Fußball

Oswalds Wechsel zeigt, wie schwer es Eigengewächse bei Rapid haben

Rapids Kader wurde, wie erwartet, am Mittwoch kleiner. Der 23 jährige Moritz Oswald (Bild) wechselte auf eigenen Wunsch bis Saisonende zu Altach, weil der Mittelfeldspieler dort viel größere Chancen auf Spielpraxis hat als bei Grün-Weiß. Obwohl Trainer Peter Stöger während der Vorbereitung anmerkte, dass Oswald sehr gut unterwegs ist. Aber dann holte „Momo“, wie sie ihn bei Rapid riefen, das Verletzungspech ein. Sehneneinriss, mehrere Wochen Pause, aktuell zwar wieder im Kader, aber noch ohne Einsatz. Daran hätte sich in absehbarer Zeit vermutlich wenig geändert. Die Legionäre Romeo Amane und Marin Ndzie sind erste Wahl.  Von Sportchef Markus Katzer bekam Oswald nette Worte mit am Weg ins Ländle: „Wir halten große Stücke auf Oswald. Nun ist es für ihn am wichtigsten, dass er möglichst viel Einsatzzeit bekommt!“

Jahrelang galt die Förderung von Nachwuchsspielen als Credo bei Rapid. Das hat sich geändert. Oswald ist ein Beispiel dafür. 98 Pflichtspiele betritt er im grün-weißen Dress, davon 66 in der Bundesliga. Erstmals in der Startelf stand er zu Corona-Zeiten im Februar 2022 bei der 1:2-Heimniederlage gegen Red Bull Salzburg. Der damalige Trainer Ferdinand Feldhofer setzte ihn als offensivsten Mittelfeldspieler hinter zwei Spitzen ein. Er machte gute Figur, bekam Lob wie später auch. In Erinnerung blieb noch ein Spruch von Zoran Barisic in seiner Trainerära: „Er läuft wie ein Hund, ist schnell wie ein Pferd und kann auch noch kicken!“ Aber einem Stammplatz kam er nicht entscheidend näher. Auch nicht nach Barisic bei Robert Klauß.  Das lag sicher auch an einer Verletzungsserie von Sprunggelenk, gebrochener Mittelhand und Seiteenband im Knie.  Immer wieder wurde seine Vielseitigkeit hervorgestrichen. Außenverteidiger auf beiden Seiten kann er sein, im Mittelfeld zentral defensiv oder mehr offensiv. Es zeigt nicht wirklich von Wertschätzung, wenn man ständig hin- und hergeschoben wird, keine fixe Position bekommt. Darum klingen die Worte von Altachs Sportchef Philipp Netzer für Oswald fast gefährlich, weil er unterstrich, Oswald werde helfen, weil man ihn sowohl als Rechtsverteidiger oder als Ersatz für den verletzten Vesel Demaku, der noch länger fehlen wird, im zentralen Mittelfeld bringen kann.

Bei Oswalds Debüt gab es bei Rapid mit Niklas Hedl, Routinier Max Hofmann, Martin Moormann, Leopold Querfeld, Nikolas Sattlberger und ihm mehrere Eigengewächse im Kader. Von denen blieb nur Hedl übrig. Hofmann spielt in Debrecen, Moormann bei Blau Weiß Linz, Querfeld zog die Ausstiegskausel, um zu Union Berlin wechseln zu können, Sattlberger wechselte ein Jahr vor Vertragsende lieber nach Belgien zu Genk, wo der Kapitän von Österreichs U 21 zuletzt zwischen Startelf und Ersatzbank pendelte. Ihm wurde bei Rapid gedroht, nicht mehr eingesetzt zu werden, wenn er den Vertrag nicht verlängert. Beim Sprung an die Tabellenspitze begann Rapid am Sonntag mit zehn Legionären als Feldspieler. Das könnte zur grün-weißen Normalität werden.

Meister Sturm Graz holte einen Tag nach dem Ende der Anmeldefrist für die Europa League mit dem 25 jährigen Deutsch-Polen Denis Jastrzemski einen Flügelspieler. Er galt einmal als sehr talentiert, setzte ich aber weder bei Hertha BSC Berlin, Paderborn, Slask Breslau und zuletzt bei Zweitligist Fortuna Düsseldorf durch. Darum bekam ihn Sturm trotz laufendem Vertrag ablösefrei. Jastrzemski ist vorerst für die zweite Mannschaft in der zweiten Liga vorgesehen, muss dort aufzeigen. Überraschung  bei Red Bull Salzburg: Mittelfeldspeler Lucas Gourna-Duath, im Frühjahr an AS Roma verliehen, steht nach dem gescheiterten Wechsel zu OGC Nizza auf der Spielerliste für die Europa League. Ebenso der rekonvaleszente Torjäger Karim Konate.

Foto: Gepa/Admira.

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