Fußball

Unvergessliche Paraden: Nur Sommer hat ein „Finale dahoam“

Sky-Experte Andi Herzog lobte im TV-Studio Barcelonas Jungstar Lamine Yamal über den grünen Klee. Barcelonas Trainer Hansi Flick giftete nach dem geplatzten Traum vom Triple gegen den polnischen Referee Szymon Marciniak, weil jede 50:50-Entscheidung für Inter Mailand getroffen wurde. Der Mann, an dem Barcelona Dienstagabend in Wahrheit scheiterte, brach nach dem Schlusspfiff in Tränen aus: Inters 36 jähriger Tormann aus der Schweiz, Yann Sommer. Austrias Abwehrchef Aleksandar Dragovic wird sich daheim vor dem TV-Schirm an gemeinsame Zeiten mit Sommer beim FC Basel erinnert haben, in denen Titel gewonnen wurden. Dienstag lieferte der 94 fache Schweizer Teamtorhüter, der letztes Jahr nach der Euro seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft verkündete, das Match seines Lebens. Für sieben sensationelle Paraden in der regulären Spielzeit und in der Verlängerung wurde er völlig zu Recht zum „man of the match“ gewählt. Die italienischen Sportgazetten feierten ihn als Inters Traumjäger, dere ein Wunder möglich machte. Für Sommer muss das Finale am 31. Mai in München wirklich ein Traum sein. Denn er hat sein „Finale dahoam“, nicht sein Ex-Klub Bayern München. Den Inter auch dank Sommer im Viertelfinale ausschaltete.

Im Jänner 2023 kaufte ihn Bayern um neun Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach, wo auch ein Österreicher, Adi Hütter, zu Sommers Trainern zählte. Der Grund für den Transfer war der Schien-und Wadenbeinbruch, den Manuel Neuer bei einem Skiunfall erlitt. Aber nach 25 Spielen und 31 Gegentoren war die Bayern-Zeit für Sommer rasch wieder vorbei. Es war damals sehr viel los bei Bayern. Etwa der Trainerwechsel von Julian Nagelsmann zu Thomas Tuchel, der in letzter Minute gesicherte Meistertitel, weil Borussia Dortmund daheim Mainz nicht besiegen konnte, danach musste auch Vorstandschef Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic gehen. Sommer stand mitunter in der Kritik, der neue geschaffenen „Transferkommission“, zu der auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß gehörte, war eine Ausstiegsklausel in Sommers Vertrag ein Dorn im Auge, daher wurde er um 7,5 Millionen Euro an Inter verkauft, obwohl Neuer noch nicht wieder fit war. Mit Sommer wurde Inter 2024 erstmals seit drei Jahren wieder Meister, kam ins Champions League-Finale.

„Das mit 36 Jahren zu schaffen, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern etwas Außergewöhnliches. Daher bin ich überglücklich“, gestand der abgefeierte Sommer, „die zweite Parade gegen Yamal werde ich nie vergessen!“

Foto: UEFA.

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