Fußball

Veli Kavlak wieder zurück bei Besiktas Istanbul

Letzten Mittwoch flog er nach geglückter Reha in München und Wien, die auf die fünfte Schulteroperation in zwei Jahren folgte, zurück nach Istanbul. Heute wird Veli Kavlak, inzwischen 29, wieder erstmals im Trainingszentrum von Meister Besiktas im asiatischen Teil der Stadt seine Runden  drehen,  mit dem Ball arbeiten. Noch mit einem Individualtrainer, noch nicht mit der Mannschaft. Erst drei Monate nach der Operation kann mit  Sehne  und  Bizepsmuskel auch  bei Zweikämpfen nichts passieren. Das weiß er vom Münchener Schulterspezialisten Peter Habermeyer, der ihm mit dem Eingriff die Ängste nahm, dass seine Karriere vorbei sein könnte. Die Operation in München war Anfang September, Mitte Dezember wird Kavlak daher ins Mannschaftstraining einsteigen. Bereit es allen zu zeigen, sich dem Konkurrenzkampf gegen zehn andere Mittelfeldspieler aus der Türkei, Deutschland, Kanada, der Schweiz, Brasilien und Armenien zu stellen,ihn auch zu gewinnen.

Nach Istanbul nahm er ein Trainingsprogramm seines Physiotherapeuten Andreas Helfrich mit, den er seit Rapid-Zeiten gut kennt, der ihn auch darauf einschwor, wie er damit umgehen soll, falls wieder Schmerzen auftreten: „Das ist nach so langer Pause eher normal. Die Reha verlief genauso, wie wir uns das vorstellten“, versicherte Helfrich, „wir bleiben in Kontakt. Ich kenne Veli schon lange, aber so extrem motiviert hab´ ich ihn noch nie erlebt.“ Die Nummer acht will sich unbedingt  zurückmelden. Mittwoch sitzt er  im Schlager der Champions League gegen Benfica Lissabon noch auf der Tribüne der neuen Vodafone-Arena. In der Hoffnung, im Frühjahr selbst in der Königsklasse zu spielen. In der SüperLig hat Besiktas nach elf Runden sechs Punkte mehr als Fenerbahce, sieben Vorsprung auf Galatasaray, ohne in Istanbul die Nummer eins zu sein. Das ist vierte Klub, Medipol Basaksehir F.K., der Montag mit einem 2:1 gegen Rizespor vor nur 2.257 Zuschauern im riesigen Olympiastadion durch ein Eigentor in letzter Minute Tabellenführer blieb. Rizespors Führung hatte der von Österreichs Teamchef Marcel Koller seit der Euro ignorierte Jakob Jantscher mit seinem vierten Saisontor erzielt. Samstag steigt dann das Derby Besiktas-Basakhesir um Platz eins: „Zuschauen wird mir weh tun. In dem neuen Stadion zu spielen,ist einzigartig. So laut wie sonst nirgends. Dabei war Kavlak beim letzten Wiener Derby im ausverkauften Allianz-Stadion.

Kavlak will Präsident Fikret Orman überzeugen, dass er wieder so hoch im Kurs stehen muss  wie zu den Zeiten, als er Kapitän war. Zuletzt musste er vier Monate aufs sein Gehalt verzichten, um sich der fünften Operation unterziehen zu dürfen. Denn Besiktas-Arzt Sarper Cetinkaya  hatte behauptet, er leide nur unter Phantomschmerzen, sei gar nicht verletzt. Weil Cetinkaya nicht glauben wollte, dass seine Operation vor einem Jahr die Beschwerden nicht beseitigen konnte.  Trainer Senol Günes, der vor drei Jahren mit Marc Janko bei Trabzonspor nichts anzufangen wusste,  muss er dazu bringen, so auf ihn zu setzen wie früher Kroatiens Ex-Teamchef Slaven Bilic, bevor er nach London zu  West Ham wechselte. Da hat sich Kavlak viel vorgenommen: „Wenn ich fit bin, traue ich mir das alles zu.“ Dann würde auch der Doktor einige Takte von ihm hören.

Während er Reha in Wien sah er auch das bittere 0:1 gegen Irland in der WM-Qualifikation. ÖFB-Sportchef Willi Ruttensteiner hatte ihn dazu eingehalten. Auch diese Niederlage dient ihm als Motivation.  Für 2017 ist auch die Rückkehr in die Nationalmannschaft ein Thema. Er glaubt, helfen zu können.  Hilfe, egal von wem, hat Österreichs Team nach der Talfahrt wirklich nötig.

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