Schottische Wochen für Meister Sturm Graz in der Europa Lague: Der Auftakt gegen die Glasgow Rangers am Donnerstag in Graz ist sicher die leichtere Aufgabe als die gegen Meister Celtic Glasgow am 23. Oktober im Celtic-Park. Denn die Stadtrivalen trennen mittlerweile sportliche Welten: Celtic hatte in den letzten Jahren die führender Rolle, Glasgow Rangers, zuletzt 2021 Meister, nicht mehr als ein Mitläufer, kein ernsthafter Konkurrent mehr. Speziell nicht in dieser Saison nach einem Radikalumbau im Sommer mit 22 Einkäufen und 20 Abgängen. Daher ist das Heimspiel gegen die Rangers sicher die Aufgabe in den acht Spielen, die abgesehen von der gegen Brann Bergen am ehesten machbar ist. Sturms Trainer Jürgen Säumel lobt zwar die Rangers weiter als gestandene, routinierte Truppe, aber das gehört zum „Pflichtprogramm“.
Anders in der Champions League kann Sturm seine Heimspiele in gewohnten Grazer Stadion bestreiten, das so gut wie ausverkauft ist. Den letzten Sturm-Sieg gab es dort im Oktober 2022 gegen Feyenoord. Das 1:0 machte Otar Kiteishvili (Bild) durch einen Genieblitz in der Nachspielzeit perfekt. Jetzt ist der Georgier nach einer Woche Pause wieder dabei, damit lebt die Hoffnung auf einen neuen Genieblitz von ihm. Mit den Glasgow Rangers sind bei Sturm auch Erinnerungen an einen der größten Erfolge verbunden, der schon 25 Jahre zurück liegt, noch in die Ära von Trainerguru Ivica Osim und Präsident Hannes Kartnig fällt: Im September 2000 bezog Sturm im Gruppenspiel der Champions League im Ibrox-Park zwar ein 0:5-Debakel, gewann aber sechs Wochen später daheim durch Tore des Russen Sergej Juran und Gilbert Prilasnig 2:0, kam sogar als Gruppensieger in die Zwischenrunde. Jetzt wäre es ein ähnlicher Erfolg, ins Play-off zu kommen. Nach den schottischen Wochen kommt das Heimspiel gegen Nottingham, derzeit nur 17. der Premier League, dann muss Sturm nach Athen zu Panathinaikos, empfängt am 11. Dezember Serbiens Meister Roter Stern Belgrad. Die Gegner im Jänner sind Feyenoord in Rotterdam und Brann Bergen.
Auf den zweiten Sieg hoffen drei Ex-Rapidler: Nikolas Sattlberger gelang mit Genk der erste im Ibrox-Park gegen die Rangers mit 1:0, ein Heimsieg gegen Ungarns Meister Ferencvaros soll folgen. Dejan Ljubicic schlug mit Dinamo Zagreb daheim Fenerbahce 2:1, Philipp Lienhart mit Freiburg den FC Basel. Ljubicic trifft in Tel Aviv auf Maccabi, Lienhart, falls er wieder gesund ist, auf Bologna.
Foto: Gepa/Admiral.