Fußball

Real Madrid macht´s möglich: Doppelte Premiere für WSG Tirol bei Alaba-Comeback

Ungewohnte Erfolgstage für WSG Tirol: Erstmals in den ersten zwei Ruden zwei Siege gefeiert, daher erstmals Tabellenführer, Kapitän Valentino Müller (Bild) führt mit vier Toren die Schützeliste der Bundesliga an. So viele wie in der gesamten letzten Saison. Trainer Philipp Semlic freute sich nach dem 3:1 gegen den LASK über den Schritt nach vorne, den seine Mannschaft gemacht hat. In dieser Aufbruchstimmung können es die Tiroler genießen, Dienstagabend erstmals in einem ausverkauften Tivoli-Stadion vor 15.700 Zuschauern zu spielen, vor 13.350 mehr als Sonntag beim Sieg gegen die Linzer. So wie der Regionalliga-Aufsteiger Wacker Innsbruck vor zweieinhalb Wochen im Cup gegen Rapid. Das überraschende Gastspiel von Real Madrid mit Kylian Mbappe, Vinicus junior, Klassemann Thibaut Courtois machte es möglich, sorgte sozusagen für eine doppelte Premiere: Erstmals wird ein Spiel des WSG Tirol im Free-TV in voller Länge live übertragen. ORF Sport +lässt sich das nicht entgehen.

Real wollte eine Woche vor dem Start in die La Liga gegen Osasuna npch ein Testspiel haben. Wandte sich an die deutsche Agentur Onside Sports, deren Salzburger „Konsulent“ Hannes Empl vor drei Jahren in Klagenfurt das Spiel zwischen Real Madrid und AC Milan, bei dem David Alaba erstmals den Dress von Real getragen hatte, organisiert hatte. Klagenfurt stand wegen des Wolfsberger Europacupspiels gegen Paok Saloniki nicht zur Verfügung, in Salzburg soll der neu verlegte Rasen geschont werden, also wurde es Innsbruck. WSG Tirol wird von „Onside Sports“ für dieses Match bezahlt, der Reingewinn des Abends gehört den Veranstaltern. Der unter anderem Real Madrid die Tageszimmer im Fünfsternehotel Interalpen in Seefeld bezahlen muss. Real kommt am Spieltag nach Innsbruck, kann nach dem Match wieder zurückfliegen. Innsbrucks Bürgermeister Johann Anzengruber hob das Nachtflugverbot auf.

Mit Real kommt Österreichs Teamkapitän David Alaba nach Tirol. Der Startschuss zum Comeback des 33 jährigen bei Real, das viele nicht mehr erwarteten? Die spanischen Medien überboten sich in den letzten Wochen geradezu mit Meldungen, wonach er bei Real Madrid nicht mehr erwünscht ist, Real ihm eine Abfertigung anbot, wenn er den bis 2026 laufenden Vertrag auflöst. Alabas Berater Pini Zahavi dementierte eine Wechsel nach Saudiarabien. Alaba will mit Österreich nächstes Jahr zur WM – das ist sei großer Antrieb. Tirol erinnerte ihn an den Beginn seiner Pechserie im Dezember 2023: In Hochrum bei Innsbruck wurde der Kreuzbandriss samt Knorpelschaden von Spezialist Christian Fink operiert, dort absolvierte er gemeinsam mit Skistar Marco Schwarz die Reha, dort gab e im Frühjahr 2024 einen zweiten Eingriff, um die Schmerzen zu beseitigen. Nach dem starken Comeback im März in der Nations League beim 1:1 gegen Serbien holte ihn Ende April erneut das Verletzungspech ein: Meniskusriss, zuletzt Wadenverletzung, erlitten im Traning bei der Klub-WM. Letzte Woche präsentierte er sich beim Training aber topfit.

Trainer Xabi Alonso soll ihn im Geheimtest gegen Leganes im Mittelfeld eingesetzt haben. Das erinnert an den Beginn seiner Karriere. Real muss im Mittelfeld derzeit den an der Schulter operierten Jude Bellingham und den verletzten Franzosen Eduardo Camavinga vorgeben, dazu kommt der Abgang von Luka Modric. Also ein Platz für Alaba? Xabi Alonso kennt seine Fähigkeiten genau. Sie spielten drei Jahren bei Bayern München zusammen, gewannen in dieser Zeit sechs Titel.

Nicht nur für WSG Tirol gibt es Dienstag ein attraktives Testspiel, sondern auch für Ex-Blau Weiß Linz-Trainer Gerald Scheiblehner mit Grasshoppers Zürich am Letzigrund gegen Bayern München. Im Zuge seiner Schweizer Kennenlern-Tournee holte Scheiblehner in der dritten Runde mit dem 1:1 bei Vizemeister Servette Genf, der nach zwei Runden bereits seinen Trainer wechselte, den ersten Punkt. Für den anderen Trainerlegionär aus Oberösterreich, Oliver Glasner, gab es am Tag nach dem sensationell gewonnen Community Shield einen Grund zum Ärgern: Cupsieger Crystal Palace muss laut Internationalem Sportgerichtshof in Lausanne in der Conference League spielen, sogar in die Qualifikation.

Foto: Gepa Admiral.

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