Von Teamchef Ralf Rangnick gab es nur lobende Worte für Christoph Lang, der mit seinem Kopftor zum 1:1 das Unentschieden gegen den Kosovo rettete. Rangnick kennt ihn bereits seit Jahren, seit dem ersten Perspektivlehrgang: „Wenn seine Entwicklung so weitergeht, wird er uns noch viel Freude bereiten“, prophezeite Rangnick. Als der 24-jährige Steirer bei Rangnick erstmals trainierte, war er noch eine talentierte Sturm-Leihgabe bei Ried. Bei Sturm trauten ihm damals weder Sportchef Andreas Schicker noch Trainer Christian Ilzer zu, sahen zum Stammspieler zu werden. Sahen dafür zu wenig Potenzial. Nach einer Saison bei Ried kehrte Lang in die Steiermark zurück. Sturm verlieh ihn an Hartberg, wo er sich unter Markus Schopp sehr gut entwickelte.
Unter anderem erzielte Lang im November 2023 das goldene Tor zum 1:0-Heimsieg gegen Rapid, das in Hütteldorf damals die Trainerära von Zoran Barisic beendete. Vielleicht war das mit ein Grund, dass Rapids Sportchef Markus Katzer Lang im Winter 2024 engagierte, an Sturm 600.000 Euro Ablöse zahlte. Nach nur einem Jahr ließ ihn Katzer wieder ziehen. Der LASK zahlte für ihn nur 400.000 Euro Ablöse. In Linz war zu dieser Zeit Lang-Förderer Schopp Trainer. Allerdings nicht lange. Als im Herbst Didi Kühbauer im Oktober 2025 übernahm, war das innerhalb von wenigen Monaten bereits der vierte Trainer von Lang beim LASK. Von da an ging es ständig aufwärts, auch wenn Lang nicht zur Stammbesetzung zählte. Aber wenn er gebraucht wurde, zeigte er immer auf. Bei Rapid kam Lang in 31 Spielen auf fünf Tore, beim LASK sind es 19 in bisher 64 Partien. In dieser Saison sogar zehn bei zwölf Einsätzen. Da kam er auch deshalb zum Zug, weil Sasa Kalajdzic erst am Ende der Transferzeit gekauft wurde und Samuel Adeniran durch einen Jochbeinbruch ausfiel. Lang wusste zu überzeugen.
Auch, als ihm Rangnick eine Chance gab. Beim 3:1 gegen Israel nach 73 Minuten eingewechselt, zum 3:1 von Kalajdzic kam die Vorlage von ihm. Sonntag war es umgekehrt: Da jubelten alle mit der Nummer sieben über sein erstes Tor für Österreich. Den Assist leistete Kalajdzic. Eigentlich ein „LASK-Tor“. Lang brauchte zusammen nur 40 Minuten im Teamdress, um zu treffen. Sturm Graz müsste heilfroh sein, Lang jetzt noch zur Verfügung zu haben. Und Rapid hätte sich bei mehr Vertrauen in Lang auch den ein oder anderen Einkauf von Legionären erspart. Langs Vertrag beim LASK läuft mit Saisonende aus. Anzunehmen, dass sich der LASK jetzt um eine Verlängerung bemühen wird.
Sturm Graz muss in den nächsten Wochen wieder auf seinen Spielmacher verzichten. Otar Kiteishvili erlitt in Georgiens Team am Samstag beim 0:1 in Budapest wieder eine Wadenverletzung, wurde nach 50 Minuten ausgetauscht. Das trifft die Grazer, die auf drei Hochzeiten tanzen, sehr hart.
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