Viel wurde von neuem Schwung bei Meister Sturm Graz gesprochen, den der von Sportchef Michael Parensen durchgesetzte Tranerwechsel bewirkt haben soll. Beim ersten Pflichtspiel unter Fabio Ingolitsch in der Europa League war in der davon absolut nichts zu sehen. Vielleicht lag es also nicht an Jürgen Säumel, sondern doch mehr an der Qualität der Spieler. Sturm ging im de Kuip von Rotterdam vor 40.000 Zuschauern mit 0: 3 (0:1) unter, war absolut chancenlos, verspielte die letzte Chance ins Play-off zu kommen, ist vor der letzten Runde der Ligaphase gegen Brann Bergen schon ausgeschieden. Feyenoord kam nach sechs Pflichtspielen ohne Sieg wieder zu einem Erfolgserlebnis, feierte in der Europa League den zweiten Sieg bei fünf Niederlagen.
Sturms Unheil begann schon nach vier Minuten: Bei einem Eckball von Anis Hajda Moussi, einem Teamspieler von Österreichs WM-Gruppengegner Algerien, kam der japanische Innenverteidiger Tsuyoshi Watanabe völlig frei zum Kopfball. Die Chance ließ er sich nicht entgehen. Chancen zum Ausgleich gab´s keine. Nach 68 Minuten, dem ersten gefährlichen Schuss von Otar Kiteishvili, fiel im Gegenstoss nach einem Abschlag des deutschen Tormanns Timo Wellenreuther das zweite Feyenoord-Tor. Durch den Algerier. Hajd Moussa. Der dritte Treffer in letzter Minute durch den Portugiesen Goncalo Bargos war nur noch die Draufgabe. Wenn es einen Lichtblick bei Sturm gab, dann war es U 17-Vizeweltmeister Luca Weinhandl im zentralen Mittelfeld, der zur Startelf gehörte, 74 Minuten lang spielte. Mit 17 Jahren und elf Tagen war er der jüngste Spieler, der bei Sturm bisher in der Europa League zum Einsatz kam. „Eigentlich haben wir ganz ordentlich verteidigt“, fand Ingolitsch, „unsere Probleme waren die Standards und die direkten Duelle. Wenn man die verliert, kommen die Bälle zu rasch wieder zurück. Wir wissen, an welchen Schrauben wir drehen müssen“. Es werden einige sein.
Erfolgreicher verlief das „Match“ von Sturm in Graz über die Stadionfrage: Bei Gesprächen mit der Stadt gab es eine grundsätzliche Einigung. Das heißt: Sturm und GAK akzeptierten die Pläne der Stadt über den Ausbau auf 20.000 Zuschauer. Bedingung ist, dass auch das Land Steiermark mitmacht. Nächste Woche folgt eine Gesprächsrunde mit der Landesregierung.
Foto: Feyenoord.