Fußball

Von 0:4 auf 5:4: LASK mit Wunder von Linz erstmals in der Champions League!

Das Wunder von Linz ist perfekt. Der LASK, erstmals in rot-goldenen Dressen,  holte im Play-off zur Conference League vor 17.000 Zuschauern gegen Celtic Glasgow das 0:3 vom Hinspiel auf, lag zwar 0:1 zurück, verwandelte aber den 0:4-Rückstand noch in ein 5:1 (4:1, 4:1), erreichte mit dem Gesamtscore von 5:4 als sechster österreichischer Verein die Champions League, als dritter die Ligaphase. Das bedeutet auch den größten Triumph in der Trainerkarriere von Didi Kühbauer, der den LASK im Oktober 2025 an letzter Stelle der Bundesliga übernahm, ihn innerhalb von zehn Monaten total in eine Erfolgstruppe verwandelte, die zunächst das Double gewann, jetzt trotz des Abgangs von Sasa Kalajdzic und des Ausfalls seines Nachfolgers Ramiz Harakate in die Königsklasse brachte, die allein an Startgeld 18,62 Millionen Startgeld. Für den entscheidenden Treffer sorgte der Amerikaner Samuel Adeniran in der 108. Minute, der nach einer Balleroberung von Joker Alessandro Schöpf mit rechts aus 18 Metern genau ins Eck traf. Sieben Minuten später scheiterte Adeniran mit einem Elfmeter am finnischen Tormann Vitali Sinisalo. Das Zittern ging weiter, 24 Minuten vor Mitternacht war es beendet: Der LASK in der Champions League, unbeschreiblicher Jubel und Erleichterung. Damit bestätigten sich die Linzer als derzeit beste Mannschaft in Österreich: „Wir haben auch die besten Fans in Österreich, die immer an uns glauben“, sagte Adeniran ins Sky-Mikrofon. Donnerstag ab 18 Uhr erfährt Österreichs Meister seine sieben Gegner in der Ligaphase.

Der Beginn schien noch eine Fortsetzung des unglücklichen Spielverlaufs vom Celtic-Park zu sein. Ein abgefälschter Schuss von Andres Andrade landete nach 20 Minuten an der Stange, zwei Minuten später fälschte der LASK-Innenverteidiger einen Schuss von Celtic-Kapitän Callum McGregor unhaltbar für Tormann Lukas Jungwirth ab. Der LASK lag damit insgesamt 0:4 zurück, gab sich trotzdem nicht auf. Einen Fehlpass des schwedischen Teamspielers Benjamin Nygren nützte Moses Usor nach 32 Minuten zum Ausgleich. Leistete in der dritten Minute der zweiten Hälfte die Vorarbeit zum 2:1 von Robert Ljubcic, dem ersten Tor des bis dahin unauffälligen Mittelfeldspielers für die Linzer. Das löste ein Furioso aus: Nach 58 Minuten traf Adeniran nach Pass von Kapitän Sascha Horvath aus 20 Metern mit links platziert ins Eck. Ein Sturmlauf folgte. Nach 70 Minuten traf Adeniran die Latte, das wäre fast das 4:1 und der Ausgleich gewesen. In der 75. Minute hatte Celtic-Trainer Martin O´Neill bereits das Austauschkontingent erfüllt, Kühbauer ließ bis zur 81. Minute noch die ersten elf spielen, dann ersetzte Alessandro Schöpf Ljubcic. Der entscheidende Wechsel zum Happy End passierte fünf Minuten später: Der dänische Verteidiger Kasper Jörgensen konnte nicht mehr, Florian Flecker kam. Und köpfte in der ersten Minute der Nachspielzeit  nach einem Kopfball von Innenverteidiger Joao Tornichan die Latte das 4:1. den LASK ins Nachspiel. Aus dem Jubel von Flecker und Moses Usor (Bild) sprach Erleichterung zugleich Zuversicht: Wir schaffen das. Und das gelang mit einer Supermentalität. und Superenergie. Flecker bekam beim Tor einen Schlag auf den Kopf, schied in der Verlängerung aus.

In der norwegischen Stadt Bodoe feierte der 24-jährige Ex-Wolfsberg-Tormann Nikolas Polster auf Kunstrasen unerwartet sein internationales Debüt. Gonzalo Crettaz, der spanische Tormann von Polsters neuem Klub NEC Nijmegen, sah beim Retourspiel gegen Norwegens Vizemeister Bodoe Glimt schon nach vier Minuten vom englischen Referee Michael Oliver wegen eines Hands außerhalb des Strafraums die rote Karte. Damit war die letzte Hoffnung der Holländer, nach dem 1:3 im Hinspiel weiterzukommen, vorbei. Polsters Einstand im Tor der Holländer  wurde zum  arbeitsreichen Abend. Mit starken Reaktionen zögerte der Wiener den Rückstand bis in die Nachspielzeit der ersten Hälfte hinaus, dann wurde er zweimal bezwungen. In der zweiten Hälfte gab es noch ein Eigentor. Endstand 3:0 für Bodoe Glimt, mit 6:1 stiegen die Norweger auf, stehen zum zweiten Mal hintereinander in der Ligaphase. Das schaffte erstmals Aserbaidschan-Meister Sabah, der in Baku Hapoel Be´er Sheva  aus Israel nach Verlängerung 5:1 bezwang.

Foto: UEFA.

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