Harald Lechner, der erfahrene und überall respektierte 43 jährige Wiener Schiedsrichter, leitet Sonntag in der Generali-Arena zum 14. mal das Derby zwischen Austria und Rapid. Seine Premiere hatte er vor 15 Jahren am 13. März 2011, als Rapid durch ein Tor des Albaners Hamdi Salihi einen 1:0-Auswärtssieg feierte. Sechsmal gewann Rapid, wenn Lechner gegen Austria pfiff, dreimal gab es keinen Sieger, viermal jubelt die Austria über drei Punkte gegen den Erzrivalen. Als dies erstmals in der neuen Allianz-Arena am 23. Oktober 2016 geschah, gestand Lehner nach dem 2:0 öffentlich, dass seine Elfmeterentscheidung für Violett nicht richtig war. Lechner war auch der Unparteiische beim letzten violetten Kantersieg im Derby, als er im Herbst beim 6:1 in Favoriten Rapids Kapitän Dejan Ljubicic die rote Karte zeigte. Vor einem Monat pfiff Lechner Rapid zum letzten Mal: Beim 1:0 gegen Red Bull Salzburg in Hütteldorf, bei Austria schon im Februar. Ebenfalls bei einem Sieg über Salzburg – 2:0 in der Mozartstadt.
Beim Medientermin vor dem Derby hatte die Austria Freitagmittag den Vortrag. Eine Stunde später hörte man bei Rapid ähnliche Worte wie zuvor in Favoriten bei der Austria: Das Selbstvertrauen ist durch die Niederlage in der letzten Runde nicht gebrochen. Beide fühlen sich gut vorbereitet und durch eine starke Trainingswoche auch in der Lage, den Matchplan erfolgreich umzusetzen. Sowohl Stephan Helm als auch Hoff Thorup glauben, dass es in der Bundesliga keinen Gegner gibt, den ihre Mannschaft nicht schlagen kann. Gegen Austria ist dies Rapid in dieser Saison noch nicht gelungen. Rapid fühlt sich gefestigter als bei der letzten 0:2 Derbyniederlage im Februar, Helm sieht das ähnlich. Thorup machte ein Geheimnis daraus, ob Innenverteidiger Jakob Schöller, der gegen den LASK verletzt ausschied und bei der Heimpleite gegen Sturm fehlte, wieder matchfit genug ist, um im Derby zu spielen. Sicher wieder dabei ist Linksverteidiger Jannes Horn (Bid), der letzten Sonntag nach fünf gelben Karten gesperrt auf der Tribüne sass. Sonntag ist er erste Wahl. Wenn er spiele, hat Rapid unter Thorup noch nicht verloren. Darum verkündete der Deutsche selbstbewusst: „Die Niederlage gegen Sturm bringt uns nicht aus dem Konzept!“
Foto: Yigit Oerme.