Fußball

Ried nach drei Jahren wieder in der Bundesliga: Das Finale schadete dem Fußball

Ried bejubelt die Rückkehr in die Bundesliga nach drei Jahren! Unter dem Motto wir sind wieder dort, wo wir hingehören! Der 9:0 (5:0)-Kantersieg über einen aufreizend desolaten FAC sorgte für klare Verhältnisse. Da hätte Austria Klagenfurt schon mit elf Toren Differenz Wacker Innsbruck besiegen müssen, um die Innviertler noch abzufangen. Es wurde aber nur ein 6:1 (1:0). Ried darf sich freuen, Samstag in der Josko-Arena ein Meisterfest für 750 Fans über die Bühne bringen, aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen: Die eigenartige Ergebnisse in der letzten Runde schadeten dem Fußball, hinterließen einen schalen Beigeschmack.  Waren schlecht für das Image, das durch den Skandal um Mattersburg ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogen wurde. Es darf einfach nicht sein, dass eine Mannschaft, die in die Entscheidung involviert war wie der FAC, zuvor einige Spieler in den Urlaub schickte. Das unsportliche Verhalten schreit geradezu nach Konsequenzen in Form von einem Punkteabzug für nächste  Saison. Eigentlich wäre jetzt die Bundesliga gefordert.

Ein schnelles Tor stand am Matchplan von Ried. Nach drei Minuten stand es 1:0, nach sechs 2:0, beide Male durch den Deutschen Julian Wießmeier, der erst eine Runde davor in Horns seine wochenlange Torsperre durchbrochen hatte. Nach 12 Minuten hieß es 3:0,nach 20 4:0, nach  5:0. Geradezu paradox klangen da im Nachhinein die Verdächtigungen, die Ried im Vorfeld  geäußert hatte, wonach Austria Klagenfurt sich ein verbotenes Finanzdoping beim FAC mit attraktiven Prämien für den Fall, in Ried nicht zu verlieren, zu Schulden haben kommen lassen. Entweder wurde das Geld falsch überwiesen oder es gab für die Floridsdorfer ein „attraktiveres Angebot“. Humbug, der FAC ließ sich praktisch wehrlos abschießen. Darf nicht passieren. In Klagenfurt, wo Trainer Robert Micheu bereits nach 36 Minuten die Legionäre Darijo Pecirep und Petar Zubak vom Rasen holte, fiel das erste Tor erst knapp vor der Pause, der Widerstand der Tiroler erlahmte erst im Finish.

Prompt folgten nachher verbale Spitzen gegen die Konkurrenz. Gerald Baumgartner, Rieds Aufstiegstrainer und Sportchef in Personalunion, fand, dass es seine Mannschaft großartig gemacht habe, den Aufstieg souverän perfektioniert habe, wunderte sich aber wie hoch Austria Klagenfurt Innsbruck besiegen konnte. In Klagenfurt stellte Robert Micheu nach dem verpassten Aufstieg fest, dass Wacker Innsbruck zum Unterschied vom FAC keinen Spieler vorzeitig in den Urlaub schickte. Da kann man ihm nicht widersprechen. Aber die Unterstellung, dass in Ried stets Treffer folgen, wenn auch Klagenfurt eines erzielte, demnach der FAC auf Befehl Tore kassierte, hätte er sich schenken können. Mehr Spannung und Dramatik hätte der Fußballszene sicher besser getan als die Entscheidung mit einem Rekordsieg.

Schon vor dem schnell entschiedenen Finale gab die Liga die Auszeichnungen der Saison bekannt. Zum besten Spieler der Saison wählen Trainer, Sportchefs und Spieler wieder Torschützenkönig Ronivaldo, der von Austria Lustenau zu Wacker Innsbruck wechseln wird, vor Klagenfruts Okan Ayhan, der mit dem vergebenen Elfmeter beim 1:2 in Amstetten Ried sozusagen wieder an die Spitze ließ.  Tormann der Saison wurde der Slowene Zan Pelko von Austria Klagenfurt, der vielleicht trotzdem gehen muss. Der Trainer der Saison heißt Harald Suchard von den Young Violets, die auf Rang vier kamen. Platz zwei ging an Micheu. Baumgartner kam trotz Rieds Aufstieg nicht unter die ersten fünf.

 

Foto: SV Ried.

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