Mittwoch um 14.01 Uhr machten es Ried und Rapid gleichzeitig offiziell: Wolfgang Fiala wechselt mit 1. Oktober vom Innviertel als neuer technischer Direktor nach Hütteldorf. Eine Aktion des Rapid-Präsidiums. Der Sportausschuss unter Leitung von Stefan Singer, der auch Obmann des Regionalligaklubs Donaufeld ist, führte seit Monaten Gespräche mit internationalen und nationalen Experten sowie dem Trainerteam um Hoff Thorup. Mit dem Ziel, Systeme und Methoden dauerhaft zu installieren, die nicht von Personen abhängig sind. Heraus kam die Installierung von Fiala, der in den letzten sechs Jahren bei Ried insgesamt vier Funktionen hatte. Vom U-18-Trainer bis zum Sportvorstand.
Der 38-jährige Wiener, der als Besitzer der UEFA-Pro-Lizenz auch die Voraussetzung hat, einen Bundesligaklub zu trainieren, hat sieben Aufgabengebiete: Sport- und Teammanagement, Athletik, medizinische Abteilung, Sportpsychologie, Spielentwicklung über Nachwuchs und Akademie zu einer möglichst großen Durchlässigkeit in den Profifußball, Entwicklung der Trainer in allen Altersstufen sowie die einheitliche Fußballentwicklung in allen Burschen- und Männerteams. Präsident Alexander Wrabetz begründete die Strukturänderung durch Fialas Bestellung mit einem strukturellen Verbesserungsbedarf, um bessere Voraussetzungen für künftige sportliche Erfolge zu schaffen: „Fiala soll unvoreingenommen und unabhängig den Status Quo analysieren und Maßnahmen erarbeiten, die zu einer raschen Verbesserung führen!“ Unter anderem auch zu einer Reduktion der verletzungsbedingten Ausfallzeiten der Spieler. Die Betonung liegt auf unvoreingenommen und unabhängig. Fiala erhielt einen Dreijahresvertrag.
Eine Frage bleibt aber auch nach Rapids Stellungnahme offen: Was passiert, wenn Sport-Geschäftsführer Markus Katzer die von Fiala erarbeiteten Maßnahmen nicht für gut hält? Werden sie dann trotzdem umgesetzt? Da Fialas Bestellung eine Aktion des Präsidiums ist, liegt auf der Hand, dass er für gut genug gehalten wird, um künftig in der Hierarchie nach oben zu klettern. Auf die Position von Katzer, sollte Rapid es erneut nicht gelingen, in die Top drei der Bundesliga zu kommen. Da Fiala erst am 1. Oktober beginnt, hat Katzer die derzeitige Transferzeit, die am 3. September endet, allein zu verantworten.
Foto: SK Rapid/Wolfgang Graf.