Fußball

Staub aufwirbeln und dorthin gehen, wo es weh tut: Auch Montag fünf Stunden Bundesliga

Der Start in die neue Zwölferliga machte Appetit auf mehr, auch wenn dies noch nichts mit dem neuen Modus zu tun haben kann. 47.449 Zuschauern in den sechs Partien brachten einen für die Urlaubszeit Schnitt von 7982. Das Ziel von Ligavorstand Christian Ebenbauer sind 10.000. Die neue Generali-Arena der Austria sorgte  mit 13.155 Besuchern die die größte Kulisse gefolgt von Salzburg (11.000). Nur zum Vergleich, nicht um Österreichs Bundesliga runtermachen zu wollen, Zahlen aus der attraktivsten dritten deutschen Liga aller Zeiten: Samstag 41.000 Zuschauer beim 1:0 von Kaiserslautern über 1860 München, Freitag 20.000 bei Braunschweig – Karlsruhe. Nicht so positiv sind die Zuschauerzahlen der neuen zweiten Liga: Nur 9400 in der ganze Runde, ein Schnitt von 1125. Der Minusrekord: 150 in Pasching beim 0:3 der Amateure des LASK gegen die Amateure von Wacker Innsbruck.

So eine Torflut  wie in Österreich gab´s aber sonst nirgends: 27 Treffer in der Startrunde, 4,5 pro Match. Die meisten Sonntag in St. Pölten beim verrückten 4:3 über Wolfsberg, dem Match mit den wenigsten Zuschauern (2786). Nach 30 Minuten führte St. Pölten 2:0, nach 58 Minuten Wolfsberg 3:2. So stand es bis zur 88. Minute. Dann kam die große Zeit des eingewechselten Jokers Husein Balic: Der 22jährige Bosnier holten den Elfer heraus, den Rene Gartler mit seinem zweiten Tor zum Ausgleich nützte, erzielte dann in der 92. Minute selbst das 4:3. Riesenjubel bei Didi Kühbauer.

Die neuen ORF-Highlightsendungen gelangen durchaus: Informativ, jeweils ein Studiogast aus der Trainergilde (Samstag Karl Daxbacher, Sonntag Markus Schopp), auch durchaus angebrachte kritische Untertöne. Sky, der neue exklusive TV-Rechte-Inhaber der Bundesliga, musste sein neues österreichisches Vorzeigeprodukt natürlich positiver sehen, versprach die bisher ausführlichste Berichterstattung und hielt getreu seiner Marketing-Devise, die wo Fußball zu Haus ist, heißt, Wort: Freitag zum Eröffnungsspiel sechs Stunden, Samstag vier Stunden, Sonntag fünf Stunden. Bei den mehr als zehn Stunden Live-Berichterstattung soll es jede Runde bleiben. Und als Draufgabe die wirkliche Neuerung: Montag nochmals fünf Stunden von 18 bis 23 Uhr mit zwei neuen Formaten.

Zum Auftakt der erste Teil von „Dein Verein“. Eine eigene Ausgabe von jedem der zwölf Klubs der Bundesliga über 15 Minuten mit einem Blick hinter die Kulissen, lockeren Rubriken, bunten Geschichten, attraktiven Gästen mit Klubbezug. In den ersten 90 Minuten sind Meister Red Bull Salzburg, St. Pölten, Vizemeister Sturm Graz, Rapid, der LASK und die Austria dran. Ab 19.30 sind 45 Minuten lang die „Abstauber“, das zweite neue Format aus einer neuen Kulisse (siehe Bild oben), an der Reihe.  Da wird ein innovatives Diskussions-Forum über die Topereignisse der Liga am grünen Rasen und in den sozialen Medien versprochen, stark zugeschnitten auf das junge Publikum, das durch technische Neuerungen begeistert werden soll.  Das Ziel: Ordentlich Staub aufwirbeln, dort hingehen, wo es weh tut, aber auch viel zu holen gibt.

Ab 20.15 folgt das gewohnte Diskussionsformat „Talk und Tore“ über 90 Minuten.  Interessant könnte Montag sein, dass Sturms Sportchef Günter Kreissl und Austrias neuer technischer Direktor Ralf Muhr gemeinsam mit dem derzeit „arbeitslosen“ Stefan Maierhofer und Spielerberater Christian Sand im Studio sitzen. Weil sicher Kreissls Kritik an der Transferpolitik der Wiener Klubs zu Lasten von Sturm, speziell am „Wildern“ von Violett im Grazer Revier mit James Jeggo und Bright Edomwonyi zur Sprache kommen wird. Den Abschluss bildet der zweite Teil von „Dein Verein“ mit Wacker Innsbruck, Altach, Admira, Wolfsberg, Mattersburg und Altach.

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