Fußball

Personal News aus Hütteldorf: Karl Schlögl for President?

Vertreter der European Club Association, der Vereinigung der Spitzenklubs, zu Gast in Wien: Montag Nachmittag besuchten unter anderem Manchester United, Arsenal, der grün-weiße Europa League-Gegner Inter Mailand oder Benfica Lissabon das Allianz-Stadion von Rapid, ließen sich von Rapids Finanzdirektor Raphael Landthaler, der in der ECA an der umstrittenen Reform mit der Einführung einer zweiten Europa Liga ab 2021 mitgearbeitet hatte, einiges in Zusammenhang mit dem Stadionprojekt erklären. Dienstag und Mittwoch waren auch Manchester City, Bayern München und Juventus dabei, als die Austria in den VIP-Räumlichkeiten der neuen Generali-Arena als Gastgeber des neuen Club Management Programms fungierte. Die Themen hießen Marketing und Controlling. Austrias AG-Vorstand Markus Kraetschmer fasste dies als Auszeichnung für Violett und als weiteren Schritt in Richtung Internationalisierung auf.

Aus Hütteldorf gibt es auch Personalnews. Noch kein neuer Offensivspieler, aber eine neue Direktion für Infrastruktur, Recht, Personal und Sicherheit. Deren Chef der 45jährige Wiener Bernd Kreuzinger ist. Der damit irgendwie auf den ehemaligen Stadionchef Harry Gartler folgt, der nach Linz zum LASK wechselte, um das Projekt des Stadionneubaus zu leiten. Kreuzingers rechte Hand und für den Bereich Recht zuständig wird Jurist Klaus-Peter Aumayr, der von Blau-Weiß-Linz kommt. Das wird noch keinen vom Sitz reißen. Interessanter ist da schon eine andere Neuigkeit, die aber nicht offiziell ist, die man sich nur hinter den grün.weißen Kulissen erzählt. In Sachen Nachfolge von Präsident Michael Krammer im nächsten November deutet derzeit am meisten auf den 63jährigen Ex-Minister Karl Schlögl hin, der letzten Oktober nach 40 Jahren in der Politik für die SPÖ als Bürgermeister von Purkersdorf, der bei einer Wiederwahl 63,5 Prozent der Stimmen bekam, zurücktrat, in Pension ging.  Seit er in seiner Jugend kurz für Rapid spielte, schlägt sein Herz für Grün-Weiß. 1995 hatte ihn der damalige Kanzler Franz Vranitzky als Staatssekretär in die Regierung geholt, von 1997 bis 2000 war er in der schwierigen Zeit der Briefbombenattentate Innenminister. Danach kehrte er wieder nach Purkersdorf zurück.

In den Neunzigerjahren hatte er sich mitunter zu Wort gemeldet, immer den Zusammenhalt als größte Rapid-Stärke eingemahnt. Schlögl ist auch einer, der Spaß versteht. Trainer Ernst Dokupil und Assistent Herbert Feurer hatten ihm in der Saison, in der Rapid Meister wurde und ins Europacupfinale kam, den Wunsch erfüllt, einmal bei Rapid mittrainieren zu dürfen. Schlögl brachte den damaligen Finanz-Staatssekretär Johannes Ditz, auch bekennender Rapid-Fan mit. Als beide während der Aufwärmrunde plauderten, wies sie Feurer mit der Bemerkung „reden könnt´s im Parlament, nicht hier“ zurecht. Nach dem Training Small Talk mit den Spielern, dann wieder zu politischen Terminen. Schlögl musste in Hadersdorf vor 200 Leuten das Hauptreferat halten. Bald wurde es ihm sehr heiß – vor allem im Bereich des Hemdkragens und der Unterhose. Je länger Schlögl redete, desto brennender wurde das. Nach dem Referat stürmte er die Toilette, erledigte  sich der Unterhose und des Hemdes. Er entdeckte, dass irgendjemand auf die Hose und den Kragen eine durchblutende Salbe, die stark brennt, geschmiert hatte. Er fuhr nach Hause, zog sich komplett um. Trotzdem brannte es noch Stunden. Da rief er Ditz am Handy an: „Brennt´s bei dir auch?“ Der konnte nur bejahen. Auch er war bereits am Heimweg. Bald stellte sich heraus, dass der jetzige Trainer Didi Kühbauer als „Chef“ der Daltons, zu denen auch Zoran Barisic, Stefan Marasek und Sergej Mandreko gehörten, alle Neuzugänge mit einer „Finalgon-Kur“ begrüßte. Finalgon hieß und heißt die Salbe. Für die Politiker gab es keine Ausnahme. Sie nahmen es zur Kenntnis.

Das liegt Jahrzehnte zurück. In der Gegenwart wäre Schlögl eine Persönlichkeit als Präsident, gegen den man nichts sagen kann, der den Job mit viel Elan angehen würde,weil er ihn als Ehre und Auszeichnung betrachten würde. Zeit genug hätte er ja ohne politisches Amt. Kritische Stimmen könnte es nur von denen geben, die prinzipiell der Meinung sind, dass ehemalige Politiker nicht als Klubpräsidenten fungieren sollten. Aber bewies nicht der jetzige grün-weiße Ehrenpräsident Rudi Edlinger in seiner Ära auf dem grün-weißen Chefsessel das Gegenteil? Es gab schwierige Zeiten, aber auch die letzten zwei Meistertitel, die Qualifikation für die Champions League, den Beschluss zum Stadionneubau. Man kann Schlögl zutrauen, aus den verbesserten Möglichkeiten, die Rapid mit dem neuen Stadion bietet, einiges herauszuholen. Aber es wird noch viel Wasser die Donau hinunter fließen, bis es dazu offizielle Personalnews aus Hütteldorf geben wird.

Foto: Wikimedia .

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