Fußball

Wolfsberg gelang nur die Schadensbegrenzung

Von der 13. bis zur 34. Minute drei Tore kassiert, zur Pause 0:3 zurück, am Ende 1:4 – so gesehen gelang Außenseiter Wolfsberg beim 1:4 (0:3) gegen Tottenham in der Budapester Puskas-Arena eigentlich nur die Schadensbegrenzung eines krassen Außenseiters, der danach sagen kann und darf, wie es Trainer Ferdinand Feldhofer (Bild oben) auch tat, man könne auf dem 1:1 der zweiten Hälfte durchaus aufbauen. Ist auch okay. Vielleicht oder sogar sicher spielte eine Rolle, dass Budapest doch ungewohnt für die „Wölfe“ war. Im Wörthersee-Stadion von Klagenfurt hätten sie sich auch ohne Fans daheim gefühlt, in Ungarn jedoch auswärts. Präsident Dietmar Riegler bat schon zur Pause via Puls 4 um Verständnis: „Das ist die stärkste Mannschaft, gegen die wir bisher spielten. Mit einem Budget, das 40 mal so hoch wie unseres ist. Da muss es doch Unterschiede geben.“

Die gab es auch. Tottenhams Trainer Jose Mourinho konnte es sich leisten, Torjäger Harry Kane in London zu lassen. Nur drei aus der Startelf vom letzten Samstag beim 0:3 gegen Manchester City begannen in Budapest. Tormann Hugo Lloris, Innenverteidiger Eric Dier, Linksverteidiger Ben Davies und der Südkoreaner Heung Min Son ganz vorn. Der beschäftigte Wolfsbergs Abwehr total, köpfte nach  Hereingabe von Gareth Bale das 0:1. Bale selbst, bei den „Spurs“ seit der Rückkehr von Real Madrid noch nicht richtig angekommen, sorgt selbst für das 0:2. Linksverteidiger Jonathan Scherzer wirkte nicht nur in dieser Szene gegen ihn total überfordert. Wolfsbergs linke Seite mit Scherzer und Christopher Wernitznig funktionierte defensiv gar  nicht.  Und dann konnte der Brasilianer Lucas Moura mühelos durch Wolfsbergs Abwehr marschieren. Damit war alles gelaufen. „Wir waren in der ersten Hälfte mit und gegen den Ball zu mutlos“, gab Kapitän Michael Liendl zu. Feldhofer nannte es einfach „zu schlecht verteidigt!“

Feldhofer zog zur Pause die Konsequenzen verstärkt die Defensive. Mit dem Schweden Gustav Henriksson statt des Kroaten Dario Vizinger, der bei 0:2 an die Latte geköpfelt hatte, brachte er einen dritten Innenverteidiger, schaltete auf Fünferabwehr um, verstärkt lieber die Defensive, um nicht ein ganz schlimmes Debakel zu laufen. Das gelang. Wolfsberg sah besser aus ,kam zum1:3,weil Kapitän Michael Liendl einen Elfmeter nach Foul des Franzosen Moussa Sissoko an Wernitznig verwandelte. Heuer scheiterte gegen Sturm und Admira mit Elfern an Jörg Siebenhandl und Andreas Leitner, Weltmeister Lloris schickte er souverän ins falsche Eck. Auch ein Highlight der langen Karriere. Liendl legte Wernitznig die Topchance zum 2:3 auf, doch der traf die Innenkante der Latte. So hatte der zur Pause für Heung Min Son gekommene Brasilianer Carlos Vinicius knapp vor Schluss mit dem 1:4 das letzte Wort. Vinicius ist mit vier Treffern Tottenhams Topscorer in der Europa League, in der Premier League spielt er kaum. Liendl erzielt bisher ein Tor mehr als Vinicius. Auch eine kleine Genugtuung.

Das Retourspiel ist nur noch Formsache. Wolfsberg schafft mehr als man erwarten durfte. Es bleibt ein finanzieller Gewinn, doch der machte Riegler nicht richtig froh. Weil der ohne Pandemie und Übersiedlung nach Budapest viel, viel größer ausgefallen wäre.

 

Foto: FotobyHofer(Christian Hofer.

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