Wer hätte das gedacht? Der LASK schaffte trotz Benachteiligung durch den schottischen Schiedsrichter Nicholas Walsh und den englischen VAR Stuart Attwell mit 3:2 (1:1) bei Sporting Lissabon sensationell seinen ersten Sieg in der Champions League, der auch eine Siegesprämie von stolzen 2,1 Millionen Euro sicherte. Es war bereits der zweite Sieg der Linzer im Estadio Jose Alvalade, die sich damit als Österreichs Mannschaft des Jahres bestätigten. Vor sechs Jahren gewannen die Linzer dort in der Qualifikation zur Europa League 4:1 – abgesehen von der Prämie zählt der in der Ligaphase der Champions League sicher mehr. Stand jetzt wären die Linzer sogar in den Play-off-Rängen. Das kann auch nach der vierten Runde so sein: Denn da empfängt der LASK den punktelosen slowakischen Meister Slovan Bratislava.
Nach fünf Minuten hätte wohl keiner dem LASK dieses Husarenstück zugetraut. Denn da erfand der Referee einen Elfmeter, den der Kolumbianer Luis Suarez zur Führung verwandelte. Robert Ljubicic sollte den Australier Nestroy Irankunda gefoult haben. Unglaublich, dass der VAR nicht einschritt. Zehn Minuten später schlug der LASK zurück: Christoph Lang traf nach Pass des Dänen Kasper Jörgensen. Danach ließ der LASK nur wenig zu. Es stand noch 1:1, als nach 52 Minuten Tormann Lukas Jungwirth viel riskieren musste, um vor Luis Suarez an den Ball zu kommen. Es kam zum Zusammenprall, Jungwirth wurde am Kopf getroffen. Wollte nach minutenlanger Behandlung weiterspielen, die medizinische Abteilung war dagegen. Also musste der 28-jährige Steirer Tobias Schützenauer rein. Spielpraxis hatte er in dieser Saison bis auf das 6:1 im Cup bei Deutschlandsberg keine. Schützenauer kam im Februar 2025 von Dinamo Tiflis zum LASK, es war in Lissabon erst sein vierter Einsatz. Zwei hatte er im Herbst 2025 in der Bundesliga, bei denen der LASK nicht gewann (0:0 gegen Hartberg, 0:1 gegen GAK).
Als Schützenauer den ersten Schuss von Sporting halten musste, führte der LASK schon 3:1. Nach 63 Minuten traf Sasa Kalajdzic nach einem Konter über Ljubicic und starkem Pass des Mittelfeldspielers mit rechts ins lange Eck (Bild), fünf Minuten später Krzystof Danek mit links ins kurze Eck. Den Vorsprung verwaltete der LASK clever, Innenverteidiger Xavier Mbuyamba, zum „man of the match“ gewählt, verlor keinen wichtigen Zweikampf. Spannend wurde es erst, als viele Sporting-Fans schon gegangen waren, im Stadion eigentlich nur die Jubelgesänge der LASK-Anhänger zu hören waren. Luis Suarez bezwang nach 89 Minuten Schützenauer, doch zuvor gab es ein klares Foul an dem für den starken Kapitän Sascha Horvath eingewechselten Alessandro Schöpf. Der Schiedsrichter gab es nicht, der VAR meldete sich nicht _ die zweite schwere Benachteiligung der Linzer. Dann ließ Walsh sieben Minuten nachspielen, in denen er seltsame Entscheidungen traf. Aus sieben Minuten wurden acht und 20 Sekunden, ehe der LASK-Triumph perfekt war. Bewundernswert, wie lange Trainer Didi Kühbauer ruhig geblieben war. Ein historischer Abend für die Linzer: „Wir haben an unsere Chance geglaubt, uns nicht versteckt. Die Reaktion auf den schnellen Rückstand war beeindruckend“, lobte Kühbauer zurecht. Denn zuvor verloren die Grün-Weißen aus Lissabon in dieser Saison kein Spiel.
Foto: UEFA.