Fußball

Für St. Pöltens Trainer ist Cuphit gegen Rapid wie Derby: Einer siegte schon mit Stripfing

Admiras Trainer Thomas Silberberger  bezeichnete dieser Tage im Sky-Podcast die zweite Liga als Akademie für Erwachsene. Ein interessanter Aspekt für das Achtelfinale im Uniqa-Cup, in dem Mittwoch in Niederösterreich dreimal die zweite Liga die Bundesliga fordert: Amstetten Titelverteidiger Wolfsberg, die Admira Meister Sturm Graz und besonders Zweitligatabellenführer St. Pölten vor 8000 Zuschauern Rapid. St. Pölten verlor letzten Freitag nach saisonübergreifend 18 Spielen zum ersten Mal in dieser Saison. Vielleicht, weil einige schon an die Herausforderung Rapid dachten? Rapid blieb im neuen St. Pöltener Stadion in acht Partien unbesiegt, gewann fünfmal. Nach der Stadioneröffnung war im Juli 2012 dort Rapids Kapitän Steffen Hofmann, der jetzt zur Geschäftsführung gehört, der erste Torschütze. Der Schütze des Rapid-Siegestors beim letzten Aufeinandertreffen vor fünf Jahren, Ercan Kara, wird auch Mittwoch im Einsatz sein.

St. Pöltens Trainer sprach von einem Duell zwischen David und Goliath: „Einmal kann das auch der David gewinnen!“  Für Cem Sekerlioglu (Bild) ist dies wegen seiner violetten Vergangenheit wie ein Derby. Er bekam in den letzten Tagen prompt einige Anrufe aus dem Austria-Lager mit der Aufforderung, Rapid zu eliminieren. Klingt gut, wird aber nicht einfach, wäre für einen Klub, der ohne Aufstiegsambitionen in die Saison ging, der größte Erfolg der letzten Jahre.  Der 46 jährige Sekerlioglu, der jüngere Bruder des ehemaligen Austria-Spielers, war 16 Jahre lang Trainer in der Austria-Akademie, ehe er 2021 Assistent von Trainer Manfred Schmid wurde. Dem stand er in insgesamt 139 Partien zur Seite. Zuerst bei Austria, dann bei Wolfsberg und in Hartberg. Bei St. Pölten wurde er im Sommer erstmals Cheftrainer. Bisher mit respektablem Erfolg: Nach 13 Spielen hat er einen Punktschnitt von 2,62.

Marco Hausjell und Marc Stendera erzielten zusammen 14 der 25 St. Pöltener Tore in den ersten elf Runden. Hausjell, 26 Jahre alt, mit acht Treffern bester Torschütze der zweiten Liga, spielte früher mit Admira in der Bundesliga, war danach bei Horn, den Würzburger Kickers und Stripfing. Dort zählte er vor einem Jahr zu den „Helden“, die vor einem Jahr auf der Hohen Warte Rapid aus dem Cup warfen. Der drei Jahre ältere Stendera spielte im deutschen U 21-Team, galt als Toptalent von Eintracht Frankfurt. Rapid ist gewarnt. Paul Gartler wird im Tor bleiben, Trainer Peter Stöger plant nach dem Sieg in Ried nicht, zu rotieren. Keinen für den Schlager gegen Tabellenführer Sturm Graz am Sonntag zu schonen. Da zeichnete sich schon fünf Tage vorher ab, dass zum siebenten Mal in dieser Saison mehr als 20.000 Zuschauer zu einem Rapid-Heimspiel kommen.

Dienstag führte der Zehnte der zweiten Liga, Kapfenberg, bis zur 92. Minute gegen Altach, ehe Rapid-Leihgabe Moritz Oswald Altach in die Verlängerung schoss. Altach kam mit 3:1 ins Viertelfinale. Nach 90 Minuten schlug der LASK in Wr. Neustadt Stripfing 2:0 (1:0), der dritte Sieg der Linzer im dritten Spiel unter Didi Kühbauer ohne Gegentor. Zwischen Blau Weiß Linz und Hartberg entschied das Elfmeterschießen. Ex-Rapidler Martin Moormann brachte Blau Weiß in der regulären Spielzeit und in der Verlängerung in Führung, Hartberg glich zweimal aus. 2:2 nach 120 Minuten, das Elfmeterschießen gewann Blau-Weiß 5:4.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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