Fußball

Rapids Angst um Schaub: Die Hoffnung heißt Nazarov

Ein Last Minute-Kopfball von Heimkehrer Andre Ramalho sorgte für ein 2:1 (1:1) des wenig üebrzeugenden Meisters Red Bull Salzburg  gegen Admira und damit für den Sprung an die Spitze zum Auftakt der Frühjahrssaison. Aber dafür hätte auch schon ein 1:1 erreicht. Denn Winterkönig Sturm Graz verlor wie seit 2013 immer das erste Punktespiel im neuen Jahr. Das Debüt von Heiko Vogel auf der Trainerbank endete mit einem 0:1 (0:1) in Mattersburg: „Wir begingen  zu viele einfache Fehler. Mir ist klar, dass ein Prozess mit Umstellung auf mehr Ballbesitz Zeit dauert. Also machen wir normal weiter“, sagte der Deutsche nachher in die Sky-Kameras. Zum Abschluss der Runde folgt der Höhepunkt: Das 292. Wiener Derby in der  Bundesliga, insgesamt das 325. Für Rapid und Austria wird es Sonntag ab 16.30 Uhr richtungsweisend. Rapid braucht schon aus Imagegründen im vierten Anlauf endlich den ersten Derbysieg im Allianz-Stadion, ist sich dies auch selbst schuldig, wie Trainer Goran Djuricin völlig richtig feststellte. Die Austria müsste bei derzeit acht Punkten Rückstand auf den grün-weißen Erzrivalen ohne den vierten Derby-Auswärtssieg in der Trainerära von Thorsten Fink wohl die Hoffnungen auf Platz drei schon begraben, sich in den letzten 15 Runden auf den Kampf um Rang vier konzentrieren. Rapid geht mit neuer Energie in die Frühjahrssaison, präsentierte einen neuen Energy-Drink names Silberpfeil als Werbepartner. Was zu hämischen Kommentaren aus dem Salzburger Lager mit dem Energy Drink-Original Red Bull führte. Unter der Devise eine Kopie ist normal immer schlechter.

Künftig die Rapid-Spieler als Silberpfeile in Grün-Weiß? Die neue Energie sollte sich nicht auf den Drink beschränken.  Silberpfeile war der volkstümliche Ausdruck für die deutschen Grand Prix-Rennwagen vor dem zweiten Weltkrieg, der seit den 50erJahren wieder aktuell ist. Speziell in der derzeitigen Formel 1-Erfolgsära von Mercedes. Eine annähernd ähnliche Bilanz in der Bundesliga würde Österreichs Rekordmeister nach durchwachsenen eineinhalb Saisonen sehr gut tun: „Wir werden schwerer auszurechnen sein“, versprach Kapitän Stefan Schwab neue taktische Varianten, gab die Devise aus: „Gemeinsam auftreten, füreinander kämpfen.“ Im Februar hat Rapid inklusive Schlager gegen Winterkönig Sturm und Cupviertelfinale gegen Ried vier Heimspiele.

Mit Schwab und Austrias Kapitän Raphael Holzhauser schütteln sich vor dem Anpfiff die Spieler die Hände, über die im letzten Herbst medial am meisten berichtet wurde. Holzhauser kam auf 2365 Beiträge, Schwab auf 1805. Wobei der sich nie auf provokante Wortmeldungen wie sein violetter Gegenpart samt Götz-Zitat vor den TV-Kameras nach dem Sieg in Wolfsberg einläßt. Holzhauser wird seine Spitzenposition aber sicher als Beweis dafür sehen, dass nur Typen mit Ecken und Kanten wie er interessant sind. Bei den Trainern kam Fink hinter Franco Foda auf Platz zwei, Djuricin schaffte es nicht unter die ersten drei. Schwab sieht Rapid auf Grund der zwei Auswärtssiege über Austria mit den entscheidenden Toren von Philipp Schobesberger im Herbst als leichten Favorit. Aber nicht vergessen: Da hatte Rapid auch etwas Glück mit  Schiedsrichterentscheidungen, übersehenen Handselfern. Sonntag pfeift der Steirer Rene Eisner erstmals in dieser Saison ein Derby.

Bei Rapid geht etwas die Angst um, die mit Absicht nicht beredet wird. Die Angst um Louis Schaub, dass sich seine langwierige Leistenverletzung zu einer Schambeinentzündung entwickelt. Das wäre dann schmerzhaft und langwierig, kann zu einer Pause von einem halben Jahr und länger führen. Weil dann nur Ruhe hilft. Die Schmerzen treten an einer Stelle auf, an der viele Muskeln zusammenlaufen, an der bei Spielern, die viele schnelle Richtungswechsel vornehmen wie Schaub bei seinen Dribblings, hohe Belastungen auftreten. Darum setzte Rapid bei den Vorbereitungsspielen Schaub nur im letzten ein und das nur über 45 Minuten. Im Derby zählt er zur Startelf. Rapids Hoffnung bei Schaub trägt den Namen Nazarov. Das ist die nach dem russischen Arzt Wladimir Nazarov benannte Behandlungsmethode mit biomechanischer Muskelstimulation. Dafür gibt es entsprechende Apparate. Einen schickte Rapids Arzt Benno Zifko Schaub sogar nach Spanien ins Trainingslager.

Ein ehemaliger Mitspieler von Schaub wird im Derby zu einem Rekordler: Austrias Wintererwerb Stefan Stangl. Mit dem Bundesligadebüt für Violett spielte er damit für Sturm Graz, Rapid, Meister Red Bull Salzburg und Austria. Das schaffte vor ihm nur Martin Hiden, wie Stangl ein Steirer. In Zeiten, als Austria Salzburg in der Bundesliga spielte. Der Innenverteidiger war Meister mit Rapid und Austria, das wird Nachfolger Stangl nicht schaffen.

Die höchsten Quoten bei den tipp 3-Resultatwetten gibt es für ein 3:0 von Austria (50,00) und ein 3:3 (45,00).  Ein weit niedrigere (8,00) auf ein 3:0 der Heimmannschaft. Rapid traf bei den letzten 13 Heimspielen in Folge. Eine längere derartige Serie gelang in der Bundesliga zuletzt 2009. Damals 25 Heimspiele mit Rapid-Toren in Folge. Noch ein Aspekt: Es ist das letzte Heimderby von Rapids Ehrenkapitän Steffen Hofmann vor seinem Karriereende. Da ihn  auf die Tribüne zu setzen wie so oft im Herbst, wäre ein schlimmer Affront, der nicht passieren darf.

 

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