Fußball

Wer statt Baumgartner? Die Antwort gibt es erst 90 Minuten vor Anpfiff

Christoph Baumgartner traf mittwochnachmittag auf Krücken bei Österreichs Team in Santa Barbara ein, sein Ersatz Dejan Ljubicic bezog am trainingsfreien Donnerstag Quartier im Ritz Carlton, wird morgen erstmals mittrainieren. Nächste Saison hat er bei Schalke einen österreichischen Mitspieler: Ex-Teamstürmer Junior Adamu. Der 24 jährige war 2023 von Salzburg  gewechselt, schaffte es aber dort nicht zum Stammspieler. Ebenso nicht im Frühjahr beim schottischen Meister Celtic Glasgow, bei dem er oft gar nicht zum Kader gehört, der ihn daher nicht fix verpflichtete. Das tat jetzt Schalke o4, gab Adamu einen Dreijahresvertrag. Ljubicic wird Freitag erstmals mittrainieren.  Teamchef Ralf Rangnick begründete bisher nicht, warum er dem 28-jährigen Ex-Rapidler erstmals seit zweieinhalb Jahren das Vertrauen schenkte. Als ORF-Mann Rainer Parisasek dies am Mittwoch beim Medientermin, bei dem Andreas Herzog als Journalist eine Frage stellte, wissen wollte, wurde er vertröstet. Auf den Tag, an dem Rangnick sich erstmals in Boca Raton Fragen stellt. Wann dies sein wird, bleibt offen. Lange vorbei sind die Zeiten, als der Teamchef bereit war, noch täglich für Fragen zur Verfügung zu stehen. Wie etwa Josef Hickersberger 2008 bei der Heim-EM. Marcel Koller war der erste österreichische Teamchef, der sich rar machte.

Ljubicic ist zwar der Ersatz für Baumgartner im Kader, aber sicher nicht in der Startelf beim ersten Gruppenspiel gegen Jordanien am kommenden Mittwoch. Das sind andere näher dran. Da Baumgartner der kreativste Spieler in Österreichs Team war, müsste die Variante in diese Richtung gehen. Übersiedelt der zuletzt an der rechten Flanke eingesetzte Romano Schmid auf Baumgartners Position ins Zentrum, auf der er auch bei Werder Bremen spielt, wäre Schmids bisherige Rolle zu vergeben. An Patrick Wimmer, der im internen Test zeigte, einsatzfähig zu sein. Aber auch matchfit? Dagegen spricht, dass er im Saisonfinish bei Wolfsburg wegen seiner Oberschenkelprobleme  pausieren musste. Also müsste die Wahl zwischen Paul Wanner, Carney Chukwuemeka und Sasa Kalajdzic fallen. Er  kann es als „Zehner“ genauso gut oder vielleicht noch besser wie als Solospitze. Rangnick wird seine Entscheidung sicher so lange wie möglich geheim halten. Erst 90 Minuten vor Anpfiff muss er die Aufstellung bekanntgeben.

Algerien, am 27. Juni der dritte Gruppengegner, fertigte bei der Generalprobe in Kansas City, dem Spielort des Duells gegen Österreich, Bolivien 4:0 (1:0) ab. Auf Wunsch von Teamchef Vladimir Petkovic, der zur Pause alle Spieler austauschte, wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt. Keiner durfte zusehen. Rangnicks Scout Alexander Johannsen wird dies sicher in Algeriens Gruppenspielen gegen Weltmeister Argentinien am Mittwoch in Kansas City und fünf Tage später gegen Jordanien in San Francisco nachholen. Argentinien ist auf der am Donnerstag veröffentlichten FIFA-Rangliste der Nationalteams wieder die Nummer eins, es folgen Spanien, Frankreich, England, Portugal und Brasilien. Österreich blieb auf Rang 24.

Foto: ÖFB/Christoph Kelemen.

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