Klartext des neuen deutschen Teamchefs Jürgen Klopp bei seiner Vorstellungspressekonferenz in Frankfurt: „Ich mache das nicht für mich“, behauptete der 59 jährige, kündigte einen Kaderumbau an, mit Viererkette zu spielen, und richtete den Medien aus: „Wenn ihr euch nicht benehmen könnt, meine Familie nicht in Ruhe lasst, dann bin ich sofort weg!“ Das gilt auch für den Fall, dass der DFB mit ihm nicht zufrieden ist. Auf eine Millionenabfertigung, wie sie Vorgänger Julian Nagelsmann bekam, wird er auf jeden Fall verzichten. Klopp bekam einen Vierjahresvertrag, sprach vom Höhepunkt seiner Karriere, die danach beendet sein wird. Red Bull bekam als Gegenleistung für die Freigabe von Klopp eine Millionenspende für die Stiftung „Wings for Life“, zudem werden drei Länderspiele am Red-Bull-Standort Leipzig ausgetragen.
Der Staff von Klopp ist groß: Dazu gehören sein Vertrauter Peter Kravietz, Sven Bender, sein ehemaliger Spieler bei Borussia Dortmund und auch einer der größten Trainerflops bei Red Bull Salzburg: Der 43-jährige Holländer Pepijn Linders war von 2018 bis 2024 Klopps Assistent beim FC Liverpool, ehe er bei damaligen österreichischen Meister seinen ersten Job als Chef bekam. Die Bilanz war derart desaströs, dass nach 28 Spielen mit acht Niederlagen das Kapitel nach nur fünf Monaten beendet war. Der Punkteschnitt von Lijnders lag nur bei 1,64. Es gelang zwar gegen Twente Enschede und Dynamko Kiew die Qualifikation für die Champions League, doch dort gab es in sechs Spielen fünf Niederlagen – 0:3 bei Sparta Prag, 0:4 daheim gegen Brest, 0:2 gegen Dynamo Zagreb, 0:5 in Leverkusen, 0:3 gegen Paris St. Germain. Nur in Rotterdam gegen Feyenoord gelang mit 3:1 ein Sieg. In der Bundesliga setzte es unter anderem ein 0:5-Debakel in Graz gegen Sturm. Letzte Saison war Lijnders Assistent von Pep Guardiola in dessen letzter Saison bei Manchester City, jetzt ist er wieder bei Klopp, der Linders als „außergewöhnlichen Trainer“ bezeichnete.
Als „Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation“, bestand Klopp auf seinem langjährigen Berater Marc Kosicke. Ohne ihn hätte Klob den Job erst gar nicht angetreten. Sie arbeiten bereits seit 2006 zusammen, damals war Kosicke Marketing-Leiter vom Sportartikelriesen Nike. 2007 machte sich Kosicke mit einer Agentur selbständig. Zu seinen Klienten gehörten auch der ehemalige DFB-Manager Oliver Bierhoff, später auch Nagelsmann. Kosicke gilt auch als Erfinder des legendären „Mia san mia“-Spruchs von Bayern München. Entstanden, als er 2008 mit Uli Hoeneß im selben Flugzeug saß. Für den Job beim DFB gab Kosicke den Job als Geschäftsführer seiner Agentur „projectFive“ auf, er wird auch keine anderen Trainer mehr betreuen: „Wir müssen neben dem Sport auch viele andere Dinge ändern. Da muss man Leute haben, die sich darum kümmern, mit mir gemeinsam“, erklärte Klopp seine Wunschlösung. Kosicke ist der Mann für alle Fälle.
Nicht nur Deutschland, sondern auch Belgien präsentierte Freitag seinen neuen Teamchef: den ehemaligen holländischen Teamspieler Marc van Bommel, der unter anderem auch bei Barcelona, Bayern München und Milan unter Vertrag stand. Trainer war der 49 jährige zuletzt bei Royal Antwerpen, davor bei Wolfsburg und PSV Eindhoven.
Foto: DFB.