Fußball

Vor 31 Jahren traf Jan Age Fjörtoft gegen Österreich in Oslo

Vor 31 Jahren gastierte Österreichs Fußballteam zum letzten Mal im Ullevi-Stadion von Oslo, verlor dort 1:4 (0:2). Seither gab es nur ein Duell zwischen Österreich und Norwegen. Am 20. November 2002 das 100. Länderspiel von Andi Herzog im Hütteldorf Hanappi-Stadion, zugleich das Abschiedsspiel für den aktuellen ÖFB-Sportdirektor und interimistischen U 21-Teamchef, Peter Schöttel. Die Norwegen siegten damals mit dem nunmehrigen Manchester United-Trainer Ole Gunnar Solskjaer 1:0. Österreichs letzte Siege gegen Norwegen liegen schon lange zurück, gelangen in der Qualifikation für die Europameisterschaft 1980. Am 20.August 1978 das erste Spiel nach der WM in Argentinien unter dem neuen Teamchef Karl Stotz 2:0 in Oslo, ein Jahr später im Wiener Stadion 4:0.

Bei Norwegens 4:1 am 19.Mai 1989 erzielt einer das 2:0, den Rapid zwei Monate später als neuen Torjäger präsentierte: Der damals 22 jährige Jan Age Fjörtoft. Heute spricht er von seinem vielleicht wichtigsten Länderspieltor, weil das der Startschuss zur internationalen Karriere wurde. Die ihn nach vier Rapid-Jahren nach England (Swindon, Middlesbrough, Sheffield United, Barnsley) und in die deutsche Bundesliga (Eintracht Frankfurt) führte. Am Ende standen 71 Länderspiele, darunter drei bei der WM 1994 in den USA gegen Mexiko,Italien und Irland. Als er österreichische Journalisten auf einem Trainingsplatz in New York standesgemäß begrüsste, indem er „Wien, Wien, nur du allein“ sang.

31 Jahr nach seinem Tor gegen Österreich ist Fjörtoft Berater bei Norwegens Verband, TV-Analytiker für einen norwegischen Sportsender und bei „Sky“. Das ist seit seinem Auftritt im Münchener Studio bei Bayerns 3:0 gegen Lyon im Semifinale der Champions League wegen Corona sozusagen auf Eis gelegt. Weil er wegen der strengen Regeln in Norwegen bei der Rückkehr aus Deutschland in Quarantäne müsste. Das Duell gegen Österreich darf er wegen Covid 19 ebenso wie die anderen Berater des norwegischen Verbands nur auf einer Großleinwand, die 75 Meter vom Spielfeld entfernt aufgebaut wurde, sehen, nicht von der Tribüne aus. Seine Prognose zum Start in die Nations League am Freitag Abend: „Es wird ein enges Spiel. Österreich hat so viele starke Legionäre wie zuvor nie zur Verfügung, bei uns wächst eine starke  Generation heran!“

20 Legionäre aus Deutschland, England, Schottland, Frankreich, der Türkei, Italien, Holland, Dänemark und Russland stehen im Kader. Fjörtoft sieht vier herausragende Spieler: In der Abwehr den 22 jährigen Kristoffer Ajer von Celtic Glasgow, der beim schottischen Meister defensiv wenig  gefordert wird: „Mein Sohn Markus spielt bei Hamilton, der bekommt als Innenverteidiger viel mehr Arbeit!“, versichert Fjörtoft. Im Mittelfeld entwickelt such der 22 jährige Sander Berge von Sheffield zur Zentralfigur, vorne überstrahlt Erling Haaland, der Torjäger mit Salzburg-Vergangenheit trotz seiner erst 20 Jahre für Fjörtoft bereits alles: „Er hat sich am besten entwickelt, wird Salzburg dafür ewig dankbar sein, weiß, wir wichtig das für ihn war!“ Der vierte wäre das 21 jährige ehemalige Wunderkind Martin Ödegaard, den Spaniens Meister Real Madrid nach einer starken Saison bei Real Sociedad zurückholte. Er wird Freitag  wegen einer Knieverletzung fehlen.

Wenn Österreichs Teamkapitän Julian Baumgartlinger, Aleksandar Dragovic, Martin Hinteregger, Marcel Sabitzer und Stefan Ilsanker Freitag Norwegens Teamchef sehen, bedeutet das die Erinnerung an den 22.Juni 2016, einen schwarzen Tag ihrer Karriere: Der 71 jährige Schwede Lars Lagerbäck hatte damals mit Island Österreich im Stade de France von Paris mit 2:1 aus der  Europameisterschaft geworfen. Ein Jahr später begann er den Job in Norwegen, verlängerte den Vertrag inzwischen bis 2022. Fjörtoft: „Er passt perfekt zu unserem Spielstil und unserer Mentalität!“ Ob das Österreich ähnlich wie in Paris auch in Oslo zu spüren bekommen wird?

Foto: Sky.

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