 92. Minute glichen die „Eisernen“ mit Leopold Querfeld und Christopher Trimmel in Unterzahl aus. Zum zweiten Mal hintereinander verhinderte der ehemalige LASK-Legionär Marin Ljubicic als Joker die Niederlage.