Fußball

Rangnicks Plan ging auf: Beste Leistung seit zwei Jahren bei 3:1

Das zweite 3:1 für Österreichs Fußballteam zum Start in die Nations League B. Aber die Leistung beim 3:1 (2:0) gegen Kosovo war Sonntag vor 47.000 Zuschauern im Happel-Stadion war viel besser als drei Tage zuvor beim 3:1 gegen Israel in Linz, der Sieg daher auch um einiges souveräner. Wahrscheinlich sogar die beste seit zwei Jahren, seit der 5:1-Gala gegen Norwegen am 13. Oktober 2024 in Linz. Danach verspielte Österreich noch den Aufstieg, das sollte diesmal nicht passieren. Der Start in die Nations League war heuer entscheidend besser als vor zwei Jahren. Damals nach den ersten zwei Spielen nur ein Punkt, diesmal ist es das Punktemaximum aus zwei Heimpartien. 2024 waren es zwei Auswärtsspiele in Slowenien und Norwegen.

Es kam unerwartet, dass Rangnick die Startelf gegenüber Donnerstag an sechs Positionen veränderte. Nicht nur ein Debütant im Tor, da fiel die Wahl eher überraschend auf den 19-jährigen Christian Zwwieschitzky von Red Bull Salzburg, sondern auch als rechter Verteidiger. Nämlich Salzburg-Kapitän Nikolas Veratschnig. Im Abwehrzentrum begann  David Affengruber statt Philipp Lienhart, dem Innenverteidiger, der gegen Israel am meisten für den Spielaufbau tat, als Linksverteidiger feierte Max Wöber ein Comeback weil Philipp Mwene der Oberschenkel „zwickte“. In der Offensive kamen neu Paul Wanner und Junior Adamu statt Marco Grüll und dem verletzten Michael Gregoritsch in die ersten elf. Adamu, weil Sasa Kalajdzic auf eigenen Wunsch auf der Bank begann. Die Jokerrolle ist ihm noch lieber. Somit absolvierten nur zwei beide Nations League-Partien über die volle Distanz: Kevin Danso und Xaver Schlager.

Es wäre sicher alles schwerer gefallen, hätte Kosovos Kapitän Vedat Muriqi nach sechs Minuten die erste Topchance im Spiel genützt. So bekam Österreichs „New Look“ bald alles in den Griff. Speziell an der Führung von David Affengruber per Kopf nach einem Freistoß von Romano Schmid in der 23. Minute. Darüber konnte sich Rangnicks neuer Assistent Maximilian Ritscher freuen: Bereits im zweiten Spiel, in dem er für die Standards zuständig war, fiel ein Tor nach einem Freistoß. Es war das erste Tor von Affengruber in seinem zweiten Länderspiel. Premierentreffer sind derzeit in: Mwenes Führung zum 2:1 gegen Israel war sein erstes Tor im Teamdress. Gestern Affengruber und auch Adamu. Der erstmals in seinem zehnten Länderspiel traf. Zum 2:0 in der letzten Aktion vor dem Pausenpfiff. Ein Konter wie aus dem Lehrbuch – zur Freude von Rangnick und zum Ärger von Kosovos Teamchef Franco Foda: Kapitän  Schlager, deutlich besser als am Donnerstag, marschierte vom eigenen Strafraum durch das Mittelfeld, setzte den schnellen Patrick Wimmer perfekt ein, der den frei stehenden Adamu nicht übersah. Der vollendete. Es gab schon davor Chancen auf das 2:0, die ungenutzt blieben.

In der zweiten Hälfte verhinderte der überzeugende Zawieschitzky, der jüngste österreichische Teamtormann seit 81 Jahren, seit dem legendären Walter Zeman, das Anschlusstor von Muriqi, ehe Joker Carney Chukwuemeka, gerade drei Minuten im Spiel, nach Vorarbeit von Wanner für das 3:0 sorgte. Unter Mithilfe von Tormann Arijanet Music, der später verletzt ausschied. „Österreich war beim Umschalten überzeugend, richtig gut“ gab Foda zu. Rangnick zeigte sich mit dem „Energielevel“ sehr zufrieden: „Es hat so richtig gescheppert!“ Sein Plan ging auf. In den letzten 27 Minuten kam auch der 18-jährige Austraienr Vasilje Markovic zum Teamdebüt. Der einzige „Schönheitsfehler“ war im Finish ein Elfmeter nach einer Attacke von Affengruber, den der zur zweiten Hälfte eingewechselte Juventus-Legionär Edon Zhegrova zum 3:1 verwandelte. Das Ehrentor feierten mehr als 10.000 Kosovo-Fans stürmisch. Die „immer wieder Österreich“-Sprechchöre aus der rot-weiß-roten Fankurve waren laut, bei Neil Diamonds „Sweeet Caroline“ war nach Schlusspfiff die Stimmung bestens.

Donnerstag in Dublin wird es wieder Umstellungen geben. Da ist so gut wie fix. Irland bezwang Sonntagabend in Debrecen Israel 3:0 (3:0) Zwischen der 13. und 25. Minute fielen alle drei Tore. Durch Betis Sevilla-Legionär Troy Parrott, Swansea-Stürmer Adam Idah und Cardiff-Mittelfeldspieler Jack Moylan. In Österreich ist die Stimmung bestens, beim Nachbarn Deutschland hingegen im Keller: Die Heimpremiere des „Teamchefmessias“ Jürgen Klopp brachte in Augsburg mit 0:1 (0:0) die erste Niederlage gegen Griechenland überhaupt. Damit ist Klopp nach zwei Spielen ohne Sieg. 1:1 gegen Holland und 0:1 gegen Griechenland. Der Überraschungs-Europameister von 2004 war bei der WM nicht dabei.

Foto: Yigit Oerme.

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