Fußball

0:2 wie gegen Liverpool! Salzburg doch nicht gut genug

Es tut weh, bleibt aber Realität: Für das Achtelfinale der Champions League ist Red Bull Salzburg nicht gut genug. Wie vor einem Jahr bedeutete eine 0:2-Heimniederlage im letzten Gruppenspiel des Ende der Aufstiegshoffnungen. 2019 gegen den FC Liverpool, Mittwoch gegen Atletico Madrid. Vor einem Jahr bedeutete ein Doppelschlag von Naby Keita und Mo Salah das k.o nach 58 Minuten, diesmal dauerten Salzburg Hoffnungen etwas länger. Sie gerieten zwar schon nach 39 Minuten nach einem Freistoß von Belgiens Teamspieler Yannick Carrasco in Rückstand, weil Linksverteidiger Mario Hermoso zwischen Rasmus Kristensen und Mergim Berisha zum Köpfeln kam. Da gab es für Tormann Cican Stankovic nichts zu halten. Zu Salzburgs Führung fehlten schon nach zwei Minuten bei einem Stangenschuss von Berisha nur Zentimeter, nach der Pause ließ Dominik Szoboszlai die große Chance auf den Ausgleich aus. Atletico Madrid beschränkt sich meist auf die Defensive, das zweite Tor fiel erst vier Minuten vor Schluss aus einem Konter durch Carrasco. 18:4-Torschüsse für Salzburg, aber 0:2 (0:1) verloren. Wahrscheinlicher konnten die Verlierer nachher auch nicht mehr hören, dass sie mit ihrer Leistung zufrieden sein können, Lehrgeld bezahlten mussten. Auch wenn sie versicherten, erhobenen Hauptes die Königsklasse zu verlassen und in der Europa League große Ziele zu haben. Auch das hörte man schon vor einem Jahr.

Aber irgendwo ist es doch auch eine Qualitätsfrage, muss man feststellen: Salzburg ist doch nicht gut genug, um ins Achtelfinale der Champions League zu kommen. Das ist kein Vorwurf, aber Tatsache. Dazu fehlte einerseits die Effizienz im Abschluss, andererseits kassierten die Salzburger zu viele Tore. 17 in sechs Spielen,  davon sechs per Kopf. Das reicht nicht, um unter die letzten 16 zu kommen. Trainer Jesse Marsch riskierte viel, brachte Patson Daka statt des gesperrten Mohamed Camara. Mit Daka, Sekou Koita und Berisha ließen die Salzburger Spaniens Tabellenführer keine Luft zum Atmen, setzten sie unter Druck, konnte das aber nicht umsetzen. Koita haute nach 15 Minuten allein vor Tormann Jan Oblak (Bild oben) mit dem schwächeren rechten Fuß in die Erde. Kurz nach der Pause kam Szoboszlai nach Assist von Berisha allein vor das Tor von Oblak, brachte den Ball am Weltklassetormann vorbei, aber knapp nicht ins Tor zum Ausgleich. Die Szene erinnerte an die Chance von Szoboszlai beim 1:3 in München gegen Bayern, als er allein auf Manuel Neuer lief. Dort jagte er den Ball in die Wolken.

Die Versicherung von Marsch, stolz auf seine Mannschaft zu sein, kam nicht unerwartet: „Wir waren in jedem der sechs Spiele dabei, sind viel gelaufen, haben geköpft und eine  Topmentalität gezeigt. Unsre Leistungen waren viel besser als die Punkteausbeute.“ Nur vier, vor einem Jahr waren es sechs. Andererseits hat Salzburg das nach der  Auslosung ausgegebene Ziel erreicht. Von Aufstieg redete damals noch keiner, erst seit dem Sieg bei Lok Moskau in der letzten Woche. Platz drei ging trotz der vierten Niederlage nicht verloren, da Bayern auch ohne Robert Lewandowski und David Alaba Lok Moskau 2:0 (0:0) schlug. Thomas Müller und Serge Gnabry spielten nur je eine Hälfte. Da fiel Marc Janko im Sky-Studio ein passender Vergleich ein: „Bayern München spielt mit dem B-Anzug in Madrid gegen Atletico unentschieden, schlägt daheim Lok Moskau. Salzburg spielt mit dem zweiten Anzug in der österreichischen Bundesliga und verliert bei der Admira!“

Foto: Red Bull Salzburg.

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