Fußball

Von Rüdiger über Wöber bis zu Müldür: Eigentor-Rekord wackelt

Wird im Semifinale der Europameisterschaft am Dienstag in München und Mittwoch in Dortmund der Eigentor-Rekord eingestellt oder gar „verbessert“? 2021 fielen elf Eigentore, das war eine Steigerung der alten Bestmarke, die fünf Jahre davor aufgestellt wurde, um gleich acht. Samstag fiel Hollands Siegestreffer zum 2:1 gegen die Türkei im Berliner Olympiastadion durch das zehnte Eigentor. Passiert das elfte bei Spanien gegen Frankreich oder erst bei Holland-England oder gar im Endspiel am kommenden Sonntag?

Die Eigentorserie begann schon am 14. Juni bei der Eröffnung in München. Den Treffer für Schottland bei der 1:5-Abfuhr gegen Deutschland erzielte der deutsche Innenverteidiger Antonio Rüdiger. Eines von zwei der zehn, das keinen entscheidenden Einfluss auf das Spiel nahm. Es fiel erst, als alles längst entschieden war, zum 4:1. Anders war es beim zweiten, drei Tage später beim zweiten in Düsseldorf. Das Pech von Max Wöber (Bild) war das Glück für Frankreich, sicherte der „Équipe Tricolore“ den 1:0-Sieg. Das dritte passierte dem tschechischen Innenverteidiger Robin Hranac, als Tormann Jindrich Stanek einen Schuss auf sein Knie abwehrte: Portugals Ausgleich zum 1:1, der Auftakt zum 2:1-Sieg in der Nachspielzeit nach einem Fehler von Hranac. Dann war der Albaner Klaus Gjasula der Unglücksrabe, der für Kroatiens 2:1-Führung sorgte. „Wenigstens“ gelang Gjasula in der Nachspielzeit noch der Ausgleich. Dem besten Feldspieler Italiens, Innenverteidiger Riccardo Califiori, passierte ähnliches wie Wöber: Spanien hatte ihm den 1:0-Sieg zu „verdanken“.

Dem Türken Samet Akaydin unterlief der vielleicht größte Slapstick: Ein Rückpass führte beim 0:3 gegen Portugal zum wahrscheinlichen entscheidenden 0:2, weil Keeper Altay Bayindir das Tor schon verlassen hatte. Donyell Malen brachte Österreich gegen Holland in Führung, als er einen Pass von Alexander Prass ins eigene Tor verlängerte. Die „Elfdal“ glich zwar zweimal aus, verlor aber dennoch auch wegen des Eigentors 2:3. Robin Le Normand sorgte für Spaniens 0:1 gegen Georgien, das aber noch in ein 4:1 verwandelt konnte. Jan Vertonghen, Belgiens 37 jähriger Innenverteidiger, fälschte in seinem 157. und letzten Länderspiel einen Schoss von Randal Kolo Muani, der neben das Tor gegangen wäre, unhaltbar ab. Frankreich gewann zum zweiten Mal durch ein Eigentor 1:0, stieg ins Viertelfinale auf, Belgien schied aus. Und dann noch das Pech von Mert Müldür,  das Holland weiter auf den zweiten EM-Titel in Deutschland nach 1988 hoffen lässt.  Was passiert im Semifinale?

Foto: UEFA.

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