Fußball

Rapid wird die Folgen des Skandal-Derbys spüren

Es spricht nicht für ein Derby, wenn danach am meisten von Skandalszenen geredet wird. Wie geschehen nach dem 1:1 zwischen Rapid und Austria, bei dem der grün-weiße Fansektor fast einen Abbruch provoziert hätte. Viel fehlte nicht mehr und es wäre ein 3:0 für die Austria geworden. Und das ist nicht der erste Vorfall dieser Art, für den diese Saison einige  Verrückte der Hardcore-Fanszene sorgten Sondern drr dritte.. Ähnliches passierte beim 2:2 im Allianz-Stadion am 6. August 2017 und eine Woche darauf beim 1:3 gegen Admira in der Südstadt, als Referee Robert Schörgenhfoer wegen Wurfgeschossen aus dem Fansektor die Mannschaften in die Kabine schickte. So wie sein Kollege Rene Eisner am Sonntag nach 27 Minuten. Es kann nicht angehen, dass Feuerzeuge, Becher, Jägermeister-Flaschen und anderes in Richtung der Austria-Spieler fliegen, dass Ordner die Austria-Spieler mit riesigen Regenschirmen  vor Wurfgeschossen schützen müssen, wenn sie vor dem Rapid-Fansektor Eckbälle schießen. Nach fünf Minuten wurde der Ex-Rapidler Raphael Holzhauser getroffen, ohne dass der auch nur im Ansatz provoziert hätte.  Fair vom Austria-Kapitän, dass er nicht liegen blieb und mit eiener kleinen Platzwunde weiter spielte.  Als 22 Minuten später  an der  anderen Eckfahne Felipe Pires unter Beschuss genommen wurde, hatte Eisner genug. Ab in die Kabine.  Rapids Brasilianer Lucas Galvao zeigte mit seinen Gesten deutlich den Übeltätern , wie wenig er von ihren Aktivitäten hielt. In der ersten Hälfte gab es 13 Minuten Nachspielzeit! Wahnsinn. Ebenso, dass in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte mitten in einen Austria-Angriff zwei Fans von der gegenüberliegenden Tribüne auf das Feld stürmen konnten.

Rapids Trainer Goran Djuricin sprach nachher davon, dass einzelne aus der Fanszene gescheiter werden müssen, setzt auf einen Selbstreinigungsprozess. Zu dem wäre schon früher Gelegenheit gewesen.Warum soll es jetzt dazu kommen? Sicher wird die Rapid-Chefetage wie schon bisher versichern, die Videoüberwachung genau auszuwerten und sofort Stadionsperren zu verhängen, sollte man die Schuldigen identifizieren. Nur hörte man diese Ankündigungen schon oft, ohne dass sich wirklich etwas änderte. Die Fans erlauben sich im Prinzip weiter, was sie wollen. Und so kann´s nicht bleiben. Die Bundesliga wird und muss sich mit dem Fall beschäftigen, überlegen, welche Schritte sie diesmal setzen muss. Da die bisherigen Geldstrafen nichts änderten.  Wenn so etwas in einem Europacupspiel passiert, folgt garantiert eine Platzsperre.

Rapid wird die Folgen des Skandalderby noch spüren. Auch sportlich. Auch im vierten Anlauf kein Derbysieg im neuen Stadion, das tut weh. Es stimmt schon, dass auch Meister Red Bull Salzburg und Sturm Graz  einen Tag zuvor nicht überzeugen konnten, aber das macht es nicht besser. Auf jeden Fall kann Austria, mit dem Unentschieden besser leben als der Erzrivale. Weil das 1:1 zeigte, auswärts mit einem aus dem Führungstrio durchaus mithalten zu können. Also zogen Trainer Thorsten Fink und Sportchef Franz Wohlfahrt daraus den optimistischen Schluss, in den restlichen 15 Runden die Qualifikation zur Europa League sicher zu schaffen. Leicester-Legionär Aleksandar Dragovic sah auf der Tribüne, wie sich die Marschroute seines Ex-Klubs und seines Ex-Trainer beim FC Basel, Thorsten Fink, bewährte. Nämlich nur auf die vielen Ballfehler von Rapid im Spiel nach vorne zu warten, die wie das Amen im Gebet kamen, und dann kontern.  Eine Mannschaft, die gut in Form ist, hätte die Möglichkeiten besser genützt als  die Austria. Das verhinderte auch Rapids Bester, Tormann Richard Strebinger, der erstmals in der Liga wegen  eines Trainingsunfalls einen Kopfschutz nach jahrelangem „Vorbild“ des tschechischen Arsenal-Goalies Petr Cech trug.

Rapid fehlte die Präzision im Angriff, der letzte Pass. So gelang es selten, Philipp Schobesberger ins Spiel zu bringen. Joelinton konnten einem fast leid tun, da er meist mit unmöglichen Bällen versorgt wurde. So wie Djuricin zu behaupten, Rapid habe bis zur Unterbrechung gut spielt, erst danach irritiert den Faden verloren, ist etwas kühn. Erstmals klappte alles beim Ausgleich aus einer Standardsituation, als Dejan Ljubicic per Kopf einen Eckball von Schobesberger verwandelte.  Danach stürmte er jubelnd in Richtung Betreuerbank. Der ins Trainerteam zurückgekehrte Thomas Hickersberger gilt als Tüftler für Standardsituation. Ein erster Erfolg. Danach nahm der Derby mehr Fahrt auf als vorher, kam Rapid dem Sieg näher. Joelinton-Kopfball an die Stange, Schobesberger vergab den Matchball.

Was auch noch an Rapid störte: Die Niedertracht gegen Steffen Hofmann geht in seiner  letzten Saison weiter. Bei seinem  letzten Heimderby nicht im Kader, das geht gar nicht. Vor allem mit einer provokanten Begründung wie von Djuricin  im „Sky“-Interveiw, er habe sich dabei für die Mannschaft entschieden. Denn das Match bewies genau das Gegenteil. Er schadete mit der nicht  nachvollziehbaren Massnahme der Mannschaft. Denn Hofmann kann nur besser spielen als der Norweger Veton Berisha in den 70 Minuten, bevor ihn Luis Schaub ablöste, dessen Einsatz von Beginn an Djruicin wegen der lädierten Adduktoren zu riskant schien. Und auch nur besser als  Thanos Petsos, der nach 36 Minuten den durch ein Monschein-Foul am Knie verletzten Kapitän Stefan Schwab ersetzte. Aber Sportchef Fredy Bickel und Djuricin haben sich ja Berisha und Petsos als Heilbringer eingebildet und deshalb geholt. Kurzum, Rapids Leistung kündigte nicht gerade ein starkes Frühjahr an. Nächsten Sonntag geht es in die Südstadt zur Admira, wo sich Grün-Weiß zuetzt immer sehr schwer tat. Zufrieden konnte nur ein Ex-Rapidler das Allianz-Stadion verlassen: Stefan Stangl war beim Debüt der bessere linke Verteidiver als Boli Bolingoli in Grün. Trffend der Kommentar von Ex-Rapidler Gustl Starek zum Derby: „Leckerbissen war das keiner.“

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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