Freitag gibt es den dritten Anlauf zu einer Aufsichtsratssitzung der Austria AG. Genauer gesagt zu einer internen Kraftprobe, die nur schlecht für die violette Außendarstellung sein kann. In Wahrheit kämpft die Austria gegen die Wünsche von 88 Prozent der Investoren. Die auf der Generalversammlung der Viola AG vor Weihnachten anwesend waren, als dort einstimmig beschlossen wurde, dass der Deutsche Tomas Zorn neuer Sportvorstand der Austria werden, Ex-Sportvorstand Jürgen Werner und der oberösterreichische Jurist Peter Vogl als Vertreter der WTF-Investoren in den Aufsichtsrat kommen sollen. Werner und Vogl sind eigentlich nicht zu „verhindern“, weil die WTF-Investoren die ihnen zustehenden vier Plätze im Aufsichtsrat selbst besetzen dürfen. Da es um ihr eigenes Geld geht, werden sie sich nicht selbst schaden wollen. Gefehlt haben auf der Generalversammlung nur drei notorischen Nein-Sager, die gegen alles sind, was von der WTF-Investorengruppe rund um Werner kommt.
Die hat laut Vertrag das recht, den Sportvorstand zu bestimmen. Die Wahl fiel auf Zorn. Die Austria kann ihn aus fachlichen Gründen ablehnen. Das könnte mit einer 5:4-Mehrheit im Aufsichtsrat passieren. Dann können die Investoren einen anderen Kandidaten nennen, der akzeptiert werden muss. Wenn es Freitag zum erwarteten Nein kommt, dann hat dies nur den Zweck, Zeit zu gewinnen. Um ohne Sportvorstand, der Chef des neuen Sportchefs Michael Wagner wäre, in der Transferzeit ohne „Gegner“ tun und lassen zu können, was man will. Dahinter steht vor Wirtschaftsvorstand Harald Zagiczek. Der setzte Manuel Ortlechner als Sportchef ab, ersetzte ihn durch Wagner, nimmt für sich als Ur-Austrianer aus dem Burgenland in Anspruch, auch in Sachen Fußball mehr zu verstehen als jeder andere. Die Unterstützung durch Präsident Kurt Gollowitzer ist ihm sicher. Eine burgenländische Einheit, obwohl Gollowitzer stets versichert, sich in den Sport nicht einzumischen.
Zagiczek suchte zuletzt per Vermittlung den Kontakt zu einem nordamerikanischen Investoren-Konsortium. Mit dem Ziel, die Millionen aufzustellen, die notwendig wären, um die Anteile der WTF-Investoren zu kaufen. Was bisher nicht gelang. Wenn es gegen Zorn, der diesen Job schon bei Spartak und Lok Moskau hatte, fachliche Gründe geben sollte, fragt sich, was die Qualifikation des von Zagiczek forcierten Wagner spricht, der zuvor nur bei im niederösterreichischen Unterhaus bei Ober-Gänserndorf diese Funktion hatte. Am Rande geht es auch um sportliche Dinge. Zagiczek dachte bereits 2024 daran, das Austria die beste Adresse für Stürmer Maximilian Entrup sei. Damals war er bei Hartberg, war alles wegen der maroden Austria-Finanzen nicht zu realisieren. Das hat sich nach dem Wechsel von Entrup zum LASK nicht geändert, wurde sogar noch schwieriger.
Entrup erzielte Donnerstag zum Abschluss des LASK-Trainingslagers in Belek beim 2:1 (1:0) gegen ZSKA Sofia, den Zweiten der bulgarischen Liga, das zweite Tor. Dabei bot LASK-Trainer Didi Kühbauer die sogenannte „B-Elf“ auf. Die erste Garnitur besiegte danach Jagiellonia Bialystok aus Polen 4:1 (2:0). Zweimal traf der Amerikaner Samuel Adeniran, je einmal Kapitän Sascha Horvath und Krzysztof Danek.
Foto: Yigit Örme.