Fußball

Rapids nach 8:0-Rekordsieg Erster: Das erinnerte an legendäres 11:1 vor 49 Jahren

Höchster Sieg im Allianz-Stadion seit der Eröffnung vor zehn Jahren, zugleich der höchste seit dem 8:1 in Wolfsberg vor fünf Jahren zur Eröffnung der Meistergruppe am 50. Geburtstag des damaligen Trainers Didi Kühbauer: Rapid überholte mit einem 8:0 (5:0) gegen einen desolaten GAK vor 17.600 begeisterten Fans  den LASK, hat bei je drei Siegen die um zwei Treffer bessere Tordifferenz, fliegt Mittwoch als Tabellenführer zum Play-off um die Ligaphase der Conference League gegen Hearts nach Edinburgh. Es war saisonübergreifend der neunte Sieg hintereinander. Sonntag gab es an Grün-Weiß gar nichts auszusetzen. Aber wie gut Rapid wirklich ist, wird sich erst Donnerstag in Schottland zeigen.

Ercan Kara eröffnete schon in der fünften Minute nach einem Stangenschuss von Kapitän Matthias Seidl den Torreigen, traf sieben Minuten später nach Flanke von Jannes Horn per Kopf. Damit ist Kara der Rapidler mit den meisten erzielten Toren im neuen Stadion. Als nach minutenlanger Überprüfung durch VAR Alen Kijas das zunächst wegen Abseits annullierte erste von vier Toren von Tonni Adamsen doch zählte, hatte Rapid in 14 Minuten genausoviele Tore erzielt wie in den ersten zwei Runden. Eine ungewohnte Rapid-Viertelstunde – diesmal zu Beginn. Bis zur Pause erhöhten Nenad Cvetkovic nach Seidls Flanke per Kopf und Adamsen auf 5:0. Möglich, dass sich Sky-Experte Hans Krankl, der vor Ort war, dann schon an ein legendäres Match von ihm gegen den GAK vor 49 Jahren erinnerte. Am 22. Juni 1977 deklassierte Rapid in der letzten Runde die Grazer im alten Hanappi-Stadion vor nur 3000 Zuschauern 11:1, damals stand es zur Pause erst 4:0. Krankl erzielte damals sieben Tore. Darauf fehlten Adamsen (Bild) doch drei. Krankl war auch beim letzten 8:0 Rapids dabei: gegen Neusiedl am 21. April 1984 ebenfalls im Hanappi-Stadion in der Erfolgsära von Otto Baric. Im September 1985 fertigte Rapid in Graz denGAK mit 10:0 ab, Krankl erzielte das Führungstor.

Rapid ließ nach der Pause nicht nach, gab weiter Vollgas: Demir traf nach einem Lattenschuss von Horn und Vorarbeit von Adamsen. In die „echte“ Rapid-Viertelstunde ging Rapid bereits als Tabellenführer. Eine Minute zuvor scorte wieder Adamsen, der im Finish auch den Endstand besorgte. Die Startelf verriet, wer bei Trainer Hoff Thorup derzeit am höchsten im Kurs steht: Im Abwehrzentrum Cvetkovic und Serge-Philippe Raux, Jakob Schöller kam erst in der 8o. Minute. Im zentralen Mittelfeld Romeo Amane und Seidl, Nicolas Bajlicz ersetzte Amane in der 69. Minute, hinter der Solospitze Kara das Trio Demir, Adamsen und Petter Nosa Dahl. Für ihn wurde Wurmbrand nach 69 Minuten eingewechselt, für Kara Marco Tilio nach 80. Moulaye Haidara, in den letzten Wochen eine Torgarantie, bekam nur acht Minuten Einsatzzeit. Gestern spielt das keine Rolle. Thorup gab nach dem höchsten Sieg seiner Ära zu: „Erstmals in meiner Trainerkarriere konnte ich mich zurücklehnen und meine Mannschaft genießen!“

Denn beim GAk stimmte gar nichts. Schlechte Organisation und Raumaufteilung, das war nicht bundesligareif. Es wirkte wie Arbeitsverweigerung, als würde die Mannschaft gegen Trainer Ferdinand Feldhofer spielen. Die GAK-Fans im Gästesektor rollten bereits zur Pause aus Protest ihre Transparente ein. Im Finish hing dann dort eines mit der Aufschrift „Feldhofer raus“. Das müssen sie bereits aus Graz mitgebracht haben, ist sicher bezeichnend für die Stimmungslage. Sicher wird nach dem 0:8 eine Trainerdiskussion beginnen. Ex-Rapidler Feldhofer sprach vom schlimmsten Tag seiner Karriere als Spieler und Trainer.

Foto: Yigit Örme.

5

Meist gelesen

Nach oben