Erst am ersten Tag der Vorbereitung konnte Red Bull Salzburg seinen Wunschtrainer präsentieren. Er traf erst ein, als das erste Training bereits im Gang war. Um den 37-jährigen Deutschen Danny Röhl (Bild) zu bekommen, musste Salzburg dem Vernehmen nach zwei Millionen Euro locker machen, um ihn aus dem Vertrag beim schottischen Spitzenklub Glasgow Rangers rauszukaufen. Bei Salzburg unterschrieb Röhl für drei Jahre. Das ist seine dritte Cheftrainer-Station nach Sheffield Wednesday in England und den Rangers. Zuvor war er über Jahre Co-Trainer. Von Ralph Hasenhüttl bei RB Leipzig und Southampton, von Hansi Flick 2020 beim Triple von Bayern und in dessen Teamchefzeit bei der verpatzten WM in Katar: „Er hat schon jede Menge Erfahrung auf hohem Niveau und bei prominenten Mannschaften. Er passt sehr gut zu dem Stil, den wir spielen möchten“, behauptete Sportchef Marcus Mann. Röhl reizte die Qualität, die im Verein steckt: „Wir wollen eine Mannschaft entwickeln, die mit Energie und Leidenschaft auftritt. Der Anspruch muss sein, Titel zu holen und auch international erfolgreich zu sein“, umriss er seine Ziele. Um die zu erreichen, muss aber Salzburgs Kader sicher noch verstärkt werden. Nächsten Mittwoch stellt Salzburg sein neues Trikot ungewöhnlich im Wohnhaus von Wolfgang Amadeus Mozart vor. Unter der Devise im Takt des Spiels sollen die Welt des Sports und der Kultur zusammengeführt werden. Mit einem exklusiven Konzert des Mozarteumorchesters.
Röhl war der Favorit von Red-Bull-Fußballchef Jürgen Klopp. Der sorgte bei RB Leipzig für einen Trainerknall: Österreichs Teamspieler Nicolas Seiwald und Christoph Baumgartner werden nächste Saison nicht mehr vom 38-jährigen Ole Werner trainiert, obwohl er das Saisonziel erreichte, Leipzig in die Champions League brachte, mit 20 Siegen Leipzigs Bundesliga-Rekord einstellte. Weil eine inhaltliche Weiterentwicklung und eine veränderte Herangehensweise erforderlich sein sollen. Bereits im Winter wollte Klopp Werner entlassen, jetzt setzte er seine Wünsche durch. Mit dem ehemaligen Bayern-Spieler Martin Demichelis steht der Nachfolger kurz vor der Unterschrift. Der Argentinier stieg letzte Saison mit Mallorca aus Spaniens LaLiga ab, kostet dennoch drei Millionen Ablöse.
Salzburg muss noch auf seinen Gegner in der Qualifikation für die Europa League warten. Sturm Graz kennt bereits die Hürde auf dem Weg in die Champions League: Es ist in der zweiten Runde der schottische Vizemeister Hearts of Midlothian, der in der letzten Runde bei der Niederlage gegen Celtic Glasgow auch durch Schiedsrichterfehler um den Meistertitel gebracht wurde. Mit dem Burgenländer Michael Steinwender gehört ein ehemaliger Hartberg-Abwehrspieler zur ersten Wahl bei Hearts. Sturm hat im ersten Heimspiel Heimrecht, kann in Graz spielen, da der Umbau des Stadions bis Mitte Juli fertig wird. Losglück hatten die Wiener Klubs Austria und Rapid, für die es um die Gruppenphase der Conference League geht: Austria bekommt entweder Decic Tuzi aus Montenegro oder Liepaja aus Lettland als Gegner. Die Mannschaft aus Montenegro schied vor einem Jahr gegen Rapid mit dem Gesamtscore von 2:6 aus. Rapid muss entweder Penybont aus Wales oder Santa Colona aus Andorra ausschalten. Das darf kein Problem sein.
Foto: Red Bull Salzburg.