„Wird schon passen“: Das waren die letzten Worte von Österreichs Bundespräsident Alexander van der Bellen, bevor er Montagmittag, einen Tag vor dem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Bosnien die Kabine im Happel-Stadion verließ. Das Treffen am Rande des Spielfelds verhinderte der strömende Regen, die Stimmung passte auch in der Kabine. Auch Josef Pröll, der Aufsichtsratsvorsitzende des ÖFB, Geschäftsführer Bernhard Neuhold und Sportchef Peter Schöttel hörten, wie van der Bellen den Spielern versicherte, sehr stolz auf das Team zu sein. Das stärkte nochmals das Selbstvertrauen, wie zwei Stunden später Marko Arnautovic beim abschließendem Medientermin versicherte: “ So etwas hört man immer gerne!“ Arnautovic, der auch Dienstag Kapitän sein wird, da David Alaba nicht zu den ersten elf gehört, so wie sein „Freund“ Edin Dzeko bei Bosnien, sprach sogar vom wichtigsten und größten Spiels einer ganzen Karriere. Seine ganze Familie wird auf der Tribüne sein. Die Kapiänte beider Teams sind zusammen 75 Jahre alt. Das passiert auch nicht oft.
Teamchef Ralf Rangnick sprach zwar nicht vom wichtigsten Spiel seiner Trainerkarriere, aber vom wichtigsten seit dem Achtelfinale bei der Europameisterschaft im letzten Jahr, das gegen die Türkei 1:2 verloren ging. 15 Partien bestritt Österreich seit damals, es gab neun Siege, einen davon vor einem in Bosnien, dazu je drei Unentschieden und drei Niederlagen. Alle allerdings auswärts, keine daheim. In den bisher 41 Spielen der Ära Rangnick gab es nur drei: 2022 das 1:2 gegen Dänemark und 1:3 gegen Kroatien in der Nations League, 2023 das 2:3 gegen Belgien in der EM-Qualifikation. Seit zwei Jahren blieb Österreich also in Heimspielen ohne Niederlage.
Warum sollte das nicht auch Dienstag so sein? Von den bisher drei Duellen in Wien gewann Bosnien keines. Im September 2001 gewann Österreich in der WM-Qualifikation unter Teamchef Otto Baric durch zwei Tore von Andi Herzog 2:0, unter Marcel Koller folgte 2015 ein 1:1, bei dem schon Alaba, Arnautovic und Marcel Sabitzer dabei waren. Dzeko spielte damals bei Manchester City. Auch unter Franco Foda gelang kein Sieg – 0:0 2018 in der Nations League, Dzeko war damals bei AS Roma. Wenn Bosnien Dienstag auch beim vierten Anlauf in Wien nicht gewinnt, ist Österreich zum achten Mal bei der WM-Endrunde.
Rangnick versicherte, man sei auf alles vorbereitet. Auf die Variante mit Dzeko als Solospitze ebenso wie auf die mit zwei Mittelstürmern, mit Dzeko und dem Ex-Austrianer Haris Tabakovic. Vielleicht wirkte er Montag nach angespannter als sonst einen Tag vor dem Spiel, weil er immer betont hatte, seine Arbeit könne man an der geschafften WM-Qualifikation messen. Die soll bereits Dienstag fixiert sein und nicht erst im März nach den Play-offs. ServusTV wird bei der Live-Übertragung aus dem Happel-Stadion garantiert hohe Einschaltquoten haben. Alx Experten sind die ehemaligen Teamspieler Martin Harnik, der 2015 beim 1:1 gegen Bosnien spielte, und Florian Klein im Einsatz.
Foto: ÖFB/Christopher Kelemen.