Fußball

Wo sind für Salzburgs Megamentalität die Grenzen?

Erstmals seit 14 Jahren überwintern wieder zwei österreichische Klubs im Europacup. Das ist der positivste Aspekt der abgelaufenen Herbstsaison, in der wie erwartet Red Bull Salzburg trotz des Tiefschlags im August, dem Scheitern als bessere Mannschaft in der Qualifikation zur Champions League, für die absoluten Highlights sorgte. Tormann Alexander Walke (Bild oben) beschrieb Donnerstag nach dem 2:1 im Celtic-Park von Glasgow  die Stimmungslage mit „megastolz auf eine Megaleistung“ am besten. Die Megamentalität beeindruckt immer wieder. Der Trainer dachte hingegen schon an das Sonntagspiel gegen St. Pölten,  Zum Jahresabschluss möchte Marco Rose noch einmal sehen, dass „alles rausgehaut“ wird, damit es bei einem Herbst ohne Niederlage in einem Pflichtspiel bleibt. Es wäre eine Überraschung, sollte es nicht gelingen.

Man muss sich fragen, wo in dieser Saison die Grenzen für Salzburgs Megamentalität liegen. Rose sieht die Erfolgsserie als Anspron für mehr: „Wir haben uns das Selbstvertrauen erarbeitet, international überall bestehen zu können.“Kann es wieder bis ins Semifinale der Europa League gehen oder diesmal sogar bis ins Endspiel nach Baku? Die beeindruckende Leitung in Glasgow gelang auch ohne den verletzten Amadou Haidara, der 20jährige Enock Mwepu aus Sambia erfüllte durchaus die Erwartungen. Weswegen alle Transferspekulationen um Haidara und RB Leipzig für keinen Stress sorgen. Egal was im Jänner passieren sollte, es wird keine nachhaltigen Folgen haben. Bei den 14 möglichen Gegnern im Sechzehntelfinale ist keiner dabei, den Österreichs Meister in Normalform nicht bezwingen kann. Auch nicht die vier Gruppendritten aus der Champions League, die Montag ab 13 Uhr in Nyon im Topf liegen. Das sind Schachtjor Donetsk au der Ukraine, der FC Brügge aus Belgien, Tschechiens Meister Viktoria Pilsen und Galatasaray Istanbul. Als Gruppenzweite aus der Europa League wären der FC Zürich, Slavia Prag, Fenerbahce Istanbul, derzeit schwer in der Krise, in der Türkei als Vorletzter auf einem Abstiegsplatz, Sporting Lissabon, Milan-Bezwinger Olympiakos Piräus, Lazio Rom, Malmö mit dem isländischen Rapid-Flop Arne Traustason, Krasnodar aus Russland, Stade Rennes sowie Bate Borisov  aus Weißrussland möglich. Alles für Salzburg machbar. Etwa problematisch wird für Salzburg und Rapid nur der Termin: Das Hinspiel wird am 14.Februar steigen, noch bevor in Österreich die Saison mit dem Viertelfinale im Uniqa-Cup eröffnet wird, bevor die vier letzten Runden im Grunddurchgang der Bundesliga laufen. Salzburg beginnt als Gruppensieger auswärts, hat im Retourspiel am 21. Februar Heimvorteil.

Was in Salzburg die Zufriedenheit oder Freude noch steigert, vor allem bei den Fans, ist das Scheitern von RB Leipzig mit der „Reizfigur“ Ralf Rangnick. In „Bild“ konnte man Freitag über das Ausscheiden durch das 1:1 gegen Rosenborg Trondheim spöttische Sätze unter dem Titel „Leipzig zu doof für Europa“ lesen: „Red Bull wird in Dosen verkauft. Aber den Leipziger Fußball spielten gestern Flaschen.“ Das ist ziemlich deftig. Torjäger Timo Werner, nicht aufgeboten, giftete deshalb gegen Trainer-Sportchef Rangnick. Jetzt gibt´s auch noch internen Zoff. Rangnicks Konter: „Er hat letztes Wochenende in Freiburg beim 0:3 gespielt. Dort haben wir auch kein Tor erzielt.“ Kommentare dazu wird man weder von Rose, Sportchef Christoph Freund oder Spielern hören. Aber eines steht nicht nur wegen der zwei Siege in den direkten Europa League-Duellen außer Diskussion: Bis auf weiteres ist Salzburg in der Red Bull-Fußballrangliste der große Bruder, nicht Leipzig!

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