Fußball

Stripfings Ende und die Folgen: Ein Absteiger weniger in der Fünfzehnerliga

Bereits letzten Freitag stand praktisch fest, dass Stripfings 0:4 gegen Rapid II das letzte Spiel des Klubs aus der 300 Einwohner-Gemeinde im niederösterreichischen Marchfeld in der zweiten Liga war. Die Insolvenz war nicht mehr abzuwenden. Samstag traten acht Spieler, die Mitglieder der Vereinigung der Fußballer sind, aus ihren Verträgen aus, bis Montag folgten andere, dazu Sportchef Andreas Grünwald und Trainer Emir Sulimani (Bild). Mittwoch rückte auch die Bundesliga mit der traurigen Gewissheit heraus: Stripfing gab bekannt, das der Klub in der 13. Runde am Freitag gegen Amstetten nicht mehr antreten wird. Ligavorstand Chritian Ebenbauer brachte beim für die Lizenzierung zuständigen Senat fünf eine Anzeige gegen Stripfing auf Entzug der Zulassung ein. Der Senat unter der Leitung von Thomas Hofer-Zeni muss sich ohnehin fragen, ob er bei der Erteilung der Zulassung für Stripfing nicht etwas falsch eingeschätzt hat. Denn das Ende der Kooperation mit der Wiener Austria, das sich durch den Aufstieg der Young Violets in die zweite Liga zwangsläufig ergab, war nicht der entscheidende Grund für die Insolvenz.

Somit ist die zweite Liga für die letzten 18 Runden eine mit 15 statt bisher 16 Klubs, vielleicht sogar die einzige Fünfzehnerliga in Europa. Bei der es nur zwei Absteiger geben wird. Vielleicht nicht einmal die, falls aus den Regionalligen nicht alle drei Aufsteiger die Zulassung für nächste Saison bekommen. Das heißt auch: Alle Resultate Stripfings werden nicht gewertet. Damit verlieren St. Pölten, Admira, die Vienna, Austria Klagenfurt, Kapfenberg und Rapid II die durch Siege über Stripfing auf dem Rasen gewonnenen drei Punkte, die Young Violets, Lustenau, und Liefering je einen für ein Unentschieden. Wenigstens wird der Titelkampf, in dem Freitag der Zweite Admira in der Südstadt Tabellenführer SKN St. Pölten empfängt, durch Stripfings Ende nicht „verfälscht“. Stripfing lag nach zwölf Runden auf Rang 13 vor den drei Abstiegsplätzen, auf denen Hertha Wels, die zweite Mannschaft von Sturm Graz und Schwarz Weiß Bregenz aufscheinen. Sulimani fand einen neuen „Job“: Er leitet ab Montag das von der Sportgewerkschaft younion organisierte Trainingscamp für vereinslose Fußballprofis im ÖFB-Campus Aspern.

Es gibt auch andere Neuigkeiten aus der zweiten Liga: SKN St. Pölten gab bekannt, das bestehende negative Eigenkapitel vollständig abgebaut, den entscheidenden Schritt in Richtung finanzieller Stabilität geschafft zu haben. Bemerkenswert, weil es im Frühjahr durch den überraschenden Ausstieg des US-Investors „FC 32“ gar nicht gut aussah. Durch zwei Firmengruppen aus Niederösterreich scheint die Wende gelungen zu sein. Die Vienna musste sich zwar in den ersten zwölf Runden von ihren Aufstiegsambitionen verabschieden, ist aber auf andere Art einzigartig: Als österreichischer Pionier in Sachen Flughafen-Shopping. Seit kurzem gibt es an drei Standorten am Wiener Flughafen blau-gelbe Fanartikel der Vienna zu entdecken. Es kommt in Europa eher selten vor, dass man auf internationalen Flughäfen auf Fußballvereine trifft. In München gibt es den Bayern-Shop, ansonst sind nur einige Klubs aus England, Spanien und Italien in ihren Heimatstädten am Flughafen vertreten. Trotz allem: Der Vienna würde Platz eins statt zehn in der zweiten Liga mehr helfen als der Fanartikel-Verkauf am Flughafen.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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