Seit der Eröffnung des Allianz-Stadions vor neun Jahren hängt am Tribünendach des Fansektors ein Transparent mit der Aufschrift Weststadion. Die organisierte Fanszene bestand darauf, ihren Protest gegen den Verkauf des Stadionnamens an den Sponsor zeigen zu dürfen. Wie es jetzt ankommen wird, dass die neue Wirtschafts-Geschäftsführerin von diesem Sponsor kommt? Vielleicht werden einige Fans Grün-Weiß sogar Rapid als eine Art Allianz-Werksklub empfinden. Jedenfalls war es eigenartig, dass Rapid das Engagement der 39 jährigen Daniela Bauer einen Tag vor Österreichs Start in die WM-Qualifikation bekannt gab. Auch weil sie ihre Tätigkeit erst in zweieinhalb Monaten mit 1. September aufnimmt. Die Niederösterreicherin, die früher im Skispor aktiv war, im Freestyle-Weltcup an den Start ging, ist bei der Allianz noch für den Sponsoring-Bereich zuständig, auch für die Zusammenarbeit mit Bayern München. In München gibt es die Allianz-Arena, in Hütteldorf das Allianz-Stadion. Für Rapids Präsident Alexander Wrabetz war wichtig, dass Bauer weit über Österreich hinaus in der Welt der Sportvermarktung als bestens vernetzt gilt. Rapid hat mit Waltraud Hanappi-Egger eine Vizepräsidentin und jetzt erstmals auch eine Frau, die über die Finanzen wacht, ihr Hauptaugenmerk auf Marketing und Sales legen soll.
In Sachen Kaderplanung gibt es bei Rapid nichts zu vermelden, bei Cupsieger Wolfsberg hingegen schon: Zwei Neuerwerbungen aus Oberösterreich. Von Aufsteiger Ried den 22 jährigen Rechtsverteidiger Fabian Wohlmuth, der 500.000 Euro Ablöse kostete und den in die Emirate gewechselten Adis Jasic ersetzen soll, vom LASK den ein Jahr jüngeren Marco Sulzner der entweder als defensiver Mittelfeldspieler oder Innenverteidiger einsetzbar ist. Beide haben „Verbindungen“ zu Trainer Didi Kühbauer: Sowohl Wohmuth als auch er sind Burgenländer, Sulzner kennt Kühbauer noch aus dessen Zeit als Trainer des LASK. Dort hatte man nicht großes Vertrauen in Sulzner: 2021/22 war er an die Vienna verliehen, 2022/23 an Amstetten, beim LASK kam er öfters bei den Amateuren in der Regionalliga als in der Bundesliga zum Zug. Da gab es für ihn nur elf Einsätze, davon sieben in der letzten Saison, drei von Beginn an. Sulzner kam ablösefrei zum „Wolfsrudel“ ins Lavanttal. Was Wohlmuth und Sulzner verbindet: Beide sind ehemalige U 21-Teamspieler, beide vertrauen auf Max Hagmayr als Berater. So wie offenbar auch Wolfsbergs sportliche Chefetage. Sonst wären nicht zwei „Hagmayr-Spieler“ engagiert worden.
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