Fußball

Vom Alpen-Klopp zum Sir Ralph: „Auch Liverpool kann verlieren“

Samstag Nachmittag können Österreicher in die Geschichtsbücher der englischen Premier League eingehen. Die Chance haben Ralph Hasenhüttl und sein Assistent Richard Kitzbichler mit Southampton an der Anfield Road gelingt, die überragende Sensationsserie des FC Liverpool unter Jürgen Klopp zu stoppen, die erste Mannschaft zu sein, der es seit 3.Jänner 2019 gelingt, den überlegenen Tabellenführer zu schlagen. Schon ein Unentschieden wäre eine Riesensensation. Zu sehen ist dies ab 15.50 live bei Sky. Der dritte Österreicher, der die Chance darauf hätte, wäre Kevin Danso. Vorausgesetzt, Hasenhüttl setzt ihn ein. Was aber eher überraschend käme. Mit dem 2:0 am Mittwoch im Nachtragsspiel bei West Ham in London hat Liverpool bereits 70 Punkte erobert. Zuletzt gewannen die „Reds“ 15 mal hintereinander. sie sind seit 41 Spielen unbesiegt, haben auf den Zweiten, Titelverteidiger Manchester City, 19 Punkte Vorsprung. Klopp will von einem entschiedenen Titelkampf dennoch weiter nichts hören.

Knapp 14 Monate ist es her, seit Hasenhüttl den Job in Southampton übernahm. Klopp stellte ihn damals den englischen Journalisten auf Nachfrage mit“Hase ist the rabbit, hüttl means nothing“ lachend vor. Hasenhüttl korrigierte wenig später den Kollegen, mit dem er in Deutschland den Trainerkurs zur UEFA-Lizenz absolviert hatte, lachend, mit „hüttl is a little hat“, der Mitteilung, dass hüttl eine kleine Hütte bedeute. Englands Medien ernannten ihn zum „Klopp of the alps“. Hasenhüttl steuerte dagegen, versicherte in jedem Interview, egal ob in England Deutschland oder Österreich, nicht der Alpen-Klopp zu sein, seinen eigenen Weg zu gehen. Inzwischen ist er nicht nur bei den Southampton-Fans der hochangesehene „Sir Ralph“. Wer Southampton rettet, in der Saison darauf eine 0:9-Rekorddebakel überlebt, den Umschwung schafft, seine Mannschaft auf einen einstelligen Tabellenplatz führt, der wird geadelt. Vor dem ziehen alle den Hut. Auch Klopp: „Hasenhüttl macht einen überragenden Job!“

So kommt Southampton als Neunter nach Anfield, sagt Hasenhüttl dazu: „Jede Mannschaft kann verlieren, auch Liverpool. Es gab diese Saison schon enge Partien, die am Ende aber Liverpool für sich entschied“. Es ist sein erstes Spiel als Trainer an der Anfield Road, daheim verlor er gegen Liverpool in dieser Saison 1:2, in der vergangenen 1:3: „Klopp ist ein Trainer, der die Benchmark setzt. Wenn man gegen Liverpool den Ball verliert, dann geht die Post ab.“ Der Ausfall vom Ex-Salzburger Sadio Mane macht die Sache für Southampton nicht entscheidend leichter. Bei tipp 3 stehen die Quoten auf eine Southampton-Sensation „nur“ bei 8,00. Hasenhüttl: „Wenn man Liverpool schlagen will, muss man eine bessere Mentalität haben. Das ist es, was uns herausfordert. Wir trauen uns mittlerweile zu, überall zu punkten!“  Auswärts gewannen die „Saints“ diese Saison schon 20 Punkte, acht mehr als Manchester United, neun mehr als Tottenham.  Mehr schafften  nur Liverpool (34), Manchester City (25), Chelsea und Leicester (je 22). Für Hasenhüttls Torjäger Danny Ings wird es ein ganz besondere Spiel: Klopp hatte für ihn bei Liverpool keine Verwendung.

Hasenhüttl holte einen neuen Rechtsverteidiger.  Auf Leihbasis kam von Tottenham der 22 jährige Kyle Walker Peters, der 24 Partien in der Premier League bestritt, im Dezember in der Champions League gegen Bayern München spielte. Bei Tottenham wurde auch Newcastle, der neue Klub von Österreichs Teamspieler Valentino Lazaro fündig: Linksverteidiger Danny Rose, ein englischer Teamspieler, wechselte als dritter Jännerkauf zu den „Magpies“. Lazaro debütiert Samstag daheim im St.James Park gegen Schlusslicht Norwich. Der Letzte hat weniger Punkte als Tabellenführer Liverpool Siege. 17 gegen 23. Vorbei ist seit Freitag die Zeit von Sebastian Prödl in der Premier League: Der 32 jährige Innenverteidiger löste nach viereinhalb Jahren den Vertrag mit Watford auf. Ein neuer Klub? Das kann erst spruchreif werden, wenn „Bastis“ Probleme mit seinem lädierten Knie, das am 2. Jänner 2019 operiert wurde, nicht mehr vorhanden sind.

Foto: Adam Davy / dpa.

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