Wer hätte das erwartet? Didi Kühbauer gelang beim Comeback auf der LASK-Trainerbank vor 23.300 Zuschauern in Hütteldorf ein Superstart, sorgte mit dem völlig verdienten 2:0 (1:0) gegen Rapid bei seinem Ex-Klub für Riesenärger. Nach der vierten Hinterlage hintereinander, dem fünften Spiel in Serie ohne Sieg war Peter Stöger erstmals als Rapid-Trainer richtig sauer, vor allem über den emotionalen Auftritt. Das heißt, man hatte nicht das Gefühl, dass eine Mannschaft gemeinsam alles versuchte, um in die Erfolgsspur zurückzufinden. Beim LASK stimmte hingegen von Beginn an die Aggressivität, die Zweikampfstärke, dank d er die Linzer zumeist Sieger bei den zweiten Bällen waren, das Teamwork, Kapitän Sascha Horvath war der mit Abstand beste Mittelfeldspieler am Platz. Selbst Kühbauer schien überrascht, wie dominant seine Mannschaft auftrat: „Erstaunlich gut“, stellte er fest, „ich bin extrem happy!“
Nach zwölf Minuten konterte der LASK Rapid erstmals gut aus. Nach einem Fehlpass von Bendegüz Bolla, der ein grün-weißes Sicherheitsrisiko war. Über Horvath kam der Ball zu Moses Usor, den Rapids Innenverteidiger Serge-Philippe Raux Yao aus den Augen verlor. Usor überspielte noch Tormann Niklas Hedl, sorgte für die Führung. Kurz darauf war Hedlwieder chancenlos, doch der Schuss von LASK-Verteidiger George Bllo ging an die Stage. Drei Minuten vor dem Pausenpfiff fiel nach einem Ballverlust von Totalversager Andrija Radulovic schon die Entscheidung: Der Pass von Verteidiger Kaspar Jörgensen kam genau zu Stürmer Adeniran, den Bolla nur begleitete, der Amerikaner ließ von der Strafraumgrenze Hedl keine Chance. Stögers Ärger sah man schon an einem Dreifachtausch in der Pause: Für Bolla, Radulovic und „Fehlpasskönig“ Janis Antiste war das Spiel vorbei, es kamen Furkan Demir, Dominik Weixelbraun und Ercan Kara. Rapid war zwar überlegen, ohne die Fünferabwehr des LASK auch nur ansatzweise ins Wanken bringen zu können. Die erste halbwegs torgefährliche Situation gab es nach 57 Minuten. Auch mit Tobias Gulliksen statt Kapitön Matthias Seidl änderte sich wenig: Rekordkauf Gulliksen konnte einmal mehr keine Akzente setzen.
In der letzten Minute scheiterte Claudy Mbuyi mit einem umstrittenen Elfmeter an LASK-Tormann Lukas Jungwirth. Auch das zeigt den Rückfall gegenüber dem guten Saisonstart: Beim Elfmeterschießen in Dundee wurden vor zwei Monaten noch alle fünf zum Aufstieg verwertet. In der Bundesliga wurde schon der dritte vergeben: Zuvor passierte dies Kara beim 0:0 gegen Altach und Seidl beim 1:2 in Salzburg. Für Stöger bleibt bis Donnerstag, bis zum Conference League-Spiel gegen Fiorentina, viel zu tun. Seine warnenden Worte nach dem starken Saisonstart scheinen einige Spieler nicht verstanden zu haben. Fiorentina verlor Sonntagabend in Mailand gegen AC Milan nach Führung durch den Deutschen Robin Gosens im Finish 1:2 (0:0), hat nach sieben Runden der Serie A keinen Sieg. Liegt mit drei Punkten als 18. auf einem Abstiegsplatz.
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