Fußball

Zu wenig Tore und Punkte: Das verbindet Austria und Rapid vor dem 341. Derby

Vermutlich wird Sonntag auch das 341. Wiener Derby zwischen Austria und Rapid in der violetten Generali-Arena ausverkauft sein. Bei dem die Angst vor einem Feuerwerk groß wie nie zuvor ist. Es geht dabei nicht um ein fußballerisches Feuerwerk, sondern um eines auf der Tribüne. So wie zuletzt in Graz bei Sturm, in Hütteldorf zum 35. Geburtstag der Rapid-Ultras und in Grödig bei der Salzburger Austria.  Durchaus möglich, dass sich die Fans der Wiener Austria bemüßigt fühlen, zu beweisen, dass sie auch „feuerwerksfähig“ sind, wie die „Generalprobe“ auf einer Wiese beim 4:0-Cupsieg in der Steiermark gegen St. Anna am Mittwoch vermuten lässt.  Und die von grün-weiß sich „verpflichtet“ sehen, darauf zu antworten, auch wenn der Geburtstag schon vorbei ist. „Wir wollen und brauchen das nicht“, erklärte Austrias Sportchef Manuel Ortlechner; „das würde uns doppelt und dreifach schaden!“ Damit meinte er wohl den finanziellen Aspekt.

Er will Sonntag in Favoriten etwas anders sehen. Dass die Austria mit Gier und Freude verteidigt, konzentriert, konsequent und kompromisslos agiert. Ähnliches hört man auch bei Rapid. Mit einem Sieg könnte man viel wettmachen, das wäre eine Art Initialzündung. Um so mehr, als es keinen in den letzten elf Derbys gab: „Es wird Zeit“, wusste Rapids Trainer Zoran Barisic. Letzten Sonntag beim1:1 gegen Sturm bot er mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren und 310 Tagen die jüngste Startelf seit April 2017 auf. Die wird auch gegen die Austria beginnen. Mit vier Derbydeütanten: Den holländischen Verteidiger Nerayisho Kasanwirjo, Nikolas Sattlberger, Matthias Seidl und Fally Mayulu. Der Austrianer, der sein erstes Derby in Wien bestreiten könnte, wäre Neuerwerbung Hakim Guenouche. Bei Marvin Potzmann würde es sein erstes in Violett sein. Die neuen Stürmer Fisnik Asllani und Alexander Schmidt sind nur Alternativen zu Muharem Huskovic. Was Rapid sicher in die Karten spielt, ist die Sperre des besten Austria-Abwehrspielers, von Luis Galvao.

Es ist auch das erste Derby, bei dem Austria und Rapid nicht unter den ersten sechs platziert sind. Bei Austria würde auch ein Sieg daran nichts ändern. Dann würde der Rückstand auf Rapid nur  zwei statt wie derzeit fünf Punkte betragen. Bei einer Niederlage und acht Punkten weniger als die Hütteldorfer müssten aber die Alarmglocken schrillen. Auch wenn noch 13 Runden zu spielen sind. Das zeigt, wie schlecht der Start in die neue Saison war. Rapid erspielte sich laut Bundesligastatistik zwar die höchste Chancenqualität aller Klubs in den ersten acht Runden, erzielte aber um 3,3 Tore weniger als zu erwarten war. Austria war noch ineffizienter. Sechs Tore zu wenig. Rapid könnte mit einem Sieg den Verlierer des Duells zwischen Hartberg und Altach überholen, bei dem Hartbergs Trainer Markus Schopp fehlen wird. Er wies Mittwoch beim Cupaufstieg gegen Admira in der Südstadt Schiedsrichter Julian Weinberger darauf hin, schlecht zu pfeifen. Das gefiel dem Revierinspektor aus Wien gar nicht, wehalb er Schopp die rote Karte zeigte. Er wurde für ein Spiel gesperrt, Assistent Alexander Marchat vertritt ihn. Sturm spielt gegen WSG Tirol zum letzten Mal am ramponierten Grazer Rasen. Danach wird ein neuer verlegt.

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