Die Aufholjagd der Wiener Austria nach dem Fehlstart geht weiter. Das 3:2 (2:1) vor 1500 Zuschauern am Innsbrucker Tivoli gegen WSG Tirol bedeutete den fünften Sieg in den letzten sechs Spielen. Damit blieb vor dem Heimspiel gegen Red Bull Salzburg den Anschluss zu den ersten drei gewahrt. Die Austria führte nach 24 Minuten bereits 2:0, in der zweiten Hälfte 3:1, musste aber im Finish um den Sieg bangen. Der Ausgleich durch Nikolai Baden Frederiksen zählte nach Intervention von VAR Manuel Schüttengruber beim oberösterreichischen Referee Markus Greinecker, der sein erstes Bundesligaspiel leitete, nicht, weil die Austria-Leihgabe Moritz Wels beim Pass zum Dänen im Abseits stand. Wels erzielte schon knapp vor der Pause das Anschlusstor der Tiroler.
Der erste Doppelpack des Australiers Noah Botic (Bild) brachte die Austria auf die Siegesstraße. Die Vorarbeit leistete jeweils der Deutsche Johannes Eggestein, der nach der Pause nach einem Freistoß von Sarkaria, der schon nach 17 Minuten den am Knöchel verletzten Sanel Saljic ersetzte, per Kopf für das 3:1 sorgte. Beide wurden im Sommer von Sportvorstand Jürgen Werner geholt, gegen den wegen des Fehlstarts Stimmung gemacht wurde, der nach Sprechchören aus dem Fanblock gegen ihn nach der Heimniederlage gegen Hartberg zurücktrat. Die Entwicklung zeigt, dass Werner mit seiner Einkaufspolitik doch nicht so schlecht lag, wie es ihm vorgeworfen wurde. Auffällig bleibt aber, dass Austria die defensive Stabilität der letzten Saison verloren ging. Das bewies auch der schnelle Anschlusstreffer von Tirols Kapitän Valentino Müller nach dem Eggestein-Tor. Die Austria bekam in zehn Runden genau so viele Tore, wie sie schoss – 15. „Wir haben mit Leidenschaft den Vorsprung verteidigt“ meinte Trainer Stephan Helm, den der Auswärtssieg sehr freute, „aber es gibt auch einige Dinge, die wir noch besser machen sollten. Wir müssen weiter lernen!“ Helm sah in der sechsminütigen Verlängerung die gelbe Karte.
Keinen Grund zur Freude hatte Peter Pacult bei seinem Comeback. Denn Wolfsberg verlor nach 20 guten Minuten und der 1:0-Führung durch Dejan Zukic daheim gegen Aufsteiger Reid 1:2 (1:o): „Ich habe schon beim Aufwärmen bemerkt, dass die Giftigkeit fehlt“, meinte Pacult, der Dienstag erstmals das Training leitete, „wir sind alle riesig enttäuscht!“ Ried gelang mit der Einwechslung von Kingstone Mutandwa nach 53 Minuten der Umschwung. Der Sambia-Stürmer brauchte nur 33 Sekunden, um den Ausgleich zu erzielen, er verwandelte im Finish einen Foulelfmeter zum Sieg, der Ried unter die ersten sechs brachte. Den Elfmeter holte nach einem Konter mit Fabian Rossdorfer ein anderer Joker heraus, er wurde von Mamadou Diabate gefoult, den Pacult bei 1:1 für Alessandro Schöpf einwechselte, um die Defensive zu stabilisieren. Diabate bekam für die Notbremse auch die rote Karte. Es lief nach der Pause so ziemlich alles schief,
Kein Tor und keinen Sieger gab es im steirischen Duell zwischen GAK und Hartberg. Damit warten die Grazer weiter auf den ersten Saisonsieg. „Hätten wir vorher einmal gewonnen, würde man sagen, wir sind am richtigen Weg“, glaubte Trainer Ferdinand Feldhofer. Das Problem ist aber, dass der GAK zuvor nicht gewann.
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