13 Tore erzielte Rapid in den ersten drei Qualifikationsspielen für die Conference League. Mittwoch waren es nur zwei. Also die wenigsten bisher. Rapid erfüllt vor 13.705 Zuschauern mit dem 2:0 (1:0) gegen Paide die Pflicht, nicht mehr. Mit einem Gesamtscore von 6:1 kam Grün-Weiß in die Play-offs. Aber überzeugend war die Leistung bei Gott nicht. Das lag auch an der Rotation von Trainer Hoff Thorup: Neun Änderungen in der Startelf gegenüber dem 2:1 in Ried, nur Tormann Niklas Hedl und Innenverteidiger Jakob Schöller blieben drinnen. 62 Minuten ohne Mittelstürmer zu agieren war wirklich keine herausragende Idee von Thorup. Bei den vielen Flanken wäre ein kopfballstarker Spieler wie Ercan Kara oder Tonni Adamsen nützlich gewesen. Die Variante mit Marco Tilio (Bild9) und dem wieder einmal diskreten, unauffälligen Rekordkauf Tobias Gulliksen, die sich als „hängender Mittelstürmer“ abwechselten, bewährte sich nicht, kann für den Ernstfall kein Thema mehr sein.
Kara, Bendegüz Bolla, Yusuf Demir und Jannes Horn bekamen überhaupt eine Pause verordnet, Adamsen, Petter Dahl und Nico Bajlicz spielten 30 Minuten, Serge-Philippe Raux Yao 18, Kapitän Matthias Seidl acht. Der Einzige, der in Ried und gegen Paide durchspielte, war Hedl, der bei der einzigen torgefährlichen Situation der Esten den Ausgleich zum 1:1 verhinderte. Bei beiden Toren Rapids spielte der ukrainische VAR Oleksi Drevinskyi eine entscheidende Rolle: Zunächst zeigte der Linienrichter eine Abseitsstellung von Nikolaus Wurmbrand an, der die Führung von Tilio nach 38 Minuten sehr gut vorbereitete. Der VAR erkannte, dass Wurmbrand nicht aus Abseitsposition gestartet war. Vor dem 2:0 gab Referee Denys Shurman nach Foul an Wurmbrand Freistoß, der VAR sah, dass dies schon auf der Strafraumlinie passierte, daher Elfmeter, den Louis Schaub nach 82 Minuten verwandelte. Kein Zufall, dass Wurmbrand an beiden Toren entscheidend beteiligt war. Das sah auch der künftige neue technische Direktor Wolfgang Fiala, der in Begleitung des Präsidiumsmitglieds Stefan Singer kam. Wer vermutet, dass letzte Details über Fialas Wechsel von Ried nach Hütteldorf besprochen wurden, dürfte nicht falsch liegen.
Auch wenn die bisherigen Ergebnisse von Hearts (0:4 und 0:2 gegen Sturm Graz, 1:6 gegen Benfica Lissabon) dagegen sprechen: Rapid wird nächsten Donnerstag in Edinburgh mehr zeigen müssen, um die Chancen auf die Ligaphase zu wahren. Das werden „österreichische Tage“ in Schottland: Mittwoch Celtic Glasgow gegen LASK um die Champions League, einen Tag später Rapid in Edinburgh.
Foto: Yigit Örme.