Fußball

Rapid muss nach Gent: Ein grün-weißer Spion war schon dort

Der Wunsch nach einem Heimspiel erfüllte sich Montag Mittag in Nyon weder für Didi Kühbauer noch für Markus Schopp: Rapid muss am 15. oder 16.September in der leeren Ghelamico Arena von Gent, der zweitgrößten Stadt Belgiens nach Antwerpen, gegen den derzeitigen 14. der belgischen Eerste Klasse A um den Aufstieg ins Play-off der Qualifikation für die Champions League kämpfen. Heimvofrteil hat Ex-Rapid-Kapitän Stefan Schwab mit Paok Saloniki. Allerdings gegen Benfica Lissabon, den schwerst möglichen Gegner. Hartberg müsste am 17. September in Polen bei Piast Gliwice, dem Fünften der letzten Saison gewinnen, um die dritte Runde der Qualifikation zur Europa League zu schaffen. Nach zwei Runden hat die Mannschaft aus Schlesien noch keinen Punkt, verlor am Wochnende daheim gegen Pogon Stettin durch ein Tor des Ex-Austrianers Alex Gorgon 0:1.

„Wir waren sicher der Wunschgegner für Benfica, Dynamo Kiew und auch Gent“, behauptete Rapids Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic, „aber in einem Spiel ist immer alles möglich. Wir haben nichts zu verlieren, können locker drauf los spielen!“ Kapitän Dejan Ljubicic (Bild oben) & Co haben diesmal anders als beim 1:0 über Lok Zagreb keinen Druck. Gent gilt als Vizemeister Belgiens, war im März beim Abbruch der Saison wegen Corona 15 Punkte hinter dem FC Brügge Zweiter. In dieser Saison lief es noch nicht so gut: Nur ein Sieg in vier Runden! Es begann mit 1:2-Niederlagen gegen St. Truiden und Kortrijk, danach musste der dänische Trainer Jess Thorup gehen. Als Nachfolger kam der 67 jährige Rumäne Laszlo Bolöni, zuvor drei Jahre lang bei Antwerpen. Er begann mit einem 0:1 bei seinem Ex-Klub, letzten Samstag gab es mit 1:0 gegen Mechelen den ersten Sieg. Den bereits ein Rapid-Spion beobachtete. Da plante Barisic mit Weitsicht: „Unvorbereitet sind wir schon jetzt nicht!“ Das Goldtor erzielte mit Elfenbeinküste-Stürmer Anderson Niangbo einer, der im Herbst 2019 noch mit Wolfsberg im Hütteldorfer Allianz-Stadion  beim 1:1 gegen Rapid gespielt hatte. Als Leihgabe von Meister Red Bull Salzburg. Der holte ihn im Jänner zurück, verkaufte ihn für vier Millionen nach Gent.

60 Kilometer ist Gent von Belgiens Hauptstadt Brüssel entfernt. Wer immer der  Rapid-Spion war, er sah Samstag nur zwei Belgier, Tormann Davy Roet und Mittelfeldspieler Sven Kums, in der Startelf. Beide haben eine Anderlecht-Vergangenheit. Ansonst begannen nur Legionäre. Aus Kamerun Innenverteidiger Michael Ngadeu, aus Angola Linksverteidiger Nuno Fortuna, aus der Ukraine Abwehrchef Igor Plastun und Stürmerstar Roman Yaremchuk (früher Dynamo Kiew), im Mittelfeld der in Frankreich ausgebildete Ghanaer Elisha Owusu und der Georgier Giorgi Chakveladze, im Angriff der vom deutschen Zweitligisten Heidenheim gekommene Stürmer Tim Kleindienst. Eingewechselt wurden mit Jordan Bakala ein im Kongo geborener Abwehrspieler, der ukrainische Stürmer Roman Bezus und der ehemalige Bayern-Nachwuchsspieler Niklas Dorsch, ebenfalls im Juli von Heidenheim geholt.

Keine Rolle spielt der im Somemr 2018 von Rapid zu Gent gewechselte georgische Stürmer Giorgi Kvilitaia. So wie in Hütteldorfer war er auch in Ostflandern oft verletzt. Nur sieben Tore in 46 Spielen. In der ersten Runde sass Kvilitaia noch auf der Bank, danach nicht einmal mehr dort. Die umgebaute Mannschaft (13 Neuerwerbungen, sechs Abgänge) scheint nicht so gut wie die der letzten Saison zu sein, von der mit dem schwedischen Teamspieler Michael Lustig (zu AIK Stockholm) und dem kanadischen Stürmer Jonatahan David (zu Lille) zwei Stützen verloren gingen.  Die in der Europa League ohne Niederlage Gruppensieger vor Oliver Glasners Vfl Wolfsburg war, gegen St.Etienne 3:2 und 0:0 spielte, gegen Oleksandriya aus der Ukraine 1:1 und 2:1, gegen Wolfsburg nach einem 2:2 auswärts 3:1 gewann. In der k.o.-Phase scheiterte Gent an AS Roma – 0:1 im Olympiastadion, daheim 1:1.

Bereits Dienstag Mittag wird in Nyon das Play-off zur Champions League ausgelost, Ebenso die dritte Runde der Europa League-Qualifikation, Also erfahren Red Bull Salzburg und der LASK ihre möglichen Gegner. Salzburg ist gesetzt. Da sind die Sieger aus Ferencvaros Budapest – Dinamo Zagreb,  Karabach Agdam (Aserbaidschan)-Molde, Omonia Nikosia – Roter Stern Belgrad,  Midtylland -Young Boys Bern,  Maccabi Tel Aviv – Dinamo Brest, Paok Saloniki – Benfica Lissabon und Alkmaar – Dynamo Kiew die möglichen Hürden. Salzburg verkaufte Montag wieder einen Stürmer nach Belgien: Diesmal den Bosnier Smail Prevljak zum AS Eupen. An den von der Aspire-Academy in Katar unterstützen Klub war Prelvjak bereits im Frühjahr verliehen gewesen.

Foto: Wien Energie/Gepa.

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