Fußball

Sturm Graz kauft zu viele Innenverteidiger: Wann kommt ein Stürmer, der trifft?

Sturm Graz verpasste den Titelhattrick, weil mit Ausnahme von Otar Kiteshivili zu wenig Tore erzielt wurden. Nicht, weil die Defensive zu schwach war: Sturm kassierte die wenigsten Tore in der Meistergruppe. Darum verwundern die ersten drei Transferaktivitäten von Sportchef Michael Parensen: Zunächst der 20-jährige serbische Innenverteidiger Petar Petrovic  vom Absteiger FK Javor Ivancija, der eine Million Euro Ablöse kostete, dann der ablösefreie Hartberg-Kapitän Jürgen Heil (Bild) und Ammar Helac, der Ersatztorhüter bei den Oststeirern war, nur dreimal spielte. Petrovic ist nach Paul Koller und Albert Vallci der dritte Innenverteidiger innerhalb von fünf Monaten, der engagiert wurde. Der 1,92 Meter große Petrovic soll wegen seiner Schnelligkeit auch bei Klubs in England, Italien und Frankreich begehrt gewesen sein. Das ist die „normale“ Begleitmusik, wenn man Neuerwerbungen gut verkaufen will.  Mag sein, dass dahinter ein anderer Plan steckt: Den von Feyenoord Rotterdam geliehenen Innenverteidiger Jeyland Mitchell endgültig zu erwerben, um den 21 jährigen Teamspieler von Costa Rica dann mit Gewinn weiterzuverkaufen.

Was für Petrovic spricht: Er erzielte vier Tore. Damit scheint er genauso torgefährlich zu sein wie die drei Stürmer der „Blackies“, wie die Bilanz der letzten Bundesligasaison zeigt: Seedy Jatta vier Tore in 32 Spielen, Maurice Malone drei in 33, Axel Kayombo eines in 16. Malone und Kayombo kosteten je zwei Millionen Ablöse. Der im Winter für die Offensive geholte Georgier Gizo Mamageishvili erzielte bei 13 Einsätzen auch nur einen Treffer. Daher muss sich Parensen doch die Frage stellen lassen, wann er einen Stürmer holt, der trifft, für Tore gut ist.  Das wäre wichtiger, als die Defensive weiter aufzurüsten.

Heil kam für die rechte Seite. Entweder als Verteidiger oder im Mittelfeld.  Das macht Sinn, da der ausgeliehene Jusuf Gazibegovic Graz wieder verlassen könnte. Aber über die Verpflichtung von Helac kann man diskutieren, wenn man bedenkt, dass bisher mit Matteo Bignetti ein Torhüter, der zuletzt auch im österreichischen U21-Team zum Einsatz kam, die Nummer zwei hinter dem Russen Danili Khudyakov war. In den 13 Partien, in denen Bignetti vom Start weg spielte, weil der Russe verletzt war, ließ er sich wenig zu Schulden kommen. Sturm gewann sieben Partien mit Bignetti, verlor nur zwei. Verwunderlich, dass Bignetti kein Angebot zur Vertragsverlängerung bekam. Aber Trainer Fabio Ingolitsch kennt Helac aus gemeinsamen Altach-Zeiten. Das zählt offenbar.

 

 

 

Foto: SK Sturm Graz.

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