Fußball

Rapid kämpft um seinen Kapitän: Protest gegen Sperre von Seidl

Nur um die bestmögliche Platzierung, nicht um den Titel, geht es am Sonntag im 350. Wiener Derby. Rapid hat zwar wieder Abwehrchef Nenad Cvetkovic zur Verfügung, muss es aber ohne den gesperrten Kapitän Matthias Seidl probieren. Die korrekte rote Karte in der Nachspielzeit gegen den LASK beendete für ihn die Saison – außer der Protest, den Rapid gegen die Sperre von zwei Spielen einlegt, hat Erfolg. Die Begründung von Rapid ist nachvollziehbar: Es war der erste Ausschluss in der Karriere des Salzburgers, in 94 Bundesligaspielen bei Rapid bekam er nur sieben gelbe Karten, in dieser Saison drei. Trainer Hoff Thorup weiß, wie schwer es sein wird, Seidl gleichwertig zu ersetzen – das will er sich in der letzten Runde bei Sturm Graz ersparen. Louis Schaub könnte Sonntag erstmals nach Knieoperation zum Kader gehören. Die Austria verlor in dieser Saison noch kein Derby, gewann in Hütteldorf 3:1, daheim 2:0. Zuletzt rettete Ercan Karas Kopftor Rapid ein glückliches 1:1. Die violette Devise nannte Torgäer Johannes Eggestein: „Die weiße Weste verteidigen!“

Fix ist , dass Rapid den Vertrag mit einem der Fehleinkäufe, Tobias Borkeeit, nicht verlängert. Das weiß der Norweger, der zuletzt von Thorup eigei Male als Joker eingesetzt wurde, seit drei Wochen. Um Simon Seidl, den jüngeren Bruder des Rapid-Kapitäns, gibt es Meldungen von einem sich anbahnenden Transfer. Noch-Meister Sturm Graz hat Interesse an dem Offensivspieler, der beim Schlusslicht Blau-Weiß Linz mehrmals sein Können bewies. Sein Vertrag mit Blau Weiß läuft bis 2027. Das abenteuerlichste Transfergerücht kommt aus Italien:  Laut „Corriere dello Sport“ bemüht sich Red Bull Salzburg um Österreichs Teamkapitän David Alaba, dessen Zeit bei Real Madrid nach fünf Jahren beendet ist. Sportlich würde das durchaus Sinn machen, Alaba könnte die Nähe zu seinem Haus in München reizen. Aber finanziell müsste Salzburg dann sehr tief in die Tasche greifen, obwohl Alaba ablösefrei zu haben ist.

Bei der Wahl zum Fußballer und Trainer der Saison gingen die Wiener Klubs leer aus. Spieler des Jahres wurde zum dritten Mal hintereinander der Georgier Otar Kiteishvili von Sturm Graz. Das schaffte vor ihm nur die Sturm-Legende Ivica Vastić.  Auf Platz zwei und drei landeten Sasa Kalajdzic und LASK-Kapitän Sascha Horvath. Trainer des Jahres wurde wiederum Didi Kühbauer. So wie letzte Saison mit Wolfsberg, diesmal mit dem LASK. Platz zwei belegte Astrias Stephan Helm vor Manfred Schmid (Hartberg).

Foto: Yigit Oerme.

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