Fußball

Silberberger stieg bei Wolfsberg ein: Was ist daran „sehr cool“?

Der Wolfsberger AC, letzte Saison Cupsieger,  ist in der laufenden der Trainerfriedhof der Bundesliga. Seit Dienstag ist bereits der vierte im Amt. Nach Didi Kühbauer, Peter Pacult und Ismail Atalan nunmehr Thomas Silberberger, der zwei Wochen zuvor bei Zweitligist Admira/Wacker seinen Rücktritt angeboten hatte. Zum ersten der drei Trainerwechsel wurde Wolfsberg-Präsident Dietmar Riegler im Oktober gezwungen, weil Kühbauer überraschend nicht mehr bleiben wollte. Da lag Wolfsberg nach neun Runden auf Platz drei, hatte nur einen Punkt Rückstand auf Tabellenführer Sturm Graz. Kühbauers Nachfolger Peter Pacult opferte Riegler nach fünf Partien mit je zwei Siegen und Niederlagen auf Wunsch der Mannschaft, dem sich Nicolas Wimmer und Markus Pink, die Pacult aus gemeinsamen Zeiten in Klagenfurt kannten, nicht anschlossen. Unter Pacult schlug Wolfsberg in Graz Sturm 3:1. Bei seinem Abschied waren die Kärntner noch Vierter, nur vier Punkte von Rang eins entfernt. Bei Nachfolger Ismail Atalan, in der Saison davor beim Zweitligisten Kapfenberg durchaus erfolgreich,  gab es in 13 Bewerbspielen nur einen Sieg, aber neun Niederlagen. Wolfsberg verpasste dadurch die Meistergruppe. Atalan kam auf einen Punktschnitt von nur 0,46. Nach der achten Auswärtsniederlage hintereinander, dem 1:2 bei WSG Tirol, sah sich Riegler zum Handeln gezwungen. Als Vorletzter sieben Runden vor Saisonende nur vier Punkte vor Schlusslicht Blau Weiß Linz, gegen das es noch zwei Duelle gibt. In Wolfsberg grassiert erstmals seit Jahren wieder die Abstiegsangst.

Sonntag rief Riegler Silberberger an, Montagabend war alles entschieden, Dienstag leitete Silberberger das erste Training für seine Premiere, das Heimspiel gegen Ried, den Ersten der Qualifikationsgruppe.  Mit dem Tiroler soll es den berühmten neuen Impuls, den Traienreffekt, geben. Er sprach von einer „sehr coolen Aufgabe. Die ist auch eine Chance für mich“. Was kann an diesem Rettungskommando sehr cool sein? Auch der 52 jährige glaubt, dass die Mannschaft besser als der Tabellenplatz ist, obwohl alle Partien des heurigen Jahres eigentlich dagegen sprechen. Den Anstiegskampf kennt Silberberger aus seiner Langzeitära bei WSG Tirol. die er in die Bundesliga führte und dort hielt, einmal sogar in die Meistergruppe brachte. Sicher wird sich Rieglt schon gefragt haben, ob es gut war, den Wunsch der Spieler auf Trennung von Pacult zu erfüllen. Offenbar waren die sich bisher noch nicht richtig bewusst, dass nur sie jetzt in der Pflicht stehen. Höchste Zeit, dass sich das ändert. Im Sommer laufen neun Verträge aus.

Foto: Facebook.

2

Meist gelesen

Nach oben