Fußball

Viel Risiko, hochintensiv: Wer glaubt an ein LASK-Wunder?

Im Fußball ist alles möglich. Diese Erkenntnis gebrauchten alle, die mit dem LASK zu tun haben, seit vergangenen Donnerstag, seit der 1:4-Niederlage bei Tschechiens Meister Slavia Prag im Achtelfinale der Conference League. Eigentlich bedeutete dies einen Ausdruck der Hoffnungslosigkeit, den Rückstand im Retourspiel aufzuholen. Zu eklatant war Slavias Überlegenheit in jeder Hinsicht. Da kann eigentlich nicht mehr passieren. Dann kam der Sonntag. Slavia Prag verlor in der tschechischen Liga bei Slovan Liberec 0:1 durch ein Eigentor von Kapitän Peter Olayinka und damit die Tabellenführung an Viktoria PIlzen. Das bedeutete die erste Niederlage nach sieben Spielen, bei der Trainer Jindrich Trpisovsky allerdings rotierte, Yira Sor, den zweifachen Torschützen gegen LASK, erst nach 61 Miunuten brachte.

Zugleich feierte der LASK zum Auftakt der Qualifikationsgruppe mit 6:0 (3:0) gegen WSG Tirol den höchsten Sieg in der Bundesliga seit 1985. „Wenn wir genau diese Attribute wieder auf den Platz bringen, dann kann auch gegen Slavia etwas gelingen“, behauptete Trainer Andreas Wieland vor dem ersten Europacupspiel, das die Linzer in der niederösterreichischen Hauptstadt St. Pölten austragen. Wo mit 7000 Zuschauern das Stadion ausverkauft wäre. Was aber trotz 6:0 nicht zu erwarten ist. Die Attribute, die Wieland meinte: Viel Risiko nehmen, hochintensiv agieren, nicht nachlassen, die Chancen konsequent nützen. Die Personalsituation hat sich im Vergleich zu Prag verbessert: Sascha Horvath, in diesem Jahr der beste Mittelfeldspieler, steht wieder zur Verfügung. Ebenso Marko Raguz. Ob das beim Torjäger wirklich der Fall sein wird, muss man erst sehen. Bei ihm passiert oft im letzten Moment noch etwas Unvorhergesehenes. Der LASK müsste mit vier Toren Unterschied gewinnen. Oder mit drei und nach 120 Minuten das Elfmeterschießen für sich entscheiden. Live zu sehen ist dies bei Servus TV (mit den ehemaligen LASK-Spielern Florian Klein und Ivo Vastic als Analytiker) und Sky Austria. Es wäre  ein Wunder, wenn der LASK Freitag bei der Viertelfinalauslosung im UEFA-Zentrum Nyon vertreten wäre.

Fix mit dem Aufstieg rechnen kann hingegen Ex-LASK-Kapitän Gernot Trauner mit Feyenoórd Rotterdam. Mit dem 5:2 im Hinspiel bei Partizan Belgrad ist alles gelaufen. Zur Situation des LASK meinte Trauner via Sky, dass mit dem Kader es nicht passieren dürfte, nicht in der Meistergruppe zu spielen. Damit liegt er völlig richtig. Die anderen österreichischen Legionäre in der Conference League werden es schwerer haben als Trauner: Teamtorhüter Heinz Lindner muss mit dem FC Basel daheim gegen Olympique Marseille mit zwei Toren Unterschied gewinnen, um aufzusteigen, Stefan Schwab und Thomas Murg haben mit Paok Saloniki in Belgien bei Gent ein Tor Vorsprung.

In der Europa League spricht nach dem 2:1-Auswärtssieg über Betis Sevilla alles für Eintracht Frankfurt, für Oliver Glasner und Martin Hinteregger. Glasner tat dies, was jeder Trainer in dieser Situation machen würde: Er warnte, den Aufstieg schon als gegeben zu sehen. Via Viertelfinale kann Frankfurt die enttäuschende Bundesliga-Saison vergessen machen. Dort liegt Frankfurt als Neunter schon sieben Punkte hinter einem Europacup-Platz.

Foto: UEFA.

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