Fußball

Schaub im teuersten Zweitligaspiel aller Zeiten

Am  82.Geburtstag von Hamburgs Fußballidol „Uns Uwe“ Seeler erlebt die Hansestadt am Montag Abend das bisher teuerste Zweitligaspiel aller Zeiten. Mittendrin im Duell zwischen den Bundesligaabsteigern Hamburger SV und 1.FC Köln ist ein Österreicher: Louis Schaub, Ideengeber im Mittelfeld der Kölner, im Frühjahr für 3,5 Millionen Euro aus Wien von Rapid geholt. Bei diesen zwei Traditionsklubs, die beim 95,mal erstmals in der zweiten Liga aufeinandertreffen, sind auch in der zweiten Liga so viele Millionen im Spiel, die sich in Österreich nur Meister und Finanzkrösus Red Bull Salzburg leisten kann.

Der Marktwert des Kölner Kaders steht auf 74,9 Millionen Euro, der von Hamburg auf 56,95. Der von Red Bull Salzburg laut transfermarkt.at auf 112,55 Millionen, von denen mehr als 70 auf das Konto von Diadie Samassekou, Amadou Haidara, Munas Dabbur, Stefan Lainer, Xaver Schlager und Hannes Wolf gehen. Die Hamburger zahlen an Gehältern pro Saison 28,5 Millionen,wobei die Kosten letzten Sommer um 30 Prozent gesenkt wurden, Köln 24 Millionen. Beide Traditionsvereine leben von Emotionen und Mitgliedern: Köln hat 104,000, Hamburg 85.000. Der Zuschauerschnitt in Hamburg steht in der zweiten Liga bisher bei 50.497, in Köln bei 48.917. Wegen des ungeliebten Termins am Montag Abend sind für das Millionenspiel „nur“ 51.000 der 57.000 Plätze verkauft.

Bei solchen Zahlen unverständlich: Die Hamburger gelten wegen der hohen Kosten und wegen drei Trainerwechseln in diesem Jahr als finanzschwach, fast am Rande des Bankrotts. Vier Trainer gleichzeitig zu bezahlen, kostet einiges. Seit zwei Wochen hat der letzte Saison beim VfB Stuttgart beurlaubte 37jährige Hannes Wolf das sportliche Sagen, der den Abstiegstrainer Christian Titz ablöste, Montag sein Heimdebüt feiert. Hamburg konnte im Sommer nur um 1,7 Millionen Euro einkaufen, musste einen Überschuss von 15 Millionen erwirtschaften, Köln holte hingegen Verstärkungen um zwölf Millionen. Spieler, die letzte Saison noch in der Europa League unter Peter Stöger zur Startelf gehörten, haben nur einen Platz auf der Bank oder der Tribüne. Nicht aufzusteigen, wäre für beide Vereine katastrophal.

Köln mit Ex-Tirol-Legionär Markus Anfang als Trainer gewann überraschend keines der letzten drei Spiele in der zweiten Liga, holte nur zwei Punkte, blieb aber dennoch auf Platz eins. Die Mannschaft gilt als zu sehr abhängig von Torjäger Olaf Terodde, der in elf Runden 13 Treffer erzielte, und den kreativen Ideen von Schaub. Mut macht die Leistung vom letzten Mittwoch beim unglücklichen Scheitern im deutschen Pokal daheim gegen Schalke im Elfmeterschießen. „Das war unsere beste Saisonleistung“, behauptet Schaub, „wir haben gegen eine Bundesligaklub das Spiel diktiert. Wenn wir so in Hamburg auftreten, kann man uns nicht leicht schlagen, sind wir nur schwer zu biegen.“ Sollte es wider Erwarten mit dem Kölner Aufstieg nicht klappen, muss sich Schaub um seine erstklassige Zukunft keine Sorgen machen: Einige Bundesligaklubs meldeten für den Fall der Fälle bei seinen Beratern bereits ihr Interesse an. Aber das würde teuer werden: Der 23jährige hat einen Vertrag in Köln bis 2022, sein Marktwert steht aktuell bei vier Millionen.

 

Foto: Instagram.

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